Mein Blick auf die Woche

Wie konnten die Menschen früher alt werden?

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Grüne Kulturpolitiker wollen keine Whisky-, Wein- und Biertastings im Deutschen Werkzeugmuseum. Unter anderem gefährde das die Jugend. RGA-Lokalchef Axel Richter fragt: Wie haben die Menschen nur alt werden können als die Grünen sie noch nicht beschützen konnten?

Und, achtsame Leserin, gewissenhafter Leser: Wie war die erste Woche ohne Maskenpflicht? Auch nicht viel anders als sonst, sagen Sie? Tatsächlich trägt die große Mehrheit den Schutz nach wie vor auf Mund und Nase. Und wer sie nicht trägt, der hat sie unter Kinn oder sichtbar am Handgelenk dabei, um sie rasch aufsetzen zu können. Nur wenige verzichten komplett darauf. Und das obwohl der Staat niemanden mehr zur Maske zwingt.

Das zeigt: Die allermeisten Menschen sind vernunftbegabt genug, um Risiken richtig einzuschätzen und handeln entsprechend. Das gilt für Covid-19. Und das gilt für andere allgemeine Lebensrisiken, wozu die Seuche hoffentlich bald werden wird.

Es bedarf nicht an jeder Stelle und zu jeder Zeit neuer Verbote und Gängeleien. Wer in dieser Woche auf die Remscheider Kommunalpolitik blickte, der musste sich gleichwohl im Gegenteil fragen, wie die Menschen eigentlich haben alt werden können, als zum Beispiel die Grünen sie noch nicht beschützen konnten.

Dass bei Tasting-Abenden im Deutschen Werkzeugmuseum in Hasten Wein, Bier und gar Whisky verkostet wird, stößt deren Kulturpolitikerinnen bitter auf. Säuerlich fragten sie nach, inwieweit die Alkohol-Verköstigungen denn mit dem Auftrag des Museums konform gehen. Und wie denn der Jugendschutz gewährleistet sei, so dass auch kein Jugendlicher an einer solchen Veranstaltung teilnehmen könne.

Nach Auskunft der Stadt Remscheid hat sich freilich noch kein einziger Jugendlicher für die Verköstigung von Hochprozentigem an der alten Dampfmaschine interessiert. Was nicht weiter verwundert. Denn ein solcher Museumsabend ist nicht nur mit einem Vortrag in Gesellschaft von Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter verbunden. Die Teilnahme am Whisky- und Weintasting ist auch nicht ganz so billig wie eine Palette Hansabier.

Natürlich ist es richtig, hochdefizitäre Einrichtungen wie das Deutsche Werkzeugmuseum immer wieder kritisch zu hinterfragen. Statt mit sorgenvoller Miene Probleme zu beschwören, wo keine sind, würden Remscheids Kulturpolitiker jedoch besser selbst darüber nachdenken, wie sich mehr Remscheider für einen Besuch der Museen gewinnen lassen. Oder es wird sich angesichts der beklagenswerten Finanzlage Remscheids irgendwann die Frage stellen, wer in unserer Stadt diese Einrichtungen überhaupt braucht.

TOP Neustart an der Kräwi: Die Wupper-Talsperre darf wieder betreten werden.

FLOP Noch ein Tiefschlag: Die Stadt rollte ihr den roten Teppich aus, doch die Rheinische Fachhochschule verlässt Remscheid schon wieder.

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