Weltkunst in Remscheid

Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill: Vom MoMA auf die obere Alleestraße

James Frances Gill kam stilecht mir Cowboy-Hut in die Remscheider Galerie - und hatte sichtlich Spaß daran, Grafiken, Bücher und Unikate zusignieren.
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James Frances Gill kam stilecht mir Cowboy-Hut in die Remscheider Galerie - und hatte sichtlich Spaß daran, Grafiken, Bücher und Unikate zusignieren.

Cowboyhut, roter Schal, schwarzer Anzug: Die Vernissage des weltbekannten Künstler in der Galerie Wroblowski wurde zum Ereignis. Mit kleiner Fotogalerie. Noch ist die Ausstellung zu sehen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Rappelvoll war es am Freitagabend in den Räumen der Galerie Wroblowski an der oberen Alleestraße. Kein Wunder, hatte der Galerist doch den US-Amerikaner James Francis Gill (87), einen bedeutenden Mitbegründer der Pop Art zu Gast, dem es sichtlich Freude machte, seine Grafiken und ausgewählten Unikat zur Vernissage zu signieren.

„Wir sind froh, dass Sie heute bei uns sind“, begrüßte Gerd Wroblowski den Künstler, der nach Ausstellungen in Schweden und Österreich erstmals in Remscheid Station machte.

Mit cremefarbenem Cowboyhut, rotem Schal und schwarzem Anzug machte Gill gleich zu Beginn klar, was ihm wichtig ist: „Wenn jemand ein Werk von mir kauft, dann soll es ihm Freude machen und Emotionen mitbringen.“ Kunst verstehe er so, dass man ein Bild bewusst anschaut, und nicht nur daran vorbei geht. „Wenn es Ihnen eine Geschichte erzählt, dann haben Sie wirklich ein Kunstwerk zu Hause“, ist er überzeugt.

„Noch nie so voll“: Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid

Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid © Michael Schütz
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid © Michael Schütz
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid © Michael Schütz
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid © Michael Schütz
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid
Vernissage von Pop Art-Mitbegründer James Francis Gill in Remscheid © Michael Schütz

Anstelle eines Vortrages gab es zur Einführung einen kleinen Film zu sehen, in dem Gill erzählte und mit Hilfe seiner Bilder zeigte, wie er zur Kunst gekommen ist. Geboren 1934 in Texas, habe die Mutter schon früh in seiner Kindheit versucht, ihn für Kunst zu interessieren. „Aber damals wollte ich kein Künstler, sondern nur ein Cowboy werden. Obwohl ich schon mit zehn Jahren auf dem Boden gelegen und mit Buntstiften stundenlang Pferde und Mädchen gemalt habe“, hört man Gill sagen.

In der High School habe er mit Freunden einen Rodeo-Club gegründet, später auf Farmen gearbeitet.

Es kam anders, denn dann habe es ihn doch gereizt, ein Künstler zu werden, dessen Werke in bedeutenden Galerien ausgestellt würden. Internationale Anerkennung erreichte er dann 1962, als das New Yorker Museum of Modern Art sein „Marilyn Triptych“ ausstellte.

Auch das ist in Wroblowskis Galerie zu sehen. Ebenso wie zahlreiche andere großformatige, farbintensive Bilder von Ikonen – Beatles, Paul Newman, Mick Jagger, immer wieder Marylin oder auch von John Wayne.

Gill schildert, dass Letzteres eine Auftragsarbeit für die Titelseite des Time-Magazines war und er den Schauspieler zum Frühstück getroffen habe. „Auch mit Andy Warhol haben sich meine Wege immer wieder gekreuzt“, erzählte er. Einem großen Teil der Ausstellung ist auch Gills Serie „Women in Cars“ gewidmet. Zu sehen sind großformatige Porträts von attraktiven Frauen, die durch Windschutzscheiben von blauen, roten oder lilafarbenen Autos gucken, sich im Seitenspiegel die Lippen nachziehen oder den Betrachter zurückgelehnt, nachdenklich anschauen.

Der Künstler gibt diesen Bildern Titel wie „This red Lipstick“ oder „Marylin on a sunny Day“. „In den USA haben Autos ja eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Sie stehen für Freiheit, Abenteuer“, erklärt Gerd Wroblowski, der Gills Arbeiten schon lange schätzt. Gefragt, wie er es geschafft hat, den bekannten Pop-Art-Künstler nach Remscheid zu holen, sagte er: „Unter Künstlern kennt man sich. Und Gill kennt auch meine Galerie hier.“

„Ich habe noch nie erlebt, dass so viele Menschen zu einer Vernissage hierherkommen“, staunte Martina Piller-Grenzebach. „Aber ich glaube, es ist das Gesamtpaket. Die großartigen Bilder und die Ausstrahlung des Künstlers. Ich kannte ihn nicht, habe aber in der Zeitung von ihm gelesen, bin neugierig geworden und deshalb nach der Arbeit schnell gekommen.“

Ausstellung bis 19. November

Die Werke von James Francis Gill (87), der als bedeutender Mitbegründer der Pop Art gilt und einer der letzten, noch lebenden Künstler dieser Bewegung ist, sind noch bis Samstag, 19. November, in der Remscheider Galerie Wroblowski, Alleestraße 83, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr, samstags von 9.30 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung. Telefonisch ist die Galerie unter (02191) 2 59 10 zu erreichen. www.galerie-wroblowski.de

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