Ausstellung

Wissenschaftler erklären, warum der globale Süden selten präsent ist

Sabine Düwell von der Stadtbibliothek und Alfons Ströter (VHS) bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Roland Keusch
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Sabine Düwell von der Stadtbibliothek und Alfons Ströter (VHS) bei der Eröffnung der Ausstellung.

Stadtbibliothek zeigt die Ausstellung „Vergessene Welten und blinde Flecken“ bis zum 23. April.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der globale Süden sei in der Berichterstattung der Medien unterrepräsentiert – das ist die Kernaussage der neuen Ausstellung „Vergessene Welten und blinde Flecken“, die gestern im Foyer der Stadtbibliothek eröffnet worden ist. Auf 14 Stellwänden sind die wichtigsten Ergebnisse einer Langzeitstudie abgebildet, in der unter anderem mehr als 5000 Sendungen der Tagesschau ausgewertet wurden.

Nicht nur deutsche Nachrichtenformate wurden analysiert, sondern auch solche aus anderen europäischen Ländern und den USA. Zwei Wissenschaftler belegen die Aussage, dass die Medien den globalen Süden vernachlässigen, anhand zahlreicher Beispiele. So wurde über die verheerende Nahrungsmittelversorgung in Ostafrika und der Tschadseeregion, durch die Ende 2017 fast 37 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht waren, kaum berichtet. Und auch in der Corona-Pandemie sehe das Bild nicht besser aus: Nur etwa fünf Prozent der Sendezeit berichtet über die Lage im globalen Süden. Aber nicht nur die bloße Aufzählung von Fakten beherrscht die Ausstellung, auch Fragen nach den Gründen für die Vernachlässigung des globalen Südens in der Berichterstattung werden gestellt und zum Teil auch beantwortet. Fest steht für die beiden Wissenschaftler: „Katastrophe ist nicht gleich Katastrophe. Das Wo entscheidet über die Intensität der Berichterstattung.“ Die Ausstellung läuft bis zu 23. April.

Sabine Düwell, Leiterin der Stadtbibliothek, und Alfons Ströter von der VHS, die die Ausstellung gemeinsam begleiten, weisen darauf hin, dass es einen Vortrag zum Thema geben wird von Dr. Ladislaus Ludescher vom Germanistischen Seminar der Universität zu Heidelberg, der die Studie gemeinsam mit Simon Abel von der Universität Mannheim konzipiert hat. Am Freitag, 18. März, berichtet Ludescher ab 19.30 Uhr in einer Zoom-Veranstaltung in der Bibliothek über das Zustandekommen der Ausstellung und steht anschließend für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Es gilt die 3G-Regel sowie eine Maskenpflicht während der Veranstaltung.

Anmeldungen, die idealerweise bis zum Donnerstag erfolgen sollten, werden von Sabine Düwell entgegengenommen: Telefonnummer: (0 21 91) 1 62-5 30.

sabine.duewell@t-online.de

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