Wenn das eigene Heim plötzlich weg ist

Die Bewohner des Hauses an der Büchelstraße kamen nach dem Feuer bei Freunden und Nachbarn unter, sonst springt die Wohnungsnothilfe der Stadt ein. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Die Bewohner des Hauses an der Büchelstraße kamen nach dem Feuer bei Freunden und Nachbarn unter, sonst springt die Wohnungsnothilfe der Stadt ein. Archivfoto: Tim Oelbermann

Wohnungsnothilfe steht Brandopfern, Obdachlosen und anderen Hilfsbedürftigen bei

Von Melissa Wienzek

Hasten/remscheid Die sieben Bewohner eines Fachwerkhauses an der Büchelstraße hatten am 24. Juni gleich doppelt Glück: Die meisten von ihnen überstanden den Dachstuhlbrand, dessen Qualmwolke bis zur Arturstraße zog, unverletzt – eine Person wurde mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Zweites Glück im Unglück: Die Mieter kamen allesamt bei Nachbarn oder Freunden unter. Denn ihre Wohnungen brannten an jenem Nachmittag aus. Die drei Etagen des Hastener Hauses waren nach dem Löscheinsatz der Feuerwehr unbewohnbar. Der Dachstuhl war nicht mehr zu retten und musste abgetragen werden. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 100 000 Euro. Die Beamten gehen von einem technischen Defekt aus.

In diesem Fall mussten die Bewohner keine weitere Hilfe in Anspruch nehmen. Aber wo kommen Opfer eines Brandschadens unter, die keine Nachbarn oder Familienangehörige haben, bei denen sie zeitweise wohnen können? In diesen Notfällen hilft die Wohnungsnothilfe der Stadt.

„Generell wird aber erst mal auf die Selbsthilfe gesetzt“, erklärt Martina Lajewski, Abteilungsleiterin Wohnungswesen im Fachdienst Soziales und Wohnen. Sprich auf Freunde, Bekannte oder Nachbarn. „Manchmal kann der Vermieter auch eine andere Wohnung anbieten. Vor allem bei Wohnungsgesellschaften gibt es oft Möglichkeiten.“ Privatleute nutzten häufig auch ein Hotel, einige Versicherungen träten dafür ein. Das hänge von der jeweiligen Police ab. „Aber wenn gar keine Lösung gibt, können sich die Betroffenen selbstverständlich an uns wenden“, erklärt Lajewski.

Die Stadt hält ein Kontingent von Wohnungen vor. Die Stadt hat rund 40 Wohnungen angemietet, in denen sie obdachlos gewordene Menschen unterbringen kann. „Die meisten sind stets belegt. Es gibt aber immer eine Handvoll, die wir frei haben.“

Für Obdachlose gibt es eine Unterkunft in der Schüttendelle

Die Gründe dafür, dass Remscheider wohnungslos werden, sind vielfältig: die Scheidung vom Ehepartner oder Tod des Partners, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Sucht. Aber auch Personen, denen eine Zwangsräumung ins Haus steht, können hier ein Dach bekommen – allerdings erst, wenn alle anderen Schlichtungsversuche gescheitert sind. Denn manches Problem ließe sich dann doch noch klären, bevor es zur tatsächlichen Räumung komme.

Obdachlose werden oft auch in der Obdachlosenunterkunft an der Schüttendelle untergebracht. Die Obdachlosen, die man in anderen Städten schlafend an Bahnhöfen sieht, hat Remscheid nicht. „Zum Glück“, sagt Lajewski. Die Stadt kümmere sich um diejenigen, die in Remscheid stranden, vielleicht auch nicht recht wissen, wohin die Reise geht, schon vor dem Hintergrund der öffentlichen Ordnung.

22 Plätze gibt es in der Schüttendelle plus 14 Notübernachtungsplätze. Derzeit sei die Unterkunft rar belegt, vermutlich wegen des schönen Wetters, sagt Lajewski. „In der kalten Jahreszeit ist hier natürlich mehr los.“ Kinder leben dort keine. Wohl gibt es aber einen Bereich nur für Frauen. Für sie hat die Stadt darüber hinaus Wohnungen angemietet. Manchmal leben hier drei Frauen, wie in einer WG.

Wer zahlt die Unterbringung? „Die Kommune tritt in Vorleistung, der Hilfebedürftige muss es am Ende aber selber zahlen“, erklärt Lajewski. Auch Obdachlose hätten unter Umständen Anspruch auf Leistungen vom Sozialamt.

Kontakt zur Wohnungsnotfallhilfe: Fachdienst Soziales und Wohnen Haddenbacher Straße 38-42 (2. OG), Tel. 16 28 94 oder 16 28 57.

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