Remscheid als neue Heimat

Waldhof dient als stille Reserve für Ukraine-Flüchtlinge

Silke Gaube hat noch Platz für Geflüchtete.
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Silke Gaube hat noch Platz für Geflüchtete.
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Bislang sind 835 Hilfesuchende in Remscheid angekommen.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie wollte helfen, so wie viele andere auch: Silke Gaube. Die Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch-Land (EJBL) hält bereits seit Monaten ein kleines Haus auf dem Waldhof-Gelände in Reinshagen für ukrainische Flüchtlinge frei, die in Remscheid Zuflucht finden. Eingezogen ist dort bis heute jedoch niemand.

Bereits beim Flüchtlingszustrom 2015/2016 betreute die EJBL zahlreiche unbegleitete Kinder und Jugendliche. „Von den Erfahrungen profitieren wir jetzt natürlich. Zudem haben sich mittlerweile zahlreiche Kollegen in der Traumapädagogik fortgebildet“, erklärte Silke Gaube zuletzt im RGA-Gespräch. Geeignet seien die Räume für zwei Familien, die sich lediglich Gemeinschaftsräume wie Küche und Bad teilen müssten, meint die EJBL-Leiterin. Oft seien es ja Frauen mit Kindern, die in Remscheid eine neue Heimat fänden. „Sie könnten für sich allein bleiben oder Anschluss bei uns finden − ganz, wie sie mögen.“ Mehrfach habe sie der Stadtverwaltung bereits ihre Unterbringungsmöglichkeit angeboten. Aber immer noch steht das Häuschen am idyllischen Waldrand frei.

Das könnte sich laut Thomas Neuhaus bald ändern. Der Sozialdezernent erklärt auf RGA-Nachfrage, dass sich die Stadt das Objekt auf dem Waldhof-Gelände für spezielle Personengruppen aus der Ukraine als stille Reserve freihalte. Er habe da auch bereits einen konkreten Fall im Kopf, bei dem eine barrierefreie Einzelunterbringung notwendig sei, erklärt Thomas Neuhaus. Denn der Stadt sind bereits weitere Hilfesuchende angekündigt worden. Allerdings kommen weitaus weniger unbegleitete Minderjährige als gedacht. „Wenn sich der Zustrom noch mal ändern sollte, werden wir eventuell wieder neu entscheiden müssen.“ Bislang (Stand: Dienstagabend) sind 835 ukrainische Flüchtlinge in Remscheid angekommen: 549 weiblich, 286 männlich. Darunter sind auch 78 Kinder unter sechs Jahren und ungefähr 160 Personen, die im schulfähigen Alter sind. In der ehemaligen Hauptschule Hölterfeld sind aktuell 85 Personen untergebracht, weitere leben in einer städtischen Unterkunft an der Wülfingstraße. Auch in Hotels und in angemieteten Wohnungen hat die Stadt Flüchtlinge untergebracht.

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