Gesundheit

Gastroenterologe Dr. Eric Jörgensen gibt Tipps bei Sodbrennen

Der Remscheider Gastroenterologe Dr. Eric Jörgensen behandelt häufig Patienten, die an Reflux, im Volksmund „Sodbrennen“ genannt, leiden. Er gibt Tipps, wie der Erkrankung vorgebeugt werden kann. Archivfoto: Herbert Draheim
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Der Remscheider Gastroenterologe Dr. Eric Jörgensen behandelt häufig Patienten, die an Reflux, im Volksmund „Sodbrennen“ genannt, leiden. Er gibt Tipps, wie der Erkrankung vorgebeugt werden kann.

Fast jeder hat es wohl schon mal erlebt. Nach einem üppigen Essen oder einer durchzechten Nacht brennt es unangenehm hinter dem Brustbein.

Von Anja Carolina Siebel

Manchmal gelangt auch Mageninhalt wieder zurück in die Speiseröhre. Mediziner nennen das Reflux; im Volksmund wird es „Sodbrennen“ genannt. Manche trifft es nur gelegentlich, andere haben regelmäßig damit zu tun.

Der Remscheider Gastroenterologe Dr. Eric Jörgensen behandelt diese Patienten häufig. „Sicher ist es sinnvoll, nachzuschauen, wie Speiseröhre und Magen sich in der Magenspiegelung zeigen“, sagt der Mediziner. Durch eine Magenspiegelung können die Ursachen des Reflux ermittelt und somit auch Folgeerkrankungen ausgeschlossen werden. Aber Jörgensen weiß auch, dass gerade bei der Refluxerkrankung der Patient selbst einiges tun kann. „Mit Ernährung und Sport beispielsweise“, betont er.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Refluxerkrankung?

Oft klagen die Patienten über Saures Aufstoßen, Brennen hinter dem Brustbein oder einen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. „Manchmal zeigen sich aber auch ganz atypische Symptome, die die Betroffenen nicht gleich mit dem Reflux in Verbindung bringen“, sagt der Mediziner. Das könnten beispielsweise Husten oder leichtes Asthma, Heiserkeit oder eine hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündung sein.

Was unternimmt der Mediziner?

Oft bekommen die Patienten säurereduzierende Medikamente, sogenannte Säure-Blocker, die sie in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Wochen einnehmen. Tritt keine Besserung ein oder besteht der Verdacht auf eine organische Erkrankung, empfehlen Gastroenterologen eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre und des Magens, um organische Erkrankungen, wie beispielsweise Entzündungen oder auch Tumore auszuschließen oder zu diagnostizieren.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine solche Erkrankung?

Häufig ist einfach nur die Lebensweise Ursache, manchmal besteht aber auch ein Zwerchfellbruch, der eine zu große Öffnung zwischen Magen und Speiseröhre entstehen lässt. Im schlimmsten Fall könne sich Speiseröhrenkrebs entwickeln – oder als Vorstufe davon ein sogenannter Barett-Oesophagus. „Durch ständigen Reflux entzündet sich die Speiseröhre, was auf Dauer zu einer Veränderung der Schleimhaut führt. Das entsteht nicht plötzlich und ist auch vergleichsweise selten“, sagt Dr. Eric Jörgensen.

Was kann dauerhaft helfen?

„Bei einem Zwerchfellbruch kann ein operativer Eingriff angezeigt sein“, erklärt der Mediziner. Vielen Betroffenen würde aber auch schon eine Umstellung der Lebensweise helfen. Dazu gehören mehr Bewegung und eine ausgewogenere Ernährung. Eine dauerhafte Medikamentengabe hält der Mediziner nicht für sinnvoll, unter anderem deshalb, weil die Säureblocker, wie die meisten Medikamente, Nebenwirkungen haben können.

Ersetzt eine gesündere Lebensweise den Gang zum Arzt?

„Zunächst sollte der Mediziner einen Blick auf das Beschwerdebild haben“, betont Jörgensen. Wurden Magen und Speiseröhre gespiegelt, müsse das nicht regelmäßig wieder geschehen. Um eine Ernährungsumstellung erfolgreich hinzubekommen, empfehle es sich, mit erfahrenen Ernährungsberatern Kontakt aufzunehmen. Auch eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht könne vieles gegen die Refluxerkrankung bewirken. Nachts sollten Betroffene möglichst ihren Oberkörper hoch lagern. Auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, Stressvermeidung und Entspannungstechniken wie Yoga könnten helfen.

Hintergrund

Der Begriff Reflux bezeichnet den Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre. Eine Refluxkrankheit liegt vor, wenn deshalb entweder Beschwerden auftreten oder die Schleimhaut der Speiseröhre sich verändert. Der Fachbegriff für die Speiseröhre ist Ösophagus. Entzündet sich die Schleimhaut des Ösophagus aufgrund der Reizung durch die aggressive Magensäure, sprechen Mediziner von einer Refluxösophagitis. Reflux-Beschwerden gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Problemen.

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