Was bedeutet Bekehrung?

Gedanken eines Geistlichen

Von Diakon Heinz Braun, der katholischen Kirchengemeinde St. Suitbertus in Remscheid

Remscheid Aller Anfang ist schwer, und man muss einiges über sich ergehen lassen. So könnte es auch um das Jahr 36 gewesen sein. Nach dem Tod Jesu von Nazareth hatte sich eine Glaubensgruppe gebildet, die sich noch nicht Christen nannten, sondern „der neue Weg“. Diese Gruppe hatte Anziehungskraft mit ihrer Botschaft von Erlösung und Befreiung und wurde daher vom jüdischen Lehrstuhl angefeindet, weil sie die Lehre anders, aber im Sinne Jesu auslegten.

Saulus, der spätere Paulus, war einer der ganz großen Verfolger und war Befürworter der Steinigung des Stephanus. Als gut ausgebildeter Theologe und Gesetzeslehrer der jüdischen Religion wollte er nun gegen „den Neuen Weg“ auch in Damaskus vorgehen. Auf dem Weg dorthin wurde er von einem Licht geblendet und fiel zu Boden. Er hörte eine Stimme, die ihm Auskunft darüber gab, dass es Jesus war, der ihn mit seinem Licht getroffen hatte, und den Paulus verfolgte. Als Blinder ließ er sich nach Damaskus führen, fastet dort drei Tage und ließ sich von Hananias die Hände auflegen und wurde dadurch vom Verfolger zum Verkünder. Er stiftete mächtig Verwirrung unter den Juden in Damaskus, weil der strenge Gesetzeslehrer auf einmal Jesus von Nazareth als den Messias verkündigte.

Wir nennen diesen Vorgang: Die Bekehrung des Paulus. Was aber ist das: Bekehrung? Es ist zunächst einmal etwas ganz Persönliches. Es kommt über uns wie die guten Vorsätze am Anfang des Jahres. Sie können grundlegend sein und unser Leben verändern. So ist das auch im religiösen und spirituellen Bereich unseres Lebens. Bekehrung bedeutet dann, einen neuen Weg einzuschlagen. Das gilt eigentlich in jeder Religion und Konfession. Wie kann es gelingen? Einfach mal zur Ruhe kommen in der Hektik des Alltags, einen kurzen Vers aus der Bibel, den Heiligen Schriften meiner eigenen Religion lesen, ein Gebet zum Himmel schicken, über das Verhältnis zu anderen Menschen nachdenken, Nächstenliebe, Toleranz, Friedensgedanken hegen.

Mag sein, dass wir nicht wie Paulus von einem Licht geblendet werden, aber es könnte jeder und jedem ein Licht aufgehen. Ich wünsche es uns allen.

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