Vom Industriestandort sind nur noch Reste übriggeblieben

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Fabrikgebäude in der Dörpmühle wurden nach 1921 abgerissen

-AWe- Das ursprünglich zur Lüdorfer Honschaft der Landgemeinde Neuhückeswagen gehörende Dörpmühle taucht erst 1975 im Remscheider Adressbuch auf, als im Zuge der kommunalen Neugliederung das bis dahin dreigeteilte Bergisch Born ganz nach Remscheid wanderte. So fiel das idyllisch in einer Talsenke zwischen Forsten und Hückeswagen gelegene Fleckchen Dörpmühle an die nur mäßig geliebte Nachbarstadt. Die Hofschaft erhielt ihren Namen vom Dörpebach, einem knapp sieben Kilometer langen Mittelgebirgsbach, Grenzgewässer zwischen Hückeswagen und Remscheid, recherchierte Viola Meike im Stadtarchiv.

Dörpmühle war in früherer Zeit ein bedeutender Industriestandort. Die Geschichte ist lang: Im 12. Jahrhundert wurde in einer Urkunde eine „Mühle in Duripe“ (Dörpe) erwähnt. 1690 bestanden in dem Bereich zwei Mühlen, die untereinander an einem Teich lagen; die eine gehörte einem Christian in der Dörpmühle, die andere Johann in der Dörpmühle. 1723 übernahmen Peter und Peter-Heinrich in der Dörpmühle die zweite Mühle und hängten zusätzlich ein Walkrad ein. Ab 1800 tauchen Heinrich und Peter als Besitzer auf. 1827 erwarb die Tuchfabrik Carl Bockhacker zu Hückeswagen die beiden alten Walkmühlen zur Begründung einer Wollspinnerei, die später deutlich erweitert wurde.

Im Laufe der Zeit hielt die Industrialisierung Einzug, der Betrieb wurde mit Maschinen und einer Dampfmaschine ausgerüstet. Die kleine Walkmühle mauserte sich zu einer Fabrik mit 100 Arbeitern. Das war nur der Anfang: Carl Bockhacker investierte große Summen, vergrößerte Teich und Maschinenpark und kaufte Gelände dazu, bevor er Mitte des 19. Jahrhunderts alles seinen Schwiegersöhnen übertrug. 1902 wurde der Betrieb nach Kieköm in Hückeswagen verlegt.

Es folgten Eigentümerwechsel, ohne an die Glanzzeiten anzuknüpfen: Der letzte Inhaber Wilhelm Holthaus verkaufte 1921 alle Fabrikgebäude, die bis auf einige Reste abgerissen wurden. Von dem ehemaligen Komplex sind heute nur noch ein Obergraben entlang der Straße sowie einige zu Wohnhäusern umgebaute Bruchsteingebäude zu erkennen. Ein Straßenschild gibt es nicht, nur ein Ortshinweisschild. Foto: Roland Keusch

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