Müngstener Brücke

Stadträte geben Startschuss für Weltkulturerbe-Bewerbung

Schön ist die Müngstener Brücke allemal – doch ist sie auch welterbeverdächtig? Archivfoto: Christian Beier
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Schön ist die Müngstener Brücke allemal – doch ist sie auch welterbeverdächtig?
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In der kommenden Woche soll die Politik den Bewerbungsprozess für die Müngstener Brücke offiziell auf den Weg bringen.

Von Tristan Krämer

Im Prozess der Bewerbung der Müngstener Brücke als Unesco-Weltkulturerbe wird es ernst. In der kommenden Woche sollen die Räte der beiden bergischen Städte Solingen und Remscheid den politischen Startschuss geben, um den Bewerbungsprozess auf den Weg zu bringen. Der RGA erklärt, was bislang passiert ist und welche Hürden es noch zu bewältigen gilt.

Was soll beschlossen werden?

Praktisch zeitgleich tagen am Donnerstag, 27. September, die Stadträte von Remscheid und Solingen. Hier soll beschlossen werden, dass die Kommunen gemeinsam mit Wuppertal, der DB Netz AG, der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) sowie den Kommunen und Eigentümern von fünf Brücken aus Portugal, Frankreich und Italien ein Nominierungsdossier und Managementpläne erarbeiten. Ziel ist ein sogenanntes serielles, transnationales Welterbe. Die Federführung des Gesamtprozesses soll die Stadt Solingen übernehmen, um das touristische Konzept soll sich laut Vorlage die BSW kümmern.

Wieso wird die Müngstener Brücke mit anderen Brücken ins Rennen geschickt?

2011 scheiterte ein erster Versuch, Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke auf die Unesco-Weltkulturerbeliste zu bringen. Damals erteilte die Jury beim Interessenbekundungsverfahren des Landes NRW dem Vorhaben eine Absage. „Gleichzeitig bescheinigte sie der Bewerbung aber eine hohe Qualität und riet dazu, eine serielle, transnationale Welterbebewerbung auf den Weg zu bringen“, erläutert Carsten Zimmermann, Projektmanager für das Kulturerbe im Büro von Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD).

Daraufhin wurden vier vergleichbare Brückenbögen – zwei in Portugal und jeweils eine in Frankreich und Norditalien – identifiziert. Mittlerweile ist mit dem Viaduc du Viaur in Frankreich ein sechstes Bauwerk hinzugekommen.

Für die gemeinsame Bewerbung unter dem Titel „Europäische Großbogenbrücken des 19. Jahrhunderts“ gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werden nur wenige Vorschläge in die Unesco-Liste aufgenommen, so dass eine Bewerbung „im Paket“ aussichtsreicher ist. Zum anderen besteht bei den Brücken aber auch inhaltlich ein gemeinsamer Hintergrund. „Die Brückenbauer des 19. Jahrhunderts haben voneinander gelernt“, beschreibt Zimmermann den Zusammenhang der europäischen Brückenschwestern.

Was ist bislang passiert?

Auf zwei Kongressen – 2017 unter der Müngstener Brücke und in diesem Jahr in Porto (Portugal) – wurden Kontakte zwischen den beteiligten Kommunen und Eigentümern geknüpft, zudem wurde eine Arbeitsstruktur aufgebaut.

Wie geht es weiter?

Bei einem Expertentreffen im Januar 2019 in Solingen, an dem auch die Welterbebeauftragten beteiligt sein werden, soll ein gemeinsamer Rahmen für die Bewerbungsunterlagen abgesteckt werden. Im Frühjahr 2019 soll dann bei einem Kongress in Italien eine gemeinsame Absichtserklärung aller Beteiligten unterzeichnet werden. Außerdem wird es darum gehen, wie viel die Bewerbung kosten wird und wie sie finanziert werden kann.

Ab 2020 geht es um die inhaltliche Formulierung von Nominierungsdossier und Managementplan – und schließlich um den Antrag, in die Vorschlagsliste als Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen zu werden.

DER WEG IST DAS ZIEL

ABSAGE Zwar bescheinigen Experten der Bewerbung hohe Chancen. Doch auch bei einem Scheitern sei die Mühe nicht umsonst gewesen, findet Remscheids Dezernent für Stadtentwicklung Peter Heinze: „Aus der Kooperation auf internationaler Ebene lernen alle Beteiligten. Selbst wenn wir scheitern, sind daraus enge Verbindungen entstanden.“

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