Mit dem RGA wandern

Das Weinsbergtal – eines der malerischsten Täler

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Im Jahr 1605 wurde der Wipperkotten erstmals erwähnt.

Unsere heutige Tour führt vorbei an alten Hofschaften und zahlreichen Mühlen und Kotten.

Von Andreas Erdmann

Bergisches Land. Eines der schönsten und malerischsten Täler der Region ist sicher das Weinsbergtal in Solingen. Es wird geprägt durch den Weinsberger Bach, der sich, gespeist von seiner Hauptquelle am Bismarckplatz, durch Brühl und das weitläufige Tal zwischen dem Höhscheider und Widderter Höhenrücken bis zur Wupper hin schlängelt.

Als Startpunkt für unsere Wanderung bieten sich Park und Spielplatz unterhalb der SBV-Siedlung Weegerhof an der Weinsbergtalstraße an.

Die Johänntgesbrucher Mühle...

Wir folgen der Straße bachabwärts, vorbei am ehemaligen Königsmühler Kotten und der früheren Königsmühle. Die Mühle, erstmals 1488 urkundlich als Claismühle erwähnt, beherbergte lange Zeit eine Gastwirtschaft. Heute ist sie ein Wohnhaus.

Nach Überquerung der Platzhofstraße gehen wir geradeaus die Peresstraße hinunter. Unten am Abzweig zur Regerstraße treffen wir rechts auf den Küllenbergs Kotten. Das Ensemble der drei ineinander verschachtelten Gebäude, wie es heute zu sehen ist, entstand erst 1885. Zuvor stand um 1720 bis 1837 die Platzhofer Mühle dort, die erst als Öl-, dann als Getreidemühle betrieben wurde.

Im Frühjahr und Sommer leuchtet die Wiese mit ihrer üppigen Blütenpracht und wimmelt nur so von Insekten.

Wir folgen der Regerstraße 50 Meter bergan und biegen dann links, gegenüber der Villa mit dem markanten Zwiebelturm in den Weg ein. Unterhalb der Hofschaft Weinsberg und einer Kleingartensiedlung gelangen wir in einen Wald mit stattlichen Buchen. Unten in Bachnähe standen früher mehrere Kotten, heute sind nurmehr die Reste einer verfallenen Kläranlage sichtbar.

...der Pereskotten...

Der Waldweg folgt dem Bachlauf, bis er auf die Straße Untenfürkelt stößt. Folgt man der Straße bergan Richtung Höhscheid, zweigt bald links ein Pfad ab, der durch einen schattigen Buchenwald führt. Dort, wo zwischen Bäumen ein einzelnes Haus aufschimmert, stand einst der Evertskotten. Um 1920 abgerissen, wurde auf den Fundamenten aus dem 17. Jahrhundert ein Wohnhaus errichtet. Nach einer Weile gelangen wir zum Johänntgesbrucher Weg, der in die idyllisch anmutende Ortschaft Johänntgesbruch führt.

...und die Königsmühle locken Wanderer an.

Markantestes Gebäude ist die Johänntgesbrucher Mühle. Um 1660 erbaut, diente sie einst als Schleifkotten und Fruchtmühle. Das prächtige Fachwerkhaus auf seinem Unterbau aus schwerem Bruchstein ist noch vollständig in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Oberhalb der Mühle gehen wir geradeaus weiter, vorbei an einer Pferdekoppel und Obstbäumen. Noch vor der Brücke treffen wir auf den Enderskotten. Der Schleifkotten aus dem 18. Jahrhundert wurde baulich zum Wohnhaus erweitert. Doch im Mittelteil ist noch die alte Kottenanlage erkennbar.

Das Naturschutzgebiet lockt Wanderer an

Wir passieren die Brücke und folgen dem Waldweg geradeaus zur Strupsmühle. Sie wurde im 18. Jahrhundert als Fruchtmühle errichtet, bevor sie als Schleifkotten und schließlich als Wohngebäude diente. Hinter dem Wald treffen wir rechts auf eine weitere Brücke.

Dahinter eröffnet sich uns das weit gestreckte Naturschutzgebiet Weinsberger Bachtal. Im Frühjahr und Sommer leuchtet die Wiese mit ihrer üppigen Blütenpracht und wimmelt nur so von Insekten. Ringelnattern leben hier. Und in den Erlen, Eschen- und Buchenwäldern nisten geschützte Vögel wie Habichte, Eisvögel, Wasseramseln.

Wir gehen am Waldrand entlang, auf den Schmidtskotten zu. Das heutige Wohnhaus wurde um 1650 als Wasserkotten errichtet. Es wurde zeitweise auch Halfenbanden- oder Vooskotten genannt. Von dort aus folgt man der Straße Wippe in die gleichnamige Hofschaft. Mit ihren verwinkelten, urtümlich erhaltenen Fachwerkhäusern wurde diese schon 1488 als „Wyppen“ erwähnt.

Angelangt bei der Wipperaue, treffen wir links auf den Wipperkotten. Gleich hinter dem 1605 erstmals genannten, heute noch gut erhaltenen Doppelkotten befand sich früher ein weiterer Schleifbetrieb: der Schaafenkotten. Er war auch als Wipperkotten im Weinsbergtal bekannt. Bei der Kottenanlage mündet der Weinsberger Bach in die Wupper.

Wer nach der Wanderung verschnaufen möchte, kann – sobald das wieder möglich ist – nebenan im Restaurant Wipperaue einkehren. Oder man folgt der Wipperauer Straße bis zum historischen Gebäude des Café-Bistros Haasenmühle.

Wer nicht zu Fuß zurückgehen will, gelangt mit dem Bus der Linie 250 von der Haltestelle gegenüber der Haasenmühle aus zügig wieder zum Ausgangspunkt. Man fährt bis zur Haltestelle Weegerhof und folgt dann dort der Hermann-Meyer-Straße hinunter zur Parkanlage. Geht man zu Fuß zurück, bietet sich eine Alternativstrecke ab der Straße Unterfürkelt an. Wir folgen dieser geradeaus über die Brücke und gelangen in die malerisch, zwischen geschwungenen Hügeln gelegene Ortschaften Unten- und Mittelfürkelt mit ihren historischen Höfen und Fachwerkhäusern.

Über die Mollstraße kommt man nach Grünental und zur Peresstraße. Im Haus Nummer 50 befand sich um 1900 als bekanntes Ausflugsziel die Villa Weinsbergtal mit Restaurant, Park- und Teichanlage. Wir gehen ein Stück weiter und kehren zurück zum Peres- und Küllenbergs Kotten.

Route 2: Weinsbergtal

Dauer: etwa 130 Minuten beziehungsweise 70 Minuten bis Haasenmühle

Schwierigkeitsgrad: leicht, ohne Steigungen, auch für Familien mit Kindern geeignet

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX-Track Weinsbergtal

Ausrüstungstipp: Festes Schuhwerk ist empfehlenswert

Gaststätten zum Einkehren: Am Ende der Strecke liegt das Hotel-Restaurant Wipperaue an der Wipperauer Straße 1. Das Café Bistro Haasenmühle ist an der Straße Haasenmühle 1 zu finden. Beide Lokale bieten sich – natürlich erst nach dem Lockdown, wenn ein Besuch wieder möglich ist – für eine Pause an.

Route 1: Ketzberger Wupperhänge

Route 3: Traumhafte Ausblicke auf dem Landrat-Lucas-Weg

Alle Folgen unserer Serie „Wandern mit dem RGA“ haben wir hier für Sie aufgelistet: Wandern rund um Remscheid mit unseren Entdeckungstouren.

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