Wenn die Grenzen zwischen Tanz und Animation verschwimmen

Klavier, Ballett und Animation bilden eine Symbiose: „The Nutcracker and I“ im Teo Otto Theater. Foto: Michael Schütz
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Klavier, Ballett und Animation bilden eine Symbiose: „The Nutcracker and I“ im Teo Otto Theater.

„The Nutcracker an I“ im Teo Otto Theater – Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus und Bravo-Rufen

Von Sabine Naber

Alt-Remscheid Eines vornweg: „The Nutcracker and I“, der völlig neu erzählte Ballett-Klassiker von Tschaikowsky, der 2017 in London Weltpremiere feierte, hätte am Samstagabend deutlich mehr Gäste im Teo Otto Theater verdient gehabt.

Die Live-Performance für Klavier, Ballerina und digitale Animation entführte das Publikum rund 50 Minuten lang in eine so fantastische märchenhafte Welt, dass sich das überwiegend junge Publikum am Ende mit Bravo-Rufen und ganz viel Applaus bei den Künstlern bedankte.

Auf der Bühne sitzt Alexandra Dariescu am Piano, auf der Leinwand hinter ihr wirbeln die Schneeflocken am nachtblauen Himmel, die ersten Klänge der virtuosen Klavierarrangements erklingen. Dann erscheint ein animiertes, kleines Mädchen, das sich ans echte Klavier setzt und zu spielen beginnt. Feenstaub wirbelt auf, am Klavier sitzt wieder Alexandra Dariescu, das Mädchen Klara, das davon träumt, einmal Konzertpianistin zu werden.

Eine Hausfassade mit zwei Fenstern, durch die warmes Licht scheint, ist anschließend zu sehen, davor erscheint ein imposanter Weihnachtsbaum, der sich selbst schmückt. Lichterketten wickeln sich um ihn, rote Kugeln kuscheln sich auf die Äste, ein goldener Stern schwebt auf die Spitze. Geschenke fliegen herbei, die Familie trifft sich unter dem Baum, ein roter Nussknacker wird ausgepackt.

Die Möglichkeiten der Animationen werden hier so gekonnt genutzt, dass es scheint, als würde die magische Geschichte zum Leben erweckt. Die Ballerina tanzt in einer märchenhaften Choreographie hinter einer durchsichtigen Gaze, während digitale Animationen darauf projiziert werden. Die Scheinwerfer strahlen die Tänzerin an, alle anderen Figuren tanzen in durchsichtigen Nebelschwaden. Sie scheinen mit Schals und Bändern zu kämpfen, die wie Irrlichter wirken.

Dann legt sich die Ballerina bäuchlings auf den Boden, stützt den Kopf auf die Hände, schaut sich interessiert den Tanz der Nussknacker an, bevor die sich auflösen und von der Bühne im Nichts zu entschwinden scheinen. Szenenapplaus für diese traumhaft schöne Inszenierung, das grandiose Klavierspiel und die wunderbare Musik.

Getanzt wurde auch vor dem Hintergrund eines gewölbten, dunklen Korridors, auf der Brücke vor dem Zauberpalast, dem Reich der Zuckerfee, schwebten bunte Lollis und Konfekt über die Bühne, der Nussknacker entführt die Ballerina auf einem Fahrrad. Und auch die Schlacht der Mäuse und Soldaten erlebten die Zuschauer.

Die traditionelle Erzählung, in der der Nussknacker am Ende zum Prinzen wird, ist in Alexandra Dariescus Ballett mit Livemusik deutlich gekürzt worden, hat aber dadurch nichts von ihrem Zauber verloren. Das wurde einmal mehr in der letzten Szene deutlich, als eine animierte Tänzerin mit großen, weißen Flügeln sich erst elegant zur Musik bewegte, sich dann über das Klavier hinweg in Nichts aufzulösen schien, bevor vier bunt gekleidete Tänzer ins Bild kamen. Pianistin und Ballerina bekamen eine Rose überreicht.

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