Prozess

Versuchter Missbrauch: Vorbestrafter Sexualstraftäter muss 9000 Euro zahlen

Das Landgericht in Wuppertal.
+
Das Landgericht in Wuppertal.

Ein 40-Jähriger aus Remscheid wollte Sex mit einer Minderjährigen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 40 Jahre Remscheider soll 9000 Euro Strafe zahlen: Laut Landgericht Wuppertal hat er versucht, einer 17-Jährigen 180 Euro für sexuelle Dienste zu zahlen. Die Richter bestätigten in der Berufung das weiter noch nicht rechtskräftige Urteil des Amtsgerichts Wuppertal. Der Angeklagte, ein lediger Kaufmann, ist vorbestraft wegen zweier Vergewaltigungen vor 20 Jahren im persönlichen Umfeld. Geschädigte der aktuellen Tat waren zwei Jugendliche, die ihn in Wuppertal in eine Falle lockten, um ihm sein Geld abzunehmen. Sie hatten bei der Verabredung zur Sicherheit Küchenmesser dabei.

Der Mann hatte eigenen Angaben zufolge die Handynummer von einem der Mädchen von einem Bekannten erhalten. Sie sollte zu einer Gruppe Minderjähriger gehören, die sich prostituierten. Im Handychat habe die 17-Jährige ihr Alter genannt: „Ich bin 17. Ist das schlimm?“

Im Gericht kommentierte der Mann: „Natürlich wusste ich, dass ich vorbestraft bin.“ Verabredet habe er sich dennoch. Am Tatort in seinem Auto habe er den verabredeten Betrag übergeben und gefragt: „Was jetzt?“ Die Antwort sei gewesen: „Jetzt nichts. Ich bin minderjährig und Du kannst nicht die Polizei rufen.“ Die 17-Jährige sei ausgestiegen und mit ihrer Freundin geflüchtet, die draußen wartete. Der Mann verfolgte sie, entriss der 17-Jährigen ihre Handtasche, ließ die Jugendlichen entkommen, fuhr nach Hause. „Ich wollte mein Geld.“ Am Folgetag erschien die Polizei bei ihm und durchsuchte die Wohnung: Nach der Verfolgung im Dunkeln hatte sich eines der Mädchen ihrer Familie anvertraut.

Das Landgericht wertet das Geschehen im Auto als versuchten, sexuellen Missbrauch Jugendlicher: Der Angeklagte habe die Schwelle zur Tat überschritten gehabt.

Die Strafe entspricht dem Einkommen des Angeklagten von sechs Monaten. Er kann Revision einlegen. Die Prozesse gegen die Geschädigten wegen Betrugs wurden nach Jugendrecht eingestellt – unter Auflagen zur Erziehung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Nach DOC-Aus: So plant Remscheid jetzt in Lennep
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Verliert das Häuschen in Remscheid bald an Wert?
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Galvanik-Betrieb: 640 Lkw-Ladungen verseuchte Erde
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt
Corona: Weiterer Todesfall in Remscheid - Maskenpflicht in städtischen Einrichtungen entfällt

Kommentare