Anlaufstelle

Von Antrag bis Plausch: Das bietet das Seniorenbüro

Annette Mores (57) ist die gute Seele des städtischen Seniorenbüros am Markt. In der Bismarckstraße 4 gibt es nicht nur Hilfe, Tipps und Beratungen, hier treffen sich die Remscheiderinnen und Remscheider auch zum Austausch bei einer guten Tasse Kaffee. Foto: Roland Keusch
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Annette Mores (57) ist die gute Seele des städtischen Seniorenbüros am Markt. In der Bismarckstraße 4 gibt es nicht nur Hilfe, Tipps und Beratungen, hier treffen sich die Remscheiderinnen und Remscheider auch zum Austausch bei einer guten Tasse Kaffee.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Das Versorgungsamt hält wieder Sprechstunden ab – Wegen des großen Andrangs gibt es nun zwei Senioren-Gruppen

Remscheid. Es ist eine kleine Erfolgsgeschichte, das Seniorenbüro am Markt. 2017 als Projekt gestartet, kam es so gut bei den älteren Remscheidern an, dass es 2019 zum Regelangebot der Stadt wurde. Seit August 2020 hat die Anlaufstelle zudem neue Räume in der Innenstadt. In der Alten Bismarckstraße 4 gibt es Tipps, Hilfe und immer ein freundliches Lächeln. Denn die gute Seele des Hauses heißt Annette Mores (57). Die gebürtige Ehringhauserin, die nicht nur eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten abgelegt hat, sondern auch Diplom-Sozialpädagogin ist, kümmert sich um die Anliegen der Klientinnen und Klienten – und regelt dabei viele Dinge auf dem kleinen Dienstweg. „Das Seniorenbüro ist mein Baby“, sagt Mores. „Und der Bedarf ist da.“ Wir erklären, was es bietet.

Beratung: Annette Mores kommt eine Lotsenfunktion zu. „Ich bin nicht die Expertin in allen Themenbereichen, daher verweise ich je nach Anliegen weiter“, erklärt sie. Aktuell landen viele Telefonate zur Booster-Impfung im Seniorenbüro. Viele Ältere haben Fragen oder kommen nicht bei ihrem Hausarzt durch. Mores verweist an die impfenden Ärzte oder ans Gesundheitsamt. Problem sei auch die Personalausweis-Buchung, die nur übers Internet möglich sei. „Ein Senior kann ohne Internet keinen Perso beantragen. Damit schließt man eine große Personengruppe aus“, sagt Mores, die einmal täglich mit ihrer Mailadresse online einen Vorgang bucht. „Das kann aber keine Dauerlösung sein.“ Der Seniorenbeirat will dies zum Thema machen. Die Themen reichen generell von „Wie trenne ich mich von meinem Mann?“ bis zu Hilfe bei Anträgen. Manchmal reicht es auch, einfach nur zuzuhören.

Gruppentreffen: Die Seniorengruppe „Plausch und Plunder“ ist so groß geworden, dass sie coronakonform geteilt werden musste. Gruppe 1 trifft sich immer am ersten Donnerstag im Monat, Gruppe 2 kommt am zweiten Donnerstag. Jede hat etwa 25 Teilnehmer, darunter acht Männer. Alle seien geimpft. Sie tauschen sich bei einer Tasse Kaffee und Plätzchen aus. Es gibt keine festen Sitzplätze. „Man hat gerade in der Pandemie gemerkt: Viele sind einsam“, sagt Mores. „Man braucht jemanden zum Reden.“ Reisen, Probleme mit dem Handy, Freizeitgestaltung – worüber die „Plauscher“ sprechen möchten, entscheiden sie selbst. Tabu sind Krankheiten. Aktuell wünschen sich die Männer eine Skatrunde.

Anträge: Anträge zu Schwerbehinderung, zur Reha, zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen erstellt Annette Mores kostenlos mit den Antragstellern. Eine Mitarbeiterin der städtischen Betreuungsstelle kommt alle 14 Tage, um die Dokumente zu beglaubigen. „Ich helfe allerdings nicht bei Sachverhalten von Ausländer- und Arbeitsamt“, betont Mores. Sie hat 2019 ihre Ausbildung zur Versicherungsältesten abgeschlossen. Dies ist ein Ehrenamt. Nach Dienstschluss stellt sie Rentenanträge. Zudem lässt sie sich regelmäßig bei der Deutschen Rentenversicherung schulen. „Es fängt mit der Frage an: Wann kann ich in Rente gehen? Dann stellt sich die Frage nach der Art – Altersrente, Hinterbliebenenrente, Antrag auf Erwerbsminderung?“, skizziert Mores. Eine große Hilfe sei sie für diejenigen, die nicht gut Deutsch sprächen oder die Analphabeten seien.

Sprechstunde: Das Versorgungsamt Wuppertal hält wieder seine Sprechstunde zu Schwerbehindertenanträgen im Seniorenbüro ab: immer am ersten Montag im Monat von 8.30 bis 12.30 Uhr. Eine Anmeldung vorab ist nötig. Die Stadt plant zudem eine Sprechstunde mit dem Rentenamt.

Programm: Gemeinsam mit dem Seniorenbeirat wird bald ein neues Programm von Januar bis März 2022 entstehen. Lesungen, Informationsveranstaltungen oder Spielenachmittage sollen angeboten werden.

Außerdem: Im Seniorenbüro gibt es den Euroschlüssel für Behindertentoiletten. Zudem Flyer von Essen auf Rädern über Wohnberatung bis Alltagshelfer oder auch reflektierende Schirme oder Einkaufstaschen für die dunkle Jahreszeit.

Kontakt: Das Seniorenbüro, Alte Bismarckstraße 4, ist montags bis freitags von 10 bis 12 sowie montags und donnerstags auch von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Kontakt: Tel. 4 64 53 50.

Anmeldung zur beliebten Nikolausfahrt

Bis Sonntag, 21. November, können sich interessierte Seniorinnen und Senioren noch für die Nikolausfahrt am Mittwoch, 8. Dezember, nach Köln anmelden. Ausrichter sind der Seniorenbeirat und das Seniorenbüro. Vorgesehen ist der Besuch der Kölner Weihnachtsmärkte und eine Fahrt über den Rhein mit der KD. Bis zu 150 Personen können teilnehmen. Es gilt 3G. Sollten mehr Anmeldungen vorliegen, wird gelost. Kosten: 10 Euro. Die Anmeldung ist ausschließlich per Postkarte möglich. Sie ist zu richten an das Seniorenbüro, Alte Bismarckstraße 4. Die Karte ist mit Name, Adresse und Anzahl der Teilnehmenden zu versehen. Pro Haushalt maximal zwei Anmeldungen.

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