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Vom geschmähten IHK-Kritiker zu ihrem Präsidenten? 

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  • Axel Richter
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Die mittelständischen Unternehmen im Bergischen Land haben sich in der Corona-Krise als äußerst robust erwiesen

Die mittelständischen Unternehmen im Bergischen Land haben sich in der Corona-Krise als äußerst robust erwiesen. Schon nehmen viele von ihnen Kurs auf Vorkrisenniveau. Denn die Auftragsbücher sind voll, beinahe zu voll. Denn angesichts des sich abzeichnenden Endes der Pandemie erleben wir eine beinahe schon unnatürliche Nachfrage nach Produkten und infolgedessen Rohstoffen, die dazu führt, dass Bauunternehmern das Bitumen für den Straßenbau und Zimmermännern das Holz für den Dachstuhl ausgeht.

Nicht nur die Digitalisierung und der Klimawandel, sondern auch die profane Frage nach Material stellt die Unternehmen mithin vor Herausforderungen. In dieser Zeit scheint die Nachfolge von Thomas Meyer, Chef der Remscheider Firma TKM, als Präsidenten der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) noch immer offen.

Als Erster hat sich der Wuppertaler Unternehmer Jörg Heynkes aus der Deckung gewagt und öffentlich Interesse am Amt des ersten Repräsentanten der Firmen im Städtedreieck Wuppertal, Solingen, Remscheid bekundet. Die Personalie ist durchaus pikant.

Der bisherige Vizepräsident Heynkes ist bekennender Fan der so genannten sozialen Netzwerke – nicht immer zur Freude der Kammer-Verantwortlichen. Vor zwei Jahren war eine monatelange Schlammschlacht überwiegend auf dem Facebook-Kanal von Heynkes eskaliert. Die Vollversammlung der IHK rügte ihn öffentlich. Ein historisch beispielloser Vorgang für die sonst eher vornehm zurückhaltend auftretende Kammer. Anlass: Heynkes hatte nicht nur der eigenen Kammer Transusigkeit vorgeworfen, sondern unter anderem auch Verkehrsminister Scheuer als „Irren“ bezeichnet.

Dass ihn die neu gewählte Vollversammlung dennoch auf den Schild hebt, scheint angesichts mangelnder Alternative nicht nur im Bereich der Wunschträume – oder wahlweise Alpträume – zu liegen.

Im Interview mit dem RGA gab er sich zuletzt betont reumütig und lernfähig. Mit ihm gäbe es sicher eine neue Dynamik für die Digitalisierung, den Klimawandel und nachhaltiges Wirtschaften, wofür es vermutlich eines disruptiven Stils bedarf. Doch die vielen kleinen bergischen Firmen interessieren sich weniger für hochfliegende Strategien, sondern mehr für den Boden, auf dem sie stehen.

Neben den aktuellen Rohstoffsorgen sind es gute Verkehrsanbindungen, erträgliche Steuersätze, qualifizierte Fachkräfte und Platz für Erweiterungen, die die Unternehmen beschäftigen. Dafür bedarf es eines vertrauensvollen Miteinanders zwischen Wirtschaft und Politik: mehr Graswurzelarbeit, weniger die große Sense.

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