Waldkirche feiert 70. Geburtstag

Hans Werner Rehborn (l.), Manfred Dersch und ihre Mitstreiter sorgen für den Erhalt der kleinen Waldkirche.
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Hans Werner Rehborn (l.), Manfred Dersch und ihre Mitstreiter sorgen für den Erhalt der kleinen Waldkirche.

Am 21. August gibt es einen Familiengottesdienst unter freiem Himmel, Musik, Kaffee und Kuchen.

Von Peter Klohs

Lennep. Normalerweise ist der 70. Geburtstag eines Kirchengebäudes kein großes Ding, aber im Fall der Remscheider Waldkirche dürfte das ein bisschen anders sein. 1952 gebaut und eingeweiht sollte die Kirche Anfang der 2000er-Jahre verkauft werden. Dem standen seinerzeit zwei Dinge entgegen: Seit 2005 steht die Waldkirche unter Denkmalschutz. Und der Widerstand in der Gemeinde war erheblich.

Der Förderverein Waldkirche gründete sich 2006. Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Dersch sowie der Schriftführer Hans Werner Rehborn wissen viel über die Vergangenheit der Kirche und berichten gerne darüber.

Trägerverein ist seit 2006 für alle Kosten verantwortlich

„Vor mehr als 70 Jahren waren die Wupperorte Krebsöge und Wilhelmstal viel stärker bewohnt als heutzutage. In der Bevölkerung kam der Wunsch auf, wohnnah Gottesdienste besuchen zu können. Das Presbyterium der Lenneper Kirchengemeinde fand ein geeignetes Grundstück und kaufte es. Nach Einweihung der Kirche zum Erntedank 1952 war das Gemeindeleben sehr rege. Das ging erst mit dem Bau der Wuppertalsperre in den 80er-Jahren spürbar zurück. Da wir den Verkauf der Kirche verhindern konnten, ist seit 2006 der Förderverein für die Trägerschaft und damit für alle Kosten verantwortlich“, erzählt Manfred Dersch.

Hans Werner Rehborn ergänzt: „Seitdem gibt es das sehr beliebte Waldkirchen-Café, bei dem an jedem ersten Samstag in den Monaten April bis Oktober Kaffee und Kuchen angeboten werden. Und natürlich funktioniert der Betrieb der Kirche nur, weil alle beteiligten Menschen – von Musikern bis zu Geistlichen und Vorstand – ehrenamtlich arbeiten. Der Förderkreis hat 86 Mitglieder, die im gesamten Bundesgebiet ansässig sind. Und die Hochzeiten und die Taufen in unserer Kirche haben deutlich zugenommen.“ Heutzutage präsentiert sich der Kircheninnenraum für bis zu 70 Besucher moderat modern. Die sechs Kirchenfenster spenden reichlich Licht, auch für die fünf abstrakten Gemälde, die der Künstler Günter P. Mauel gespendet hat. Die Akustik ist stark und deutlich. Außerhalb der Kirche ist der große Parkplatz ein Pluspunkt der Waldkirche, die an der Grenze zu Radevormwald liegt. „Es ist noch besser“, weiß Dersch. „Man kann die auf Remscheider Stadtgebiet liegende Waldkirche nur über Radevormwalder Straßen erreichen.“

Und nun feiert die Kirchengemeinde den 70. Geburtstag des kleinen Gotteshauses. Am 21. August beginnen die Feierlichkeiten um 11.15 Uhr mit einem Familiengottesdienst unter freiem Himmel. Es gibt ein buntes Rahmenprogramm, und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Zudem gibt es mit dem Lenneper Bläserensemble auch Musik zu genießen. Die Kirchengemeinde wird Vertrauenskassen aufstellen und bittet um Spenden. Der Erlös von Kaffee und Kuchen kommt der Waldkirche zugute.

„Das ist gut so“, sagt Manfred Dersch. „Wir haben auch unter der Welle der Kirchenaustritte zu leiden und müssen kämpfen, damit wir uns weiterhin behaupten können. Für unseren Verein sind persönliche Beziehungen extrem wichtig.“ Besonders gesucht werden vom Förderverein rüstige Männer, die in ihrer Freizeit kleinere Arbeiten an und in der Kirche übernehmen. „Das kann vom Plätzchenbacken bis zu leichten Arbeiten mit Werkzeug alles sein“, sagt Hans Werner Rehborn. „Interessierte dürfen mich gerne jederzeit ansprechen.“

Hintergrund

Der bestehende Vertrag zwischen dem Förderverein Waldkirche und der evangelischen Kirchengemeinde Lennep zum Erhalt des kleinen Gotteshauses wird im kommenden Jahr für weitere fünf Jahre von den Partnern erneuert.

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