Attraktion für Outdoor-Veranstaltungen

Wie Poolbillard mit den Füßen

Jenni, Daniel und Leonora probierten gleich das Ballbanden-Spiel aus, dass die AGOT angeschafft und gestern vorgestellt hat. Foto: Roland Keusch
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Jenni, Daniel und Leonora probierten gleich das Ballbanden-Spiel aus, dass die AGOT angeschafft und gestern vorgestellt hat.

AGOT stellte das „Ballbanden-Spiel“ vor.

Von Sabine Naber

„Bildet Ballbanden“ hieß es gestern Nachmittag im Hof der Kraftstation. Das neu entwickelte Spiel vereint Poolbillard und Fußball, Spaß daran können kleine und große Hobbysportler haben. Der Spiele-Erfinder, Schreiner und Musiker Anton Weber aus Köln hatte die Idee zu diesem Ballspiel, von dem die AGOT – Arbeitsgemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid – so begeistert war, dass sie es kaufte und es mit ihrem Agot-Mobil zukünftig flexibel bei Streetwork-Angeboten, bei Jugendkulturveranstaltungen oder auch dem Weltkindertag einsetzen wird. Finanziert wurde es über den Kinder- und Jugendförderplan der Stadt.

Wie beim Poolbillard werden die Kugeln – hier sind es fußballgroße Bälle – beim Ballbanden-Spiel in den Toren platziert. Allerdings mit dem Fuß. Die Spielenden stehen abwechselnd in dem Ballbandenfeld. „Ich habe es im Laufe des letzten Lockdowns weiterentwickelt und als inklusives Familienspiel konzipiert. Man kann es kontaktfrei spielen, aber es bringt schnell Kontakte untereinander“, nennt Weber die Vorzüge seines Spiels, für das er die Banden selbst gezimmert hat.

Stolz ist er auf sein Logo. Es zeigt ein Strichmännchen, das die Arme so weit ausbreitet, als wolle es die ganze Welt umarmen. „Das steht für eine offene Gesellschaft“, betont Weber. Um dieses Spiel zu bauen, braucht er ein bis zwei Wochen. Das Spielfeld ist in der Standardausführung rund sechs Mal drei Meter groß und besteht aus sechs klappbaren Spielbanden, ebenso vielen Toren mit Netzen und einem Balldreieck. Diese Elemente könnten beliebig kombiniert werden. Die Teile werden mit Schrauben verbunden.

Auch für Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte geeignet

Gedacht ist es vor allem für Vereine, die für Diversität und Integration stehen: „Die Winkelleisten an den Toren kann man vergrößern und öffnen, so dass auch Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, aufs Spielfeld fahren können. An die Tore könnte man auch Glöckchen hängen, wenn blinde Menschen spielen möchten.“ Weber betont, dass sich die Variante aus Fichte-Sperrholz hervorragend zum Selberbemalen eignet. Und ist überzeugt, dass es ein schönes Projekt für Klassen und Gruppen bietet, denn die individuell gestalteten Banden fügen sich später zum großen Ganzen.

„Wir haben lange nach einem Outdoor-Spiel als Attraktion für unser Agot-Mobil gesucht“, sagt Wolfgang Zöller vom Vorstand. Ein befreundeter Schreiner hatte ihm gesagt, er solle doch mal nach Köln kommen und sich das Spiel ansehen. „Das habe ich getan und war gleich begeistert.“

Weil Weber selbst noch Kinder zu Hause hat, die für ein klassisches Fußball-Billard-Spiel noch zu klein sind, kam er auf die Idee einer kleineren Bande und entwickelte zusätzlich noch eine Bambini-Version. Einen Eyecatcher nennt Sozialarbeiterin Amelie Sophie Preyss das Spiel, das sie für ihr Sommerferien-Angebot in Remscheid einsetzen will.

„Das ist echt lustig. Ich glaube, meine siebenjährige Tochter hätte auch Spaß daran“, sagt Sarah Reitberger, die das Ballbanden-Spiel gestern Nachmittag gleich ausprobiert hat. Und Wolfgang Zöllner freute sich, dass die Jungs, die schon beim Aufbau interessiert zugeguckt hatten, keine langen Erklärungen brauchten. „Die stellen sich rein und legen einfach los.“

Im Rahmen von Upcycling sucht Weber in Zusammenarbeit mit der Handwerksinnung nach Schreinerbetrieben, die eventuell bereit sind, Resthölzer zur Verfügung zu stellen. „Ich denke dabei auch an Vereine, die wenig Budget zur Verfügung haben. Oder aber genau diese Themen in der Arbeit behandeln.“

Ausprobieren

Wer das neue Ballbanden-Spiel gleich einmal ausprobieren möchte, der hat ab heute im Lenneper Jugendzentrum „Die Welle“ die Gelegenheit dazu. „Wir bauen es heute in unserem Vorhof auf, mittwochs, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr kann es ausprobiert werden“, verspricht Stephanie Dobke.

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