Gefleckter Aronstab

Vorsicht: Schön anzusehen, aber giftig

Der Aronstab ist giftig. Foto: Stefanie Barzen/Natur-Schule Grund
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Der Aronstab ist giftig.

Stefanie Barzen über den Gefleckten Aronstab.

Der Gefleckte Aronstab ist ein Vertreter der gleichnamigen Familie. Diese Pflanzenfamilie ist in unseren Breiten hauptsächlich als Zimmerpflanze bekannt, wie Monstera, Dieffenbachia, Anthurie oder Calla, weiß Diplom-Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund, die in der RGA-Serie „Was wächst denn da am Wegesrand?“ den Gefleckten Aronstab vorstellt.

Die Pflanze, die mit Hilfe eines knollig verdickten Wurzelstocks überdauert hat, blüht von April bis Anfang Juni und mag feuchte Laub- oder Auwälder und Hecken. Sie wird 15 bis 40 Zentimeter hoch. Die Form der langgestielten Laubblätter ähnelt der einer langgezogenen, breiten Pfeilspitze.

Was den Aronstab so auffällig aussehen lässt, ist ein weiß-grünlich gefärbtes Hoch- oder Hüllblatt, die sogenannte „Spatha“. Sie umhüllt, wie eine oben offene Tüte, die Blütenstandsachse, von der wir das braun-violette, sterile, kolbenförmige obere Ende sehen. Im umhüllten, für uns nicht sichtbaren Teil des Kolbens, sitzen am unteren Ende die Stempel (weibliche Blütenteile), darüber die Staubblätter (männliche Blütenteile). Über diesen wächst ein Kranz steriler, borstenförmiger Blüten (Reusenhaare), die größeren Insekten den Eingang versperren. Bestäuber des Aronstabs sind die Schmetterlingsmücken. Für diese Gäste öffnet der Aronstab gegen Abend seine Tüte, ein an Urin erinnernder Geruch lädt sie ein. An Öltröpfchen rutschen die Besucher in den Kessel und bestäuben die weiblichen Blüten. Die sich später öffnenden Staubbeutel berieseln die Mücken mit Pollen. Nach einer unfreiwillig im Kessel verbrachten Nacht welkt das Hochblatt und die Gäste sind frei.

Dieser „Kesselfallentrick“ funktioniert bei den weiblichen Schmetterlingsmücken, da sie dem Geruch folgen, um einen geeigneten Platz für den Nachwuchs zu suchen. Sie heißen bezeichnenderweise auch „Abortfliegen“. Die Fliege erhält keinen Dank, sie verzehrt weder Pollen noch erhält sie Nektar.

Nach der Befruchtung entwickeln sich rote Beeren, auf deren Verzehr man unbedingt verzichten sollte, denn Aronstab ist in allen Teilen giftig. Weidetiere können nach dem Verzehr sterben.

natur-schule-grund.de

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