Pandemie

Corona: Wenig los in den Remscheider Bussen

Das neue Infektionsschutzgesetz bringt auch für den Öffentlichen Personennahverkehr Änderungen mit sich. 
+
Das neue Infektionsschutzgesetz bringt auch für den Öffentlichen Personennahverkehr Änderungen mit sich. 

Auch der ÖPNV leidet unter der Corona-Krise.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Das neue Infektionsschutzgesetz bringt auch für den Öffentlichen Personennahverkehr Änderungen mit sich. Zukünftig wird die Maskenpflicht in Bus und Bahn verstärkt, dann sind nur noch FFP2-Masken erlaubt. Zudem gilt ab einer Inzidenz von 100 die Empfehlung, die Zahl der Fahrgäste auf 50 Prozent der Fahrzeug-Kapazität zu reduzieren.

Das wird in Remscheid aber vermutlich nicht nötig sein, sagt Armin Freund, Leiter des Verkehrsmanagements bei den Stadtwerken. Denn obwohl die Fahrgastzahlen – nicht zuletzt durch Schulschließung und Homeoffice – deutlich gesunkenen seien, habe man ÖPNV-Angebot nahezu unverändert aufrecht erhalten. „Wir haben ja nur den Nach-Express reduziert, bis dahin haben wir den ganz normalen Verkehr.“ Das entzerre das Aufkommen.

Selbst in der Zeit vor dem Schulbeginn um 8 Uhr, sonst die Rush Hour im Busverkehr sei „relativ wenig los“, seit nur noch die Abschlussklassen im Präsenzunterricht seien, sagt Freund. Als letzte Stoßzeiten blieben die Zeiten zwischen 5 und 6 Uhr und noch einmal spät abends, die klassischen Schichtwechsel in der Industrie. „Da ist noch vernünftig etwas los.“ Doch gerade den Mitarbeitern im produzierenden Gewerbe, die gar keine Chance hätten, ins Home-Office zu wechseln, müsse man ja zuverlässig zur Arbeit und zurückbringen.

Hinzu komme, dass sich die meisten Remscheider auch im Bus an die geltenden Hygieneregeln hielten: „Die Fahrgäste sind aus unserer Sicht sehr diszipliniert.“ Der Busfahrer kontrolliere zum Beispiel beim Einstieg, ob alle Passagiere eine Maske trügen, und man reagiere auch auf Hinweise der Fahrgäste. Im Zweifel rufe man den Kommunalen Ordnungsdienst zu Hilfe, mit dem man „gut und produktiv“ zusammenarbeite, so Freund: „Aber ich habe bisher noch keinen gesehen, der im Bus keine Maske trägt.“

Betriebswirtschaftlich sei es schwierig, den Fahrplan trotz weniger Fahrgäste beizubehalten, gibt Freund zu: „Als privater Unternehmer würde man das anpassen.“ Doch gerade, um entzerrend zu wirken, habe man sich dagegen entschieden. Die Lücke, die das im Vorjahr in die Kasse gerissen habe, sei durch den ÖPNV-Rettungsschirm geschlossen worden, so der Chef des Verkehrsmanagements. „Für dieses Jahr laufen die Gespräche im Moment.“

„Die Fahrgäste sind aus unserer Sicht sehr diszipliniert.“

Armin Freund, Stadtwerke

Doch Corona könnte auch langfristige Folgen für den Busverkehr haben. So berichten die Berliner Verkehrsbetriebe zum Beispiel von 15 Prozent mehr Abo-Kündigungen. Arbeiten die Menschen zu Hause, brauchen sie kein Monatsticket. Auch in Remscheid habe es Kündigungen gegeben, bestätigt Freund. Aber in einem geringeren Umfang. Wohl auch wegen der angebotenen Abo-Pause: „Uns ist lieber, das Abo pausiert, wenn es nicht gebraucht wird, bevor wir den Kunden ganz verlieren.“

Um sich auf die Veränderungen in der Arbeitswelt einzustellen, gebe es beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, dem die Remscheider Stadtwerke angehören, Ideen für neue Abo-Konzepte, zum Beispiel für Arbeitnehmer, die nur ein oder zwei Tage pro Woche ins Büro fahren. „Bei der Rheinbahn in Düsseldorf läuft gerade ein Pilot.“ Bewähre sich das Konzept, werde es bald auch in Remscheid angeboten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Motorradfahrer wird bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Sparkasse Remscheid legt Geldautomaten still
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht
Führerscheine aus Papier werden schrittweise umgetauscht

Kommentare