Walter-Frey-Stiftung

Das Wohl der Kinder steht im Mittelpunkt

Ulrich Gräfe ist seit mehr als zehn Jahre Vorsitzender der Walter-Frey-Stiftung, die 1953 als Waisenhaus-Stiftung gegründet wurde. Foto: Roland Keusch
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Ulrich Gräfe ist seit mehr als zehn Jahre Vorsitzender der Walter-Frey-Stiftung, die 1953 als Waisenhaus-Stiftung gegründet wurde.

Die heutige Walter-Frey-Stiftung gründete einst das Kinderheim Der Waldhof.

Von Manuel Böhnke

Es war ein historisches Datum, das sich die Gruppe um Walter Frey und Dr. Wolfgang Busch zur Gründung der Waisenhaus-Stiftung ausgesucht hatte. Am 30. Juli 1953, exakt zehn Jahre nach den verheerenden Luftangriffen auf Remscheid im Zweiten Weltkrieg, riefen der damalige Oberbürgermeister, der Direktor der Bergischen Stahlindustrie und andere einflussreiche Remscheider die Organisation ins Leben. Das Ziel damals war, Ersatz für das zerstörte Waisenhaus im Lobachtal zu schaffen. Mehr als 65 Jahre später hat sich zwar der Name der Stiftung verändert. Sie ist inzwischen nach Walter Frey benannt. Doch der Zweck ist im Kern gleich geblieben: Hilfe für Kinder und Jugendliche. „Wir sind eine der ältesten Stiftungen in Remscheid“, erzählt Ulrich Gräfe. Das ehemalige Mitglied des Vorstandes der Stadtsparkasse Remscheid war schon zu Berufszeiten für die Walter-Frey-Stiftung zuständig. Seit mehr als zehn Jahren ist er ihr Vorsitzender. Dr. Bernhard Meiski und Alexander Holthaus komplettieren den Vorstand. Sie alle engagieren sich ehrenamtlich.

„Als Zahlenmensch ist man teilweise fassungslos.“
Ulrich Gräfe über die Schicksale mancher Kinder

Mit einem Vermögen von rund 270 000 Mark ging die Stiftung an den Start und im Oktober 1954 wurde in Küppelstein tatsächlich der Grundstein für das Kinderheim Der Waldhof gelegt. Das geht aus der Chronik der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) hervor. Die Anlage erhielt in der Folge immer wieder Erweiterungen. Die Geschäfte führte die Stadt Remscheid, Träger der Einrichtung war allerdings die heutige Walter-Frey-Stiftung.

Seit den Anfängen des Waldhofs hat sich nicht nur pädagogisch einiges getan. Auch die Einrichtung, die seit 2016 Walter-Frey-Zentrum heißt, selbst hat sich verändert. Den wohl bislang größten Einschnitt gab es 2005: Damals fusionierten der Waldhof und das Evangelische Kreiskinderheim Wermelskirchen. Und damit veränderte sich die Stellung der Walter-Frey-Stiftung. Sie ist seitdem einer der vier Gesellschafter der neu gegründeten EJBL. Mit der Stadt Remscheid hält sie 49 Prozent. Den Rest teilen die Evangelischen Kirchenkreise Lennep und Leverkusen untereinander auf.

Damit ist die Walter-Frey-Stiftung Mitglied in der Gesellschafterversammlung, deren zweiter Vorsitzende Ulrich Gräfe ist. Zudem können die Verantwortlichen der EJBL mit ihrem Netzwerk helfen. „Und wir können bei Bedarf Rat geben. Natürlich nicht pädagogisch, sondern mit Blick auf geschäftliche Aspekte“, erklärt der 66-Jährige.

Auf der anderen Seite erhält er einen Einblick in die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Bei der Gründung des Waldhofs standen Waisen im Mittelpunkt. Heute geht es um Kinder und Jugendliche im Allgemeinen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen. „Als Zahlenmensch ist man teilweise fassungslos, wenn man die Schicksale mancher Kinder hört“, erzählt Gräfe.

Die Zusammenarbeit mit allen Gesellschaftern und den EJBL-Verantwortlichen funktioniere gut. Besonders eng seien die Verbindungen der Walter-Frey-Stiftung noch immer zur Stadt. So sitzt traditionell Remscheids Oberbürgermeister dem siebenköpfigen Kuratorium vor. Auch ein Dezernent hat dort neben weiteren Vertretern aus Politik und Bürgerschaft seinen Platz.

Durch Zustiftungen und Nachlasse ist das Vermögen der Walter-Frey-Stiftung auf rund 900 000 Euro angewachsen, berichtet Gräfe. Nennenswerte Erträge wirft das aber bei der aktuellen Zinslage nicht ab. Deshalb kann die Stiftung die EJBL über die Gesellschaftertätigkeit hinaus kaum unterstützen. „Wenn Mittel für Projekte benötigt werden, haben wir die Möglichkeit, Spenden zu sammeln“, sagt Gräfe. Dennoch blickt der 66-Jährige nicht pessimistisch in die Zukunft: „Solange die Finanzierung der EJBL aufgeht, sind wir zufrieden.“

21 Stiftungen gibt es laut Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Remscheid. Was ist ihr Zweck? Was sind ihre Ziele? Unter anderem diese Fragen möchte der RGA in seiner neuen wöchentlich erscheinenden Serie über die Stiftungen in Remscheid beantworten.

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