Weltzirkustag

Artisten kommen per Internet-Stream ins Haus

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Mi.) warb am Donnerstag zusammen mit der Familie Casselly für die Aktion zum Weltzirkustag.
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Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Mi.) warb am Donnerstag zusammen mit der Familie Casselly für die Aktion zum Weltzirkustag.

Aktion zum Weltzirkustag am 17. April: Home Circus.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Wenn am 17. April der Weltzirkustag gefeiert wird, dann in diesem Jahr coronabedingt ohne öffentliche Shows. Doch der auch in Remscheid sehr bekannte Circus Jonny Casselly möchte seine Fans in der Pandemie nicht unversorgt lassen und hat zusammen mit dem Circus Rondel das Projekt Home Circus ins Leben gerufen.

An zwei Terminen zeigt ein fast zweistündiger Internet-Stream nicht nur Nummern aus dem aktuellen Programm der Cassellys, sondern gewährt auch Blicke hinter die Kulissen. Am Donnerstag stellte die Zirkusfamilie das Projekt zusammen mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf dem Rathausplatz vor. Trotz des Winter-Comebacks stilecht im Show-Outfit.

„Einige haben uns geschrieben, dass sie Pippi in den Augen hatten.“

Maria Casselly über die Reaktionen auf die Premiere vom Home Circus

„Irgendwelche Zirkusnummern gibt es ja auch bei Youtube“, sagt Antonio Casselly. Deswegen habe man sich dazu entschieden, den Zuschauern mehr zu bieten. Und so habe das Kamerateam neben Stücken aus dem Programm, die im extra dafür aufgebauten Zelt aufgenommen wurden, auch Szenen aus dem Alltag der Familie während der Corona-Zeit gefilmt. „Man sieht uns beim Training, bei den Besuchen in der Schule und auch beim Schneidern der Kostüme.“ Zudem gebe es ein „sehr emotionales Finale“, verspricht Clown Antonio. „So viel kann ich jetzt schon mal verraten.“

Für den Zirkus ist der Stream eine Möglichkeit, Kontakt zu seinen Fans zu halten. Und fast die einzige Möglichkeit, derzeit Einnahmen für den Erhalt des Familienbetriebs zu erzielen. „An Aufführungen und andere Aktionen ist im Moment ja nicht einmal zu denken“, sagt Antonio Casselly. Das ganze Unternehmen sei in seinem Winterlager am Bahnhof Mirke in Wuppertal zur nahezu völligen Untätigkeit verdammt. Deswegen habe man Home Circus entwickelt.

Die Reaktionen bei der Premiere am Ostersonntag seien ausgesprochen gut gewesen, berichtet Maria Casselly: „Wir haben Mails über Mails bekommen.“ Die Zuschauer seien restlos begeistert gewesen. „Einige haben uns geschrieben, dass sie Pippi in den Augen hatten.“ Schon seit 2003 sind die Cassellys mit ihrem Kinderzirkus regelmäßig in den Ferien in Remscheid zu Gast – und haben sich damit eine große Fan-Schar im Bergischen erarbeitet.

Dazu gehört bekennenderweise auch der Oberbürgermeister, der seit den frühen 1990er Jahren, damals war er für das Jugendamt in Wuppertal tätig, mit dem Circus Jonny Casselly zusammenarbeitet. Und ihn nach seinem Wechsel nach Remscheid quasi mitbrachte. „Wir sagen doch immer alle, wie wichtig es ist, Künstler in der Pandemie zu unterstützen“, sagt Burkhard Mast-Weisz. Nun gebe es die Möglichkeit dazu. „Jetzt können die Menschen dieser Stadt dem Circus etwas zurückgeben.“

Tickets für Home Circus kosten 7,95 Euro und können über die Internetseite der beiden Zirkusse gekauft werden. „Bezahlt werden kann per Paypal, dafür bekommt man einen neunstelligen Code“, erklärt Antonio Casselly. Mit diesem Code sei es dann möglich, sich für die Internet-Show einzuloggen, wiederum auf den Homepages. Zwei Vorführungen wird es noch geben, einmal am kommenden Sonntag, 11. April, um 16 Uhr, und natürlich am Weltzirkustag, am Samstag, 17. April, dann um 18 Uhr.

Hintergrund

Der Circus Jonny Casselly ist ein reiner Familienbetrieb ohne Angestellte. Maria und Jonny Casselly haben drei Söhne, vier Töchter und neun Enkel. Sie und die meisten angeheirateten Familienmitglieder sind vor und hinter den Kulissen im Zirkus aktiv. Ursprünglich stammt die Familie aus Sachsen-Anhalt, sie pflegt aber seit vielen Jahrzehnten einen Kontakt ins Bergische, vor allem nach Remscheid und nach Wuppertal.

www.casselly.de

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