Widerständler gegen die Nazi-Diktatur

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Straßenname erinnert an SPD-Politiker

Alt-Remscheid -ma- Bei der Julius-Leber-Straße handelt es sich um eine Seitenstraße der Brückenstraße in Vieringhausen. Katasterunterlagen zufolge nannte man das Gebiet früher „Vieringhauser Feld“, recherchierte Laura Kolb, Auszubildende im Stadtarchiv.

Laut eines Bebauungsplans sollten neue Straßen im Bereich der Eigenheimbebauung entstehen. Da es nicht möglich war, die vorhandenen Bauten sowie die neu geplanten Häuser nach der Brückenstraße zu nummerieren, sollten zwei Straßenarme eine neue Bezeichnung erhalten.

Die Deutschen Edelstahlwerke schlugen vor, die Straße zwischen den Eigenheimen „Konrad-Morschel-Straße“ zu nennen, da eine große Zahl der Wohnungseinheiten von DEW-Mitarbeitern bezogen wurden.

Konrad Morschel war Direktor der deutschen Edelstahlwerke. Die Fraktionen von SPD und CDU machten ebenfalls Vorschläge zur Benennung der beiden Straßen. Von der SPD kamen „Julius-Leber-Straße“ und „Wilhelm-Leuschner-Straße“. Die CDU schlug „Stauffenbergstraße“ und „Nikolaus-Groß-Straße“ vor. Nach einstimmigen Beschluss des Bauausschusses vom 17. Dezember 1959 erhielt die Straße den Namen Julius-Leber-Straße.

Julius Leber wurde am 16. November 1891 in Biesheim/Elsass geboren. Nach der Mittlere Reife absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Bereits als Schüler trat er der SPD bei. Ab 1910 holte er sein Abitur nach und studierte ab 1912 Geschichte und Nationalökonomie in Straßburg.

1914 meldete sich Leber freiwillig zum Kriegsdienst und wurde 1915 zum Leutnant und Batteriechef befördert. 1920 stellte er sich mit seiner Einheit beim Kapp-Putsch auf die Seite der Republik und wurde aus der Reichswehr entlassen.

Leber nahm sein Studium an der Uni Freiburg wieder auf und promovierte 1920. Von 1924-1933 war er Reichstagsabgeordneter und befasste sich insbesondere mit Wehrfragen. Aufgrund seiner politischen Einstellung verbrachte er einige Jahre im KZ Sachsenhausen und baute anschließend einen Widerstandskreis auf. 1944 wurde Leber aufgrund von kommunistischen Kontakten verhaftet. Drei Monate später fand sein Prozess vor dem Volksgerichtshof statt, er wurde zum Tode verurteilt und am 5. Januar 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. Foto: Roland Keusch

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