Politik

AfD will in Remscheider Stadtrat einziehen

Ernst Otto Girke nennt sich einen enttäuschten CDU-Wähler. Jetzt will er für die AfD Politik in Remscheid machen. Foto: Roland Keusch
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Ernst Otto Girke nennt sich einen enttäuschten CDU-Wähler. Jetzt will er für die AfD Politik in Remscheid machen.
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Am 13. September sind Kommunalwahlen - Rechte Partei hofft auf 10 Prozent der Stimmen

Von Axel Richter

Remscheid. Die AfD tritt bei der Kommunalwahl am 13. September in Remscheid an. Das erklärt Parteisprecher Ernst Otto Girke (69) auf RGA-Nachfrage. Am Freitag hatte die rechte Partei die wichtigsten Personalfragen geklärt. Als ihr Spitzenkandidat tritt Maik Bangert (45) an. Der Remscheider, der in Radevormwald ein Heizungsbauunternehmen führt, will die AfD in Fraktionsstärke in den neuen Rat einziehen lassen. Auf einen Oberbürgermeisterkandidaten verzichtet die Partei.

In 26 Bezirken wird am 13. September gewählt. Bislang kann die AfD, die laut Girke in Remscheid 26 Mitglieder zählt, nur in jedem vierten Wahlbezirk einen eigenen Kandidaten stellen. In den nächsten Wochen soll deshalb Überzeugungsarbeit geleistet werden, wie er sagt. Die AfD will weitere Kandidaten gewinnen, um möglichst auf jedem Wahlzettel in Remscheid vertreten zu sein.

Das steigert ihre Chancen auf einen Einzug in den Rat und die Bezirksvertretungen: Die Hälfte der 52 Ratssitze wird direkt gewählt, die andere Hälfte über die Reserveliste. Je mehr Bezirke eine Partei besetzen kann und je mehr Stimmen sie auf sich vereinen kann, umso stärker ist sie später in den Gremien vertreten.

Die AfD rechnet sich gute Chancen aus. Maik Bangert, der vor drei Jahren in die AfD eingetreten ist, hofft auf bis zu 10 Prozent und fünf Ratssitze. Wie der gelernte Bankkaufmann und heutige Rentner Ernst Otto Girke zählt sich der Handwerksmeister aus Remscheid zu einer konservativen Gruppe ehemaliger CDU-Wähler, die mit der Politik der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel nicht einverstanden sind. Das gilt für die Flüchtlingspolitik, das gilt für die Europapolitik.

In der Remscheider Kommunalpolitik zeigen sich die beiden AfD-Männer dagegen unkonkret: „Wir sind nicht diejenigen, die sich an dieser oder jener Stelle für neue Zebrastreifen einsetzen“, sagt Ernst Otto Girke: „Wir wollen aufzeigen, was mit den Steuergeldern aus Remscheid passiert.“

Remscheid: Das Verhältnis zu den Pro-Vertretern nennen sie „neutral“

Mit den Höckes und Kalbitzes in ihrer Partei wollen Girke und Bangert nichts zu tun haben. Allerdings hindern die Thüringer Parteifreunde vom ganz rechten Rand sie auch nicht an der weiteren Mitgliedschaft. Das Verhältnis zu den beiden Vertretern, die 2014 für die Partei Pro NRW in den Remscheider Stadtrat eingezogen sind, nennen die beiden AfD-Männer derweil „neutral“. Die rechte Pro-Partei war bis zu ihrer Selbstauflösung ein klarer Fall für den Verfassungsschutz. Der nannte sie rechtsextrem. 2017 empfahl Pro Deutschland den Mitgliedern, zur AfD zu wechseln. Laut Girke und Bangert wird am 13. September keiner der beiden Pro-Männer auf ihrer Kandidatenliste auftauchen. Beide verweisen auf eine Unvereinbarkeitsliste ihrer Partei. Danach sind Ex-Mitglieder der „Pro-Bewegung“ in der AfD nicht willkommen.

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