Pflanzaktion zum Geburtstag

Wandern ist nicht nur des Müllers Lust

111 Eichen zum 111-jährigen Bestehen: Mitglieder des SGV bei der Pflanzaktion nahe der Eschbachtalsperre.
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111 Eichen zum 111-jährigen Bestehen: Mitglieder des SGV bei der Pflanzaktion nahe der Eschbachtalsperre.

Die Remscheider Abteilung des SGV feiert ihr 111-jähriges Bestehen mit einer besonderen Pflanzaktion.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ein richtiges Jubiläum ist es eigentlich nicht, gefeiert haben sie trotzdem, die Mitglieder der Remscheider Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins. Und das auf ihre ganz eigene Weise. 111 Jahre besteht der örtliche Ableger des Wandervereins schon, deswegen wurden nun 111 Eichen in der Nähe der Eschbachtalsperre gepflanzt. „Wir haben beim Wandern jahrelang Deutschlands schöne Wälder genossen“, sagt der Vorsitzende Jürgen Flöttmann. Nun habe man mal was für die Wälder machen wollen. „Und das ist sicherlich sinnvoller, als eine Bank zu stiften“, ergänzt Pressewart Rolf Altmann.

Ungewöhnlich ist das Engagement der Remscheider Wanderfreunde nicht wirklich. Denn der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) wurde 1891 zwar in erster Linie als touristische Organisation gegründet und entwickelte sich dann zunehmend zum Wanderverein, ist aber auch schon lange im Naturschutz aktiv. „Das Ziel war schon immer, die Wanderer vernünftig durch den Wald zu führen“, sagt Flöttmann. Daraus habe sich schon vor über 100 Jahren das erste Engagement für den Umweltschutz entwickelt: „Da gehörten wir zu den ersten.“

Bekannt ist der SGV aber natürlich vor allem fürs Wandern. In und um Remscheid betreut der Verein mehr als 200 Kilometer Wanderwege, markiert diese und hält eventuelle Veränderungen in der Streckenführung fest. Eine Arbeit, die überwiegend von gerade mal einer Handvoll Ehrenamtler erledigt wird. Zudem werden regelmäßig verschiedene Wanderungen organisiert, seit Jahren schon sind auch Radfahrer und Walker im SGV aktiv. Etwa 230 Mitglieder habe die Remscheider Abteilung derzeit, berichtet Jürgen Flöttmann: „Das ist seit zehn, 15 Jahren relativ stabil.“

„Die Leute wollen wandern, die wollen aber nicht in den Verein.“

Jürgen Flöttmann, SGV

Was angesichts des Mitgliederschwunds anderer Vereine einerseits erfreulich ist, andererseits aber auch bedeutet, dass man vom Wanderboom während Corona kaum profitieren konnte. „Die Leute wollen wandern, die wollen aber nicht in einen Verein“, sagt Flöttmann. Das habe auch dazu geführt, dass das Durchschnittsalter „etwas unter 70“ liege.

Selbst passionierte Wanderer fänden den Weg in den Verein teilweis erst recht spät, sagt Rolf Altmann. Häufig seien Veränderungen im Leben der Auslöser, der Renteneintritt zum Beispiel oder wenn man den Lebenspartner verliert. „Dann bekommt das Gemeinschaftsgefühl eine ganz neue Bedeutung. Und das hat bei uns einen hohen Stellenwert.“

Überhaupt sei Wandern in der Gruppe schöner, sind sich die beiden Pensionäre einig. „Da finden sich Gleichgesinnte“, sagt Rolf Altmann. Im Mittelpunkt stehe das Erleben von Natur, Landschaft und auch Kultur, zusammen mit anderen. „Wir versuchen, dem Zusammensein einen Sinn zu geben“, erklärt Jürgen Flöttmann. „Es geht nicht nur um das sture Wandern.“ Zudem sei die Bewegung sehr gesund, auch für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen.

Wer das mal ausprobieren will, könne gerne bei den zwei bis fünf Wanderungen pro Woche vorbeischauen, sagt Altmann. Das Programm hält von kurzen einstündigen Touren samt Kaffeeklatsch bis zur Dreieinhalb-Stunde-Wanderung für nahezu alle Leistungsgruppen Angebote bereit „Gäste sind uns jederzeit willkommen.“

Hintergrund

Der SGV hat insgesamt rund 31 000 Mitglieder, die in 21 Bezirken mit zusammen 259 Ortsgruppen organisiert sind. Der SGV ist im Sauer-, Sieger- und Münsterland, im Ruhrgebiet und im Bergischen Land vertreten.

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