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Neue Gewerbeflächen in Remscheid: So sieht die Zukunft aus

Über 11 000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, rund die Hälfte davon ist vermutlich bebaubar.
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Über 11 000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, rund die Hälfte davon ist vermutlich bebaubar.

Die Entwicklung einer Fläche an der Lenneper Straße geht voran. Darüber kann sich die Remscheider Wirtschaft freuen. Aber was kommt danach?

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Remscheider Wirtschaft kann sich auf ein paar Tausend Quadratmeter zusätzliche Gewerbefläche freuen, vielleicht schon im kommenden Jahr. Wie Ingo Lückgen von der Wirtschaftsförderung im Bauausschuss berichtete, steht die Entwicklung einer Fläche an der Lenneper Straße kurz vor dem Abschluss. Bei dem Bericht wurde aber auch klar: Danach sind auf absehbare Zeit keine weiteren Gewerbeflächen zu erwarten.

Lückgen beantworte in dem Ausschuss mehrere Anfragen aus der Politik zur Entwicklung von Gewerbegebieten und zu Möglichkeiten des Flächenrecyclings. Viel zu bieten hatte er dabei allerdings nicht. Potenziale, durch Abriss und Aufbereitung städtische Flächen zu recyceln, gebe es derzeit gar keine, sagte er. Stattdessen konzentriere sich die Wirtschaftsförderung vor allem darauf, bei der Vermittlung privater Immobilien zu helfen: „Das ist nicht der große Wurf, sondern das, was uns am Leben hält.“ Denn die Nachfrage sei weiter hoch.

Daneben arbeite man an den beiden geplanten Gewerbegebieten Erdbeerfelder an der Borner Straße und Gleisdreieck in Bergisch Born. Dort in notwendige Gutachten und Planung zu investieren, ergebe aber nur Sinn, wenn sich alle Grundstücke im Besitz der Stadt befänden. Und genau daran hakt es.

Sehr zum Unmut der Politik. „Da müssen wir mal ein bisschen in die Hufe kommen“, sagte Jürgen Kucharczyk (SPD) – und fragte, warum so etwas in Remscheid länger dauert als in der Nachbarschaft. Und sein Parteifreund York Edelhoff stellte fest, die Planungen sähen aus, als ob man ganz am Anfang stehe – und nicht, als ob man schon seit Jahren darüber rede.

„Ich kann Ihnen versichern, mir kann es auch nicht schnell genug gehen“, betonte Wirtschaftsförderer Lückgen. Deswegen stehe man mit den Eigentümern der Grundstücke „stetig und ständig“ im Kontakt. Doch der Ankauf von Grundstücken brauche seine Zeit, erklärte Bau- und Wirtschaftsdezernent Peter Heinze: „Das ist ein zähes, aber auch sensibles Geschäft.“ Die Bereitschaft, sich von Grund und Boden zu trennen, sei in den zurückliegenden Jahren gesunken.

So bleibt das Grundstück an der Lenneper Straße einer der wenigen Lichtblicke. Auch und vor allem, weil es sich komplett im Besitz der Stadt befindet. Aktuell fehle noch ein Gutachten, berichtete Ingo Lückgen dem Ausschuss. Liege das vor, könne man an der Stelle verbindliches Baurecht schaffen. Und dann in die Vermarktung einsteigen.

Die Fläche gegenüber der Autowerkstatt ATU sei rund 11 500 Quadratmeter groß, etwa die Hälfte davon sei bebaubar, so Lückgen. Ein Grundstück dieser Größe werde man wohl an einen einzigen Nutzer verkaufen. „Das kann ich mir nicht anderes vorstellen.“ Die anderen Firmen, die Flächen zur Entwicklung suchen, werden sich also weiter gedulden müssen. 

Standpunkt von Sven Schlickowey: Zum Wohl der Stadt

sven.schlickowey@rga.de

Die Gewerbegebiete Erdbeerfelder und Gleisdreieck sollen kommen, das wurde längst demokratisch entschieden. Doch es hapert, neben planungsrechtlichen Details, am Ankauf der Grundstücke. Dass es nicht immer einfach ist, Grund und Boden abzugeben, gerade in der aktuellen Situation, ist verständlich. Und natürlich hat jeder Eigentümer das Recht, für sich das Optimum herauszuholen.

Doch auch an dieser Stelle sei einmal mehr an Artikel 14 Grundgesetz erinnert: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Remscheid, nicht die Verwaltung, sondern die Stadtgemeinschaft, braucht diese Flächen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das darf nicht daran scheitern, dass sich zwei Verhandlungsparteien auch nach Jahren noch nicht einige werden. Und schon gar nicht an ein paar Euro mehr oder weniger je Quadratmeter.

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