Straßenname

Walterstraße erinnert an großen Wohltäter

-
+
-

Häuser auf dem Stachelhauser Berg ließen lange auf sich warten – Träger war der Bauverein.

Die Stadtverordneten stimmten am 30. Juli 1912 zu, eine auf dem Stachelhauser Berg neu anzulegende Straße Walterstraße zu benennen. „Es sollten mehr als drei Jahrzehnte vergehen, bis die ersten Häuser in der Straße entstanden“, fand Viola Meike im Stadtarchiv heraus. Bauträger war der Gemeinnützige Bauverein, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, den in Remscheid bestehenden Mangel an gesunden und billigen Wohnungen für Arbeiter zu beheben.

Die „Kolonie Stachelhauserberg“ war ein Prestigeprojekt für den Bauverein; fertiggestellt wurden zunächst die Maxstraße, Moritzstraße, Bogenstraße, Schallerstraße; 1910 wurde der Bauantrag für die Anlage weiterer Straßen gestellt. Die Genehmigung ließ über ein Jahr auf sich warten, da die Stadt für diesen Bezirk einen allgemeinen Bebauungsplan ausarbeitete. Dann kam der Erste Weltkrieg und brachte die Bautätigkeit auf dem Stachelhauser Berg zum Erliegen. Nur an der Rudolfstraße entstanden ein paar Häuser. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach dem Krieg passierte mehr als zwei Jahrzehnte nichts. Um die geplanten Arbeiterwohnhäuser doch realisieren zu können, ging das Stadtbauamt auf Betteltour bei Unternehmern, die sich überwiegend großzügig beteiligten, so dass das Bauprojekt 1937 erneut in Angriff genommen wurde. Es entstanden zahlreiche Doppelhäuser für Arbeiter und kinderreiche Familien. Architekt war Ernst Bast.

Der Namensgeber für die Walterstraße lag lange im Dunkeln. Das Remscheider Adressbuch als Quelle für die Herkunft von Straßennamen behauptete, der Ursprung des Namens sei unbekannt – vielleicht, weil die Namensgebung ein halbes Jahrhundert zurücklag und man sich nicht erinnerte, auf wen das Bauprojekt zurückging, nämlich auf den Bauverein und seine wohltätigen Gründer, zu denen auch der Remscheider Kaufmann Walter Hilger gehörte.

Walter Julius Hilger wurde am 9. Januar 1846 in Remscheid als Sohn des Kaufmanns Gustav Hilger und seiner Ehefrau Maria Alexandrine Hasenclever geboren. Er war zeitweise Beigeordneter der Stadt Remscheid und von 1892 bis zu seinem Tode Stadtverordneter. Seine Frau Bertha Focke stammte aus einer wohlhabenden Bremer Kaufmannsfamilie. Hilger setzte sich unermüdlich für das Gemeinwohl ein, nicht nur als Leiter der städtischen Armenverwaltung, im Kuratorium des Realgymnasiums, sondern auch als Vorsitzender des Remscheider Vereins für Gemeinwohl 1892 bis 1894. Als Walter Hilger am 21. Oktober 1905 mit 59 Jahren in Ehringhausen starb, trauerten nicht nur seine Witwe und die beiden Söhne, die Belegschaft der Exporthandelsfirma Hilger & Söhne, sondern auch die Stadtväter. In einem Nachruf gedachten sie ihm als „treuen, vortrefflichen Mann, dessen warmes, für alles Gute und Edle stets offenes Herz sich so gern betätigte, wo immer es galt, Not und Elend zu lindern“. Hilger galt als herzlich, liebenswürdig und rücksichtsvoll; ein nobler Charakter und großer Wohltäter. -AWe-

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
In einigen Waldabschnitten Remscheids herrscht Lebensgefahr
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Badebetrieb im Freibad Eschbachtal endet vorzeitig
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Betrüger versuchen Menschen Geld abzuknöpfen
Betrüger versuchen Menschen Geld abzuknöpfen
Betrüger versuchen Menschen Geld abzuknöpfen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare