Tag des Handwerks

Werbekampagne: Handwerk gehört die Zukunft

Macht sich für Nachwuchs stark: Alexander Schmidt. Foto: Roland Keusch
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Macht sich für Nachwuchs stark: Alexander Schmidt.
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Alexander Schmidt startet mit der Handwerkskammer Projekt in Nelson-Mandela-Sekundarschule. Fliesenleger Kotthaus kommt zum Auftakt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Bislang haben sich nur zwei Schulen für den „Tag des Handwerks“ am 16. März angemeldet. Auch wenn es am Ende mehr sein werden, die sich an diesem Montag zwischen 9 und 14 Uhr im Berufskolleg Technik informieren, ist die bisherige Resonanz für den Lehrlingswart der Kfz-Innung, Alexander Schmidt enttäuschend. Der mittlerweile pensionierte Kfz-Meister kämpft seit langem für die Ausbildung im Handwerk.

Um zu werben, geht er in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft in Schulen. Ab 4. März (10.45 Uhr) läuft ein Projekt mit der Nelson-Mandela-Schule an. Jeden ersten Mittwoch im Monat wird Schmidt mit wechselnden Kollegen zweieinhalb Stunden vor Ort sein, um Interessierten Rede und Antwort zu stehen. Den Auftakt macht Kreislehrlingswart und Fliesenleger Lutz Kotthaus. Im April folgt Friseurmeisterin Aynur Tutkun. 

Wenn Schmidt Schulen besucht, hat er eine Rede im Gepäck. Sie beginnt mit Erinnerungen an seine Eltern, die sagten: „Mein Kind, lerne ein Handwerk, denn das Handwerk hat goldenen Boden.“ Heute sei es umgekehrt: „Generationen später wird Kindern eingeredet: Wenn du das Abi nicht schaffst, musst du Handwerker werden.“

Alexander Schmidt ärgert diese Abwertung kolossal: „Denn die Chancen im Handwerk erfolgreich zu sein, waren noch nie so groß wie heute.“ Als Kfz-Mechaniker aus Leidenschaft weiß er ein halbes Jahrhundert und mehrere Bildungsreformen später: „Ich würde meinem Kind heute sagen, wenn du es nicht schaffst, ein guter Handwerker zu werden, musst du eben das Abitur machen. Handwerker müssen mehr denn je Fähigkeiten im Kopf wie in den Händen haben. Wem nützt das schönste geplante Haus des Architekten, wenn es keiner bauen kann?“

Mitte 2019 waren in Deutschland 30 000 Lehrstellen unbesetzt

Die Anforderungen im Handwerk seien extrem gestiegen, deshalb kämen für Arbeitgeber nur Schüler mit sehr guten Zeugnissen in Frage. Der „Akademisierungswahn“, wie es die Handwerkskammern nennen, habe dem Mangel im Handwerk Vorschub geleistet. „Ende Juli 2019 waren in Deutschland 30 000 Lehrstellen unbesetzt“, sagt Schmidt. Zwei Drittel der Schulabgänger streben auf die Hochschulen, nur ein Drittel macht eine Ausbildung. „Früher war es umgekehrt“, blickt Schmidt zurück. Die Handwerksverbände schätzen, dass inzwischen um die 250 000 Handwerker fehlen.

Jeder, der in seinen vier Räumen einen Experten benötigt, weiß, was das bedeutet. Handwerker sind rar. „Heute muss man im Durchschnitt zehn Wochen auf einen Handwerker warten, auf einen Bauhandwerker sogar 14 Wochen“, sagt Schmidt. Daraus folgere: „Wer im Handwerk arbeitet, kann sich sicher sein, vorausgesetzt er ist arbeitsfähig, dass er nicht arbeitslos wird.“ Außerdem seien die Chancen, einen Betrieb zu übernehmen, größer denn je.

„Tag des Handwerks“, 16. März (9 bis 14 Uhr); Berufskolleg Technik, Neuenkamper Straße; das Handwerk präsentiert sich mit elf „lebenden Werkstätten“ vom Bau über Gebäudereiniger bis zu Tischlern.

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