Hasenberg

200 wollen den Kirchenkritiker sehen

Das Gemeindehaus am Höhenweg in Hasenberg war voll: Der strittige Schriftsteller und ehemalige Priester hielt einen Vortrag. Foto: Doro Siewert
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Das Gemeindehaus am Höhenweg in Hasenberg war voll: Der strittige Schriftsteller und ehemalige Priester hielt einen Vortrag.

Man kennt ihn als Kirchenrebell aus den 90er Jahren. Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann referierte am Montagabend bei den „Hasenberger Vorträgen“ über Heilen und Heilung im Neuen Testament.

Von Elisabeth Erbe

Über 200 Stühle wurden gestellt, der Gemeindesaal in Hasenberg war voll. Zahlreiche Gäste mussten stehen, einige konnten die zusätzlichen Sitzplätze rund um den Altar ergattern. „Ist auch kein Wunder, wenn kritische Geister kommen“, freute sich Pfarrer Hans-Jürgen Roth, der den Abend gestaltete.

Eugen Drewermann wurde 1992 aufgrund seiner strittigen Ansicht in Fragen der Bibelauslegung vom Priesteramt suspendiert. Seitdem ist er als Schriftsteller, Redner und Psychotherapeut tätig. Zu seinem 65. Geburtstag vor elf Jahren trat er aus der römisch-katholischen Kirche aus.

Eugen Drewermann zu Gast in Hasenberg

Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
 © Doro Siewert
Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
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Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
 © Doro Siewert
Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
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Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
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Hasenberger Vortrag mit Eugen Drewermannim Gemeindehaus HasenbergHÅ¡henweg/Remscheid-Lennep
 © Doro Siewert

Am Montagabend ging es ihm weniger um Theologie und Kirchenkritik, vielmehr um die Seele der Menschen. „Ich möchte zeigen, dass sich nicht nur etwas ändert, sondern alles.“ Wie kann man mit Menschen reden, dass es gut tut? Auf die Frage hatte Drewermann eine klare, wenn auch nicht leicht umsetzbare Antwort. „Ratschläge der Freunde sind bei Problemen wie ein Schlag, der weh tut“, sagte er und wünschte sich echtes Verstehen untereinander. „Dazu brauchen Sie Empathie. Die Tür des menschlichen Herzens öffnet sich immer nur von innen, niemals mit Gewalt“, erklärte er.

Die Gäste lauschten den Worten des Redners, man hätte eine Stecknadel fallen hören. Hingebungsvoll und ruhig beschrieb Drewermann die menschliche Seele, keine Spur von Auflehnung, Spaltung und Rebellion. Drewermann scheint mit 76 Jahren zur Ruhe gekommen zu sein, wirkt oft sogar poetisch. „Jeder, der seelisch in Not ist, braucht eine Asylstätte.“ .

Als der Papst zum Thema wurde, entfachte seine Leidenschaft

Und dann flammte doch wieder der Kampfgeist auf, als er über die „Relativierung moralischer Standards“ sprach und deutlich sagte, dass es böse Menschen nicht gebe. „Ich weiß, das ist eine kühne Behauptung“, fügte er hinzu und wollte seine Erläuterung anhand eines Beispiels bestätigt wissen. Die meisten Gäste nickten zustimmend, waren seiner Meinung. „Es gibt nur unglückliche Menschen. Hände weg von den Symptomen!“, forderte Drewermann und zeigte anhand Jesu Reaktion auf den Blinden, wie man mit Menschen in Not umgehen sollte.

Dabei stand nicht das Wunder Jesu im Vordergrund, sondern seine verständnisvolle und liebevolle Art.

Am Ende erhielten die Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Er beantwortete sie ruhig und mit großem Wissensreichtum. Als aber die Frage nach dem Papst kam, entfachte Drewermanns Leidenschaft wieder. „Wieso müssen wir den Papst um alles fragen? Wir sind doch mündig! Ich wünsche dem Papst viel Glück und mutige Theologen, die hat er aber nicht“, sagte er und erhielt begeisterten Beifall.

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