Schülerverkehr

Weitere Busse sollen Situation entspannen

Immer wieder kam es zu überfüllten Bussen.
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Immer wieder kam es zu überfüllten Bussen.

Zeitversetzter Unterrichtsbeginn bleibt eine Option.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Zehn neue Hybridbusse der Remscheider Verkehrsbetriebe sind ab Ende November in der Stadt unterwegs. Verspricht die Drei-Millionen-Euro-Investition Entspannung für den Schülerverkehr in Corona-Zeiten? Diese Hoffnung muss Armin Freund dämpfen. „Die modernen Fahrzeuge sind Ersatzbeschaffungen für ältere Modelle“, sagt der Stadtwerke-Prokurist. Besserung für den Weg zur Schule ist dennoch in Sicht. Die Stadt hat sich um Förderung für zusätzliche Buskapazitäten bemüht. Fünf weitere Fahrzeuge kommen während der Stoßzeiten zum Einsatz.

Bereits im Sommer hatte die NRW-Landesregierung Mittel zur Verfügung gestellt. Jüngst wurde das Programm bis zum Ende des Jahres verlängert. Die Kommunen können Geld abrufen, um private Busunternehmen zu engagieren. Deren Fahrzeuge und Fahrer sollen dafür sorgen, dass die Schüler sich besser verteilen und es in den Bussen weniger eng zugeht.

„Wir haben mit den Stadtwerken frühzeitig geschaut, ob wir Busse kriegen können“, betont Schulamtsleiter Arndt Liesenfeld. Unternehmen mit passenden Fahrzeugen und Kapazitäten zu finden, sei aber nicht einfach gewesen. Zudem verwiesen die Stadtwerke immer wieder darauf, dass die eigenen Kapazitäten im Grunde ausreichend seien. Das legten Zählungen nah, bestätigt Armin Freund. Die seien grundsätzlich auch korrekt. Aber: „Leider verteilen sich die Fahrgäste nicht richtig.“

Dadurch komme es immer wieder zu überfüllten Bussen, während Fahrten etwas früher oder später deutlich weniger stark frequentiert seien. Genau diese Spitzen sollen die Entlastungsfahrzeuge abdecken.

Zunächst bis zum Ende des Jahres ist die Förderung angesetzt. Wird das Programm verlängert, wolle man sich dafür einsetzen, dass die zusätzlichen Fahrzeuge Remscheid erhalten bleiben, erklärt Arndt Liesenfeld.

„Leider verteilen sich die Fahrgäste nicht richtig.“
Armin Freund, Stadtwerke-Prokurist

„Wenn es an einigen Schulen trotz der erweiterten Buskapazitäten weiterhin Probleme gibt, müssen wir uns andere Lösungen überlegen“, kündigt der Schulamtsleiter an. Eine Möglichkeit wäre ein versetzter Unterrichtsbeginn, wie er bereits in anderen Städten zu finden ist. Auch diese Maßnahme könne die Anreise zur Schule entzerren, ist aber mit erheblichem Aufwand verbunden. Denn zum einen müssen sich die Schulen neu organisieren. Zum anderen müssten sich die Stadtwerke auf die veränderten Anfangszeiten einstellen. In diesem Jahr rechnet Liesenfeld deshalb nicht mehr mit versetztem Unterrichtsbeginn in Remscheid.

Am Dienstag meldete die Stadt zwei neue Corona-Fälle an hiesigen Kindertagesstätten oder Schulen. In Quarantäne müssen eine Gruppe der katholischen Kita St. Suitbertus in der Innenstadt sowie Schüler einer fünften Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums an der Elberfelder Straße.

Seit rund zwei Wochen gelten mit Blick auf die Quarantänemaßnahmen neue Regeln: Bei einem infizierten Mitschüler ist seitdem nicht mehr die ganze Klasse betroffen. Stattdessen kontrolliert das Gesundheitsamt wie bei der normalen Kontaktpersonennachverfolgung: War der Sicherheitsabstand gegeben? Wurde eine Mund-Nase-Maske getragen? Wurde ausreichend gelüftet? Wie groß ist der Klassenraum? Das Konzept geht Arndt Liesenfeld zufolge bislang auf. Zwar gebe es nach so kurzer Zeit noch keine abschließenden Erkenntnisse. Aber: „Es fällt schon auf, dass nach Positivfällen deutlich weniger Schüler in Quarantäne müssen.“ Anders stelle sich die Situation an den Grundschulen dar: Weil die Kinder dort während des Unterrichts keine Maske tragen müssen, ist die Zahl der Quarantänefälle höher.

Maskenmuffel

Maskenmuffel sind in Remscheider Bussen beinahe kein Thema, berichtet Armin Freund. Höchstens an den Haltestellen, wo auch Maskenpflicht herrscht, treffen Stadtwerke und Polizei hin und wieder auf Unwissende. Zusätzliche Hinweisschilder an 50 Haltestellen sollen dem vorbeugen.

Standpunkt: Es wird ein langer Winter

Von Manuel Böhnke

manuel.boehnke@rga.de

Dass sich Schüler zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg machen sollen, um volle Schulbusse möglichst zu vermeiden, mag im Sommer ein berechtigter Hinweis gewesen sein. In der kalten Jahreszeit ist das anders. Sich nach dem Hinweg nass und durchgefroren in einen Klassenraum zu setzen, der regelmäßig gelüftet werden muss, kann niemand von den Kindern verlangen. Deshalb ist es gut, dass den Stadtwerken nun mehr Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um den Schülerverkehr zu den Stoßzeiten wenigstens etwas zu entlasten. Ob die zusätzlichen Busse aber ausreichen, ist zweifelhaft. An Ansätzen wie dem versetzten Unterrichtsbeginn scheint fast kein Weg vorbeizuführen. Vor allem nimmt aber die Digitalisierung eine Schlüsselposition ein. Präsenzunterricht ist zwar wichtig, um Kinder und ihre Familien zu entlasten. Doch nur wenn die nötige technische Ausstattung und entsprechende Konzepte vorhanden sind, kann schulische Bildung auch sichergestellt werden, wenn sich das Pandemiegeschehen weiter zuspitzt. Es wird ein langer, arbeitsreicher Winter für die Remscheider Schulen.

Die Remscheider Stadtwerke können für zwei Wochen einen vollelektrisch angetriebenen eCitaro-Bus des Herstellers Mercedes-Benz ausprobieren.

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