Weiterer Verlust für die SPD: Bernd Kuznik wirft hin

Nach drei Jahren ist Schluss: Dr. Bernd Kuznik und seine Frau Iris verlassen die SPD. Foto: A. Weber
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Nach drei Jahren ist Schluss: Dr. Bernd Kuznik und seine Frau Iris verlassen die SPD. Foto: A. Weber

Vorsitzender der AG 60 plus hatte mit Ratsmandat geliebäugelt – eine „Schachfigur“ wollte er nicht sein

Von Andreas Weber

Nach den Leitzbachs nun Dr. Bernd Kuznik. Die SPD verliert einen weiteren engagierten Mitstreiter. Der 66-Jährige erklärte vergangenen Sonntag seinen Austritt aus der Partei. Der pensionierte Diplom-Physiker, der sich in den vergangenen drei Jahren intensiv in der SPD AG 60 plus eingebracht hatte, will sich nicht mehr verbiegen und – wie es Volker und Gabi Leitzbach gegenüber dem RGA formuliert haben – „keine Schachfigur sein, die man aus taktischen Gründen verschiebt“. Bernd Kuznik hatte mit einem Ratsmandat am 13. September geliebäugelt. Dieses wäre ihm auf Platz 36 der Reserveliste seiner Partei verwehrt geblieben. Auch in der BV Alt-Remscheid hätte er auf Platz 10 keine Chance gehabt. Im Ortsverein fehlte ihm hauchdünn die Mehrheit als SPD-Bewerber für den Wahlbezirk Remscheid-Zentrum ins Rennen zu gehen. In einer Kampfabstimmung unterlag er nach 17:17 im zweiten Gang mit 16:18 gegen York Edelhoff.

Kuznik war angetreten, verkrustete Strukturen aufzubrechen, in der Partei wie der Innenstadt-Politik, wo ihm vor allem Stadtkernsanierung und Sicherheit am Herzen lagen. Und, für so manchen ein wichtiger Nebenaspekt: das Aufstellen von öffentlichen Toiletten.

Die parteiinternen Reaktionen bestätigten ihm nach seinem Austritt, dass er in den drei Jahren gute Arbeit geleistet hat. Nach der SPD-Vollversammlung am 27. Juni, bei der Bernd Kuznik noch ans Rednerpult getreten war, entschied er am Morgen danach mit Ehefrau Iris, die SPD zu verlassen. „Ich empfand mich am falschen Ort“, urteilt er desillusioniert.

Aus seinem Berufsleben kannte er, dass Engagement mit Aufstieg belohnt wird. „Dass nur der Ortsverein der Schlüssel zum Erfolg ist, habe ich zu spät erkannt. Dazu hätte ich im Ortsverein intensiver für meine Ziele werben müssen“, heißt es in seiner schriftlichen Austrittserklärung.

Das späte Angebot, durch einen Ortsverein-Wechsel parteiintern in eine bessere Position zu kommen, lehnte er ab. „Wir leben in der Alleestraße, dort wollen wir uns einbringen.“ Das Ehepaar Kuznik verspricht, politisch am Ball zu bleiben. Er erwägt, sich als unabhängiger Kandidat für die Kommunalwahl zu bewerben. Dafür bräuchte er 78 Unterstützerunterschriften (je drei in den 26 Wahlbezirken). „Die würde ich locker zusammenbekommen.“ Nicht ausschließen will Kuznik, mittelfristig Gespräche mit anderen Parteien zu führen.

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