Mein Blick auf die Woche

Wir müssen die Menschen über den Winter bringen

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  • Axel Richter
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In Remscheid droht besonders vielen Haushalten ein kalter Winter. Deshalb ist es richtig, dass die Stadt ihre Energieverbräuche auf den Prüfstand stellt, findet RGA-Lokalchef Axel Richter. Doch schon gibt es Protest dagegen. Und der spielt, wenn auch ungewollt, jenen in die Hände, die die Energiekrise längst als neues Betätigungsfeld für sich entdeckt haben: Querdenkern, Spaziergängern und anderen Staatsfeinden.

Vielen Remscheidern droht ein kalter Winter. Mehr als 25.000 Haushalte werden bei uns mit Erdgas versorgt. Das sind deutlich mehr als in anderen Städten. Über die damit verbundenen Risiken sprachen die Stadtwerke in dieser Woche in bemerkenswerter Offenheit. Das geschah nicht leichtfertig, sondern wohlüberlegt. Das zeigt, wie ernst die Versorger die Lage nehmen.

Sie tun das mit Blick auf rund 90 Unternehmen, die im schlimmsten Fall ihre Produktionsanlagen abschalten müssten. Sie tun das mit Blick auf ihre eigene technische Infrastruktur, die auf ein Absinken des Gasdrucks äußerst sensibel reagiert. Und sie tun das mit Blick auf die Menschen, denen die Kosten für Energie, aber auch für Lebensmittel über den Kopf zu wachsen drohen.

Längst gibt es erste Opfer der Inflation. Die Konsumenten achten stärker auf ihr Geld und erledigen ihre Einkäufe wieder vorzugsweise im Discounter und nicht etwa im Unverpackt-Laden. Der erste und einzige dieser Art in Remscheid wird deshalb absehbar schließen. Nach Corona war die durch den Krieg in Gang gesetzte Teuerungsspirale für seine Betreiberin eine Krise zu viel.

Die gute Nachricht dieser Woche: Remscheids Krisenmanager zeigen sich vorbereitet auf die verschiedenen Szenarien, die im Fall einer befürchteten Gasmangellage für möglich gehalten werden. Die Hoffnung ist freilich eine andere, nämlich dass es doch gelingt, die Gasspeicher für den Winter zu füllen.

Das muss das Ziel bleiben. Deshalb ist es richtig, dass die Stadt Remscheid als Teil dieser gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung ihre Energieverbräuche auf den Prüfstand stellt. Wo es möglich ist, sollten Straßenlaternen sowie Verkehrsampeln ohnehin ausgeschaltet sein - auch außerhalb von Krisenzeiten.

Dagegen aus parteipolitischem Antrieb im Vorfeld bereits zu opponieren, ist dagegen kontraproduktiv und spielt - wenn auch ungewollt - nur jenen in die Hände, die nach Corona die Energiekrise und Inflation als neues Betätigungsfeld entdeckt haben: Querdenker, Spaziergänger und andere Staatsfeinde.

Fällt der Winter für viele Remscheider tatsächlich kalt aus, so werden sie ihr populistisches Süppchen nur umso heißer kochen. Die Zerstörung unserer Demokratie ist nämlich nicht nur das Ziel des irren Menschenschlächters im Kreml, sondern auch seiner Freunde im despotischen Geiste.

Wer nicht will, dass Putins Kalkül aufgeht, hilft deshalb jetzt jenen, die alles dafür tun, dass die Menschen einigermaßen über den Winter kommen. So wie Sascha Ploch, Katastrophenschützer der Feuerwehr Remscheid. Ein Interview mit ihm lesen Sie, liebe Leserinnen und Leser, am Montag im RGA.

Flop: Der Müngstener fährt weiter mit Verspätung: Vias wird den Problemen nicht Herr.

Top: Der Blaue Mond ist aufgegangen. Das Wahrzeichen strahlt wieder über dem Südbezirk.

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