Entsorgung

Wertstoffhof: Keine Staus mehr bei der Abfallabgabe

Die TBR sammeln Grünschnitt auf dem Schützenplatz ein. Hier liefert Nils Jungjohann an. Foto: Roland Keusch
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Die TBR sammeln Grünschnitt auf dem Schützenplatz ein. Hier liefert Nils Jungjohann an.
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Terminvergabesystem am TBR-Wertstoffhof hat sich bewährt - Dienstags können 240 Kunden bedient werden.

Remscheid. Sehr viele Privatpersonen schätzen die Neuregelung, den Müll nur nach vorheriger Anmeldung zum Wertstoffhof bringen zu können. Gabriele Skowronnek sieht die Einschränkung jedoch mit Skepsis. Sie gehöre zu der „aussterbenden Volksgruppe, die ihren Müll noch ordentlich entsorgen möchte“, schrieb sie dem RGA, wünscht sich aber mehr Flexibilität und Schnelligkeit seitens der Technischen Betriebe Remscheid (TBR).

Nachdem die zentrale Sammelstelle im Dezember nach Rücksprache mit dem Krisenstab im Lockdown geschlossen worden war, hatten die TBR am 20. Januar an der Solinger Straße ihre Pforten wieder für private Anlieferungen geöffnet. Seither gilt: Niemand kann mehr spontan vorbeikommen, sondern muss vorher einen Termin im Vergabesystem im Internet klarmachen.

Maximal 240 Kunden kann der Wertstoffhof an dem an längsten geöffneten Tag (dienstags von 8 bis 17.45 Uhr) auf diese Weise täglich bedienen. Es gilt die Faustregel, basierend auf der durchschnittlichen Länge der Abladevorgänge: Alle zehn Minuten werden vier Kunden reingelassen. Diese durften anfangs eine Kofferraumladung mit Müll mitbringen, seit dem 11. März erlaubt es ein modifiziertes Terminvergabesystem, wie früher mit mehr als nur einem hinten vollgeladenen Auto bei den Containern vorzufahren.

„Die Resonanz auf die Terminvergabe ist zu 90 Prozent positiv.“

Michael Sauer, TBR

Geht es nach TBR-Chefentsorger Ulrich Dreesen wird die elektronische Terminvergabe dauerhaft etabliert. „Die Menschen haben einen Termin und gut“, sagt er: „Diejenigen, die ich spreche, sind froh nicht mehr anstehen zu müssen und beim Entladen viel Platz zu haben.“ Auch die zentrale Sammlung der Grünabfälle auf dem Schützenplatz habe sich bewährt. Wobei sich die Fahrzeuge dort stauen können, wenn alle gleichzeitig in den Garten stapfen, um Sträucher und Rabatten zu trimmen.

Nicht nur Corona hatte die TBR zu dieser Entscheidung getrieben, auch die leidigen Staus, die sich an der Zufahrt zum Hof von der Solinger Straße gebildet und Anwohner, Wertstoffhofkunden wie Verkehrsteilnehmer auf der Hauptverkehrsader Richtung Solingen genervt hatten. „Die Resonanz auf die Terminvergabe ist zu 90 Prozent positiv. Die Kunden stehen nicht mehr wie in Spitzenzeiten 30 bis 45 Minuten vor dem Tor in der Schlange oder samstags darüber hinaus bis auf die B 229“, berichtet Michael Sauer, als TBR-Bereichsleiter für das Thema Müllbeseitigung zuständig. Dieser ständige Frust gehört der Vergangenheit an. „Es ist alles entspannter, weil planbarer“, findet Sauer.

Gleichwohl weist Gabriele Skowronnek daraufhin, dass einiges umständlicher geworden sei. „Es dauert jetzt, wenn man seine alte Stehlampe entsorgen will“, sagt die Remscheiderin. „Denn wer sich im Internet einen Termin anklickt, der bekommt diesen nicht am selben Tag, sondern muss ein paar Tage warten.“ Dem widerspricht Michael Sauer. „In der Regel dauert es nicht länger als zwei Tage, um einen Termin zu bekommen.“ Als Beispiel nimmt Sauer beim Telefonat mit dem RGA den Tag danach: „Am heutigen Mittwoch hätte man einen Termin bekommen können.“

Auch einer weiteren Anregung von Gabriele Skowronnek pflichtet Michael Sauer nicht bei. Skowronnek findet, dass es am Eingang zügiger zugehen könne. „Bislang muss man ja aussteigen, ins Häuschen gehen und deklarieren, was man an Abfall abgeben will.“ Dies ist nur bedingt richtig. Denn nur bei kostenpflichtigen Abfällen wie Bauschutt muss an der Kasse gezahlt entrichtet werden. Für andere Sachen wie Sperrmüll, Elektroschrott oder Papier wird kein Entgelt erhoben. Wer das dabei hat, kann dies am Eingang aus dem Auto raus über eine Gegensprechanlage dem Personal mitteilen. | Standpunkt

Öffnungszeiten

Wer einen Termin für seine Müllabgabe machen will, gehe auf die Homepage www.tbr-info.de, unter „Aktuelles“ auf den Link „Terminvergabesystem“. Geöffnet hat der Wertstoffhof montags, mittwochs, donnerstags 8 bis 15.45 Uhr, dienstags 8 bis 17.45 Uhr, freitags und samstags 8 bis 13.45 Uhr. Die Öffnungszeiten sind nicht zur vollen Stunde angegeben, weil 15 Minuten vor der Schließung der Letzte reingelassen wird. Denkbar ist es, per Telefon einen Termin abzumachen: Tel. (01 70) 4 51 82 19.

Standpunkt

andreas.weber @rga.de

Kommentar von Andreas Weber

Mal eben vorbeifahren und den Müll abladen, das ist nicht mehr. Ein wenig Planung ist seit Anfang des Jahres gefordert, um den alten Herd oder die olle Matratze auf dem Wertstoffhof zu entsorgen. Man muss sich vorab an den Rechner setzen oder zum Handy greifen. Das ist eine gravierende Umstellung und schmeckt dem ein oder anderen nicht, der es gewohnt war, ohne terminliche Vorgabe die Solinger Straße aufzusuchen. Andererseits: Vieles läuft heute nur noch über das Internet. Man denke an den Bürgerservice der Stadt, dessen Dienste online vergeben werden. Auch bei den Ausweisdokumenten wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Und dass in Corona-Zeiten der Handel mit „Click & Meet“ Einlass gewährt, passt dazu, Besucherströme digital zu kanalisieren. Was sich gerade an der Deponie bewährt, muss nicht auf ewig sein. Wenn die Rekultivierung der 120 000 Quadratmeter Böschung und des 50 000 qm großen Plateaus abgeschlossen sein wird, wird es 2024/25 deutlich mehr Platz für den Wertstoffhof geben, der sich dann richtig ausbreiten darf und möglicherweise keine Terminvergaben mehr benötigt.

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