Gespielt werden viele Klassiker

Weihnachten ist für Musiker die intensivste Zeit im Jahr

Peter Bonzelet muss in der Kirche St. Bonaventura im Moment wegen Bauarbeiten ohne Orgel auskommen.
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Peter Bonzelet muss in der Kirche St. Bonaventura im Moment wegen Bauarbeiten ohne Orgel auskommen.

Krankheit macht vielen Kirchenchören zu schaffen.

Von Peter Klohs

Die Kirchenmusiker müssen in den Weihnachts- und Adventstagen zum Teil Höchstleistungen vollbringen. Kirchenchöre müssen auf die Gottesdienste an Heiligabend vorbereitet werden, andere Proben werden durchgeführt, Widrigkeiten wie Krankheiten nach Möglichkeit überwunden und Musikstücke einstudiert.

Peter Bonzelet, Musiker an den katholischen Kirchen St. Bonaventura und Heilig Kreuz, kommt zur Zeit kaum zur Ruhe. Irgendwie schaufelt er sich zwischen Gottesdienstvorbereitung und Probe für das Weihnachtsstück mit der katholischen Grundschule fünf Minuten Zeit frei und spricht freimütig über den Stress und die Freude, die er an Weihnachten verspürt.

„Ich musste den Kirchenchor für die Gottesdienste am Heiligabend absagen“, sagt der Musikdirektor. „Wir sind weit über 30 Singende, und durch Krankheit sind wir zur Zeit keine zehn mehr. Damit kann man nicht singen. Alle leiden an Erkältungen und grippeähnlichen Symptomen, gottlob kein Corona.“

„Die Besucher sollen sich in der Kirche wohlfühlen.“

Peter Bonzelet Kirchenmusiker St. Bonaventura

Wenn es nur die Kirchenarbeit wäre, so Bonzelet, dann käme er schon klar. Aber er macht ja noch Einiges „nebenher“, wie das gemeinsame Offene Singen vor der Kirche Heilig Kreuz in Lüttringhausen oder die Probe für das Weihnachtsstück mit der katholischen Grundschule. „Das ist schon unsere intensivste Zeit im Jahr“, gesteht Bonzelet. „Erschwerend kommt für mich hinzu, dass St. Bonaventura ja noch immer renoviert wird und ich keine Orgel spielen kann. Obwohl dieser Zustand im kommenden Sommer ja zunächst einmal endet.“ Früher, sagt der Kirchenmusiker, sei es mit den Gottesdiensten am Heiligabend „richtig stressig“ gewesen. „Jede zwei Stunden hatten wir Gottesdienst“, erinnert er sich, „von 14 bis 22 Uhr. Da blieb für mich und meine Familie nicht mehr viel Weihnachten übrig. Aber inzwischen habe ich zwei Kollegen zur Verfügung, so dass wir uns die Arbeit etwas aufteilen können und sie für alle nicht mehr so extrem fordernd ist. Aber wir haben immer noch sechs Gottesdienste in zwei Kirchen am heiligen Abend. Ich selbst bin um 16 Uhr und um 22 Uhr im Einsatz. Und am Heiligabend sind die Kirchen richtig voll.“

Die Besucher der Gottesdienste wollten seit langen Jahren keine Veränderungen, weiß der Kirchenmann. „Die Menschen wollen am Heiligen Abend den Gottesdienst besuchen, die Krippe anschauen und gemeinsam Weihnachtslieder singen. Und auch diese bleiben gleich: ‚Stille Nacht‘ und ‚Süßer die Glocken nie klingen‘ und ‚Leise rieselt der Schnee‘“. Hin und wieder höre er, wie andere Kantoren ihre Gemeinde gleichsam mit neuem Liedgut „erziehen“ wollen. Peter Bonzelet hält davon nicht viel. „Man kann eine Gemeinde nicht erziehen“, sagt er. „Und die Besucher sollen sich ja in der Kirche wohlfühlen und bekommen, was sie wollen.“ Er sei jetzt 42 Jahre im Dienst, so Bonzelet, und nichts habe sich verändert. „Und das ist auch gut so.“

Im kommenden Jahr wird nach den Bauarbeiten vieles leichter

Nach dem Jahresabschluss wird es ruhiger für die Kantorinnen und Kantoren. „Dann überlege ich, wie es arbeitstechnisch weitergeht. In normalen Jahren führe ich in regelmäßigen Abständen Gemeindemusicals auf. Die mussten in der jüngeren Vergangenheit aus bekannten Gründen entfallen. Aber vielleicht ist es im nächsten Jahr mal wieder soweit.“

Im kommenden Jahr wird für ihn einiges wieder leichter. Die Bauarbeiten an St. Bonaventura werden im ersten Abschnitt beendet. Die Kirche – und die Orgel – werden wieder vollständig zur Verfügung stehen. „Ja, das Dach muss noch richtig saniert werden“, weiß der Kirchenmusiker. „Aber das hat Zeit. Hauptsache, ich kann wieder Orgel spielen.“

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