Technische Betriebe

Wertstoffhof soll umziehen, aber nur ein kleines Stück

Der Wertstoffhof an der Solinger Straße.
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Der Wertstoffhof an der Solinger Straße.

TBR hat einen neuen Platz für ihren Bringhof gefunden.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Für den Wertstoffhof der Technischen Betriebe (TBR) ist ein neuer Platz gefunden. Zumindest wenn es nach den TBR geht. Demnach soll die gesamte Einrichtung nur wenige Meter umziehen, quasi den Berg rauf auf das Deponiegelände, das derzeit rekultiviert wird. Das geht aus einer Vorlage für den zuständigen Betriebsausschuss hervor. Darin werden auch die Hauptgründe für diesen Plan genannt: Zu wenig Zeit und zu wenig geeignete Grundstücke in Remscheid.

Bis 2025 soll die Deponierekultivierung abgeschlossen sein, dadurch werde die derzeit genutzte Fläche so weit eingeschränkt, dass ein Betrieb des Wertstoffhofs nahezu unmöglich werde, so TBR-Chef Michael Zirngiebl: „Ein neuer Standort musste daher kurzfristig gefunden werden.“ Ein langer Such-Prozess, insbesondere falls erst noch ein entsprechendes Genehmigungsverfahren notwendig wäre, sei „nicht mehr möglich“.

Die bisherige Suche nach alternativen Standort sei erfolglos geblieben, so die TBR. Bei einem Grundstück an der Karlstraße in der Nähe des Lenneper Bahnhofs habe die Politik einer Entwicklung als Gewerbestandort den Vorzug gegeben. Bei einem anderen im Jägerwald habe man sich nicht auf einen Kaufpreis einigen können.

Also greift man auf einen Teil des Deponieplateaus zurück. Dies liege zwar „gegenüber dem derzeitigen Standort leider nicht zentraler, wie dies wünschenswert gewesen wäre“, sei aber verfügbar - und im Eigentum der Stadt. „Der Standort bietet ausreichend Fläche, um das Angebot auf dem Wertstoffhof für die Nutzer bedienerfreundlich und die Arbeit für die Mitarbeiter auf dem Hof zu erleichtern.“

Weitere Vorteile laut TBR: Der Wertstoffhof rückt weiter weg von den Wohnhäusern an der Solinger Straße, die Zufahrt kann besser geregelt werden und in einer Übergangsphase kann die Einrichtung Stück für Stück umziehen, während die Infrastruktur wie Waage und Sozialräume am derzeitigen Standort weiter genutzt werden kann. Zudem fallen keine Kosten für den Erwerb an.

Zwischenzeitlich sei auch schon ein erster Plan für den Standort erarbeitet und mit der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde besprochen worden, berichtet Zirngiebl: „Grundsätzliche Bedenken zu diesem Standort bestehen seitens der Bezirksregierung nicht.“ Nun sollen die Pläne konkretisiert werden. „Ziel ist, nach Vorlage der Genehmigung mit der Einrichtung zu beginnen.“

Mehr als 100 Jahre lang wurde in dem Tal zwischen Fürberg und Vieringhausen Müll gesammelt, zwölf Millionen Kubikmeter insgesamt. Seit mehr als zehn Jahren wird das Gelände nun rekultiviert. Dabei soll auch ein etwa 50 000 Quadratmeter großes Plateau entstehen. Ideen, wie die Fläche genutzt werden kann, gab es in den vergangenen Jahre einige, dazu gehörte auch eine touristische Nutzung. Zuletzt geriet die Deponie als einziger möglicher Standort für eine Freiflächen-Photovolatik-Anlage in den Blick.

Standpunkt von Sven Schlickowey: Verteilkämpfe

sven.schlickowey@rga.de

Der neue Standort des Wertstoffhofs soll zentraler liegen, hatte die TBR-Leitung schon vor Jahren erklärt. Gemessen daran ist der nun geplante Umzug um wenige Meter sicher kein Erfolg. Aber hatte wirklich irgendjemand etwas anders erwartet in einer Stadt, die so arm an freien und geeigneten Flächen ist, dass sie expansionswillige Firmen genauso ans Umland verliert wie eigenheimsuchende Familien? Man ist in Remscheid daran gewöhnt, dass das fehlende Geld der limitierende Faktor bei vielen Projekten ist. Ein grundsätzlich, wenn auch nicht vor Ort lösbares Problem. Gegen fehlende Flächen kann man hingegen deutlich schlechter etwas unternehmen, zumal man dabei ja auch ökologische Aspekte im Augen halten muss. Verteilkämpfe um rare Immobilien, wie wir sie an der Stuttgarter Straße erlebt haben und nun bei der früheren Grundschule Honsberg sehen, werden in Zukunft immer häufiger vorkommen.

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