55

Werkzeugmuseum feiert die Schnapszahl

Heute: Michael Schwerdtfeger, Dr. Andreas Wallbrecht, Horst Kaiser und Markus Heip (v. l.) mit einem Touch-Screen-Terminal. Foto: Roland Keusch
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Heute: Michael Schwerdtfeger, Dr. Andreas Wallbrecht, Horst Kaiser und Markus Heip (v. l.) mit einem Touch-Screen-Terminal.

Für Besucher mit der 55 im Geburtsdatum gibt es am Wochenende eine Überraschung.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Am kommenden Samstag feiert ein ganz besonderer Remscheider Geburtstag, und das auch noch am Karnevalssamstag mit einer Schnapszahl: Das Deutsche Werkzeugmuseum wird 55. Eigentlich kann es sogar auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblicken, heißt es aus dem Stadtarchiv. Der Beginn geht bereits auf das Jahr 1928 zurück. Übrigens: Die ersten sicheren Nachrichten über das Remscheider Eisengewerbe stammen aus dem 15. Jahrhundert. Und auch der Handel Remscheider Kaufleute mit Remscheider Eisenwaren ist ebenfalls seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar.

Ein kleiner Rückblick:

1925: In jenem Jahr verstarb Richard Lindenberg, der Miterfinder des Elektrostahlofens, Besitzer der Glockenstahlwerke auf dem Hasten und Eigentümer des Hauses Cleff. Zwei Jahre später kaufte die Stadt das Haus der Firma ab.

Ab 1928: wurde hier die Stadtgeschichte und bergische Wohnkultur ausgestellt. Darüber hinaus wurden natürlich Exponate aus dem Bereich Werkzeug gesammelt, so dass sich ein zusätzlicher Neubau lohnte.

Das Museum damals: die ehemalige Halle des Werkzeugmuseums in den 60er Jahren. „Ungefähr an dieser Stelle steht heute die große Dampfmaschine“, erklärt Museumspädagoge Markus Heip, der in den 60ern selbst das erste Mal als junger Bub in dem Museum war.

1967: Am 26. Februar 1967 wurde dieser als Thienes-Halle, nach dem Initiator und Vorsitzendem des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Remscheid, eingeweiht und als Werkzeugmuseum benannt. Die Halle schloss sich an das Kontorgebäude an. Es wurden unter anderem der Lindenberg-Ofen, verschiedene Maschinen und Werkzeuge ausgestellt. Anlässlich der Eröffnungsrede am 26. Februar 1967 erzählte Erich Thienes von einem Gespräch beim Landschaftsverband, um Fördermittel einzutreiben: „Die Pläne waren überzeugend, und als ich Herrn Professor Dr. Dr. Stampfuß auf seine Frage hin die Summe nannte, die wir vom Landschaftsverband benötigten, kam ein kurzes Überlegen und dann die Antwort: ,Für solch ein Spezialmuseum geben wir immer, dafür sind wir da. Hier schaffen Sie etwas, was ganz in der Konzeption des Landschaftsverbandes liegt.‘“ Drei Jahre später bekam das Museum dann den Zusatz „Deutsches“ hinzu, da es bundesweit einmalig war – und es übrigens auch immer noch ist. So wurde das Deutsche Werkzeugmuseum geboren. Beteiligt daran waren viele, ließ Hermann Holschbach, stellvertretender BGV-Vorsitzender, mitteilen: „Neben der Stadt Remscheid, die es sich angelegen sein ließ, geschlossene Sammlungen für das Werkzeugmuseum zu erwerben, haben der Landschaftsverband Rheinland, die Remscheider Industrie, der Handel und das Handwerk sowie auch der einzelne Bürger an der Vervollständigung der Werkzeugsammlung geholfen und durch zahlreiche Spenden den Ausbau des Werkzeugmuseums ermöglicht.“ Nach Abschluss aller Bau- und Einrichtungsarbeiten beliefen sich die Gesamtkosten auf 118 602,21 DM, eine Summe, die aus den vielfältigen Spenden aus Stadt und Land, von zahlreichen Firmen und von heimatverbundenen Frauen und Männern zusammenkam.

1998: Ein Vierteljahrhundert später reichte der Platz aber schon wieder nicht mehr aus. Die Thienes-Halle wurde abgerissen und ein Neubau zwischen die historischen Gebäude, das Kontorgebäude und die Halle Berger, gebaut. Am 31. Oktober 1998 wurde das Museum mit komplett neuer Dauerausstellung, der beliebten großen Dampfmaschine sowie der Halle als Begegnungsstätte wiedereröffnet. Hieran war der 1987 gegründete Förderkreis Deutsches Werkzeugmuseum maßgeblich beteiligt.

2013: Das Haus Cleff wurde in diesem Jahr wegen baulicher Schäden geschlossen – und wird aktuell immer noch saniert. Nach der Fertigstellung werden auch dort wieder Ausstellungen zu sehen sein.

Die Museumsdirektoren: Folgende Museumleiter/-direktoren gab es in der Geschichte: Dr. Wilhelm Rees, Dr. Erich Lindemann, Wolfgang Friege, Dr. Urs Diederichs, Dr. Andreas Wallbrecht (aktuell).

Am Wochenende wird gefeiert

Aktionen: Am Geburtstagswochenende, Samstag und Sonntag, 26. und 27. Februar, laden die Stadt Remscheid und das Museumsteam zu einem kostenlosen Besuch des Deutschen Werkzeugmuseums in Hasten ein. Für jeden Besucher gibt es eine kleine Überraschung, sagt Dr. Andreas Wallbrecht. Zudem gibt es weitere interessante Angebot mit der Schnapszahl 55: Für alle, die 55 Jahre alt sind oder zwei Fünfen in ihrem Geburtsdatum vorweisen können, gibt es ein Geschenk. „Den 55. Besucher laden wir zudem zu einer unserer Veranstaltungen ein.“

Shop: Zudem habe man eine Auswahl an Artikel aus dem Shop zusammengestellt, die man deutlich günstiger und zu einem „55er-Preis“ anbieten.

Museum: Deutsches Werkzeugmuseum, Cleffstraße 2-6, Tel. 16 25 19, geöffnet: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

werkzeugmuseum.org

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