Nachbarschaft

Vom gemeinsamen Gärtnern profitieren

Pfarrerin Anne Simon hat das Projekt „Urban Gardening“ ins Leben gerufen. Mit Erfolg, wie beispielsweise blühende Zucchini-Pflanzen zeigen.
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Pfarrerin Anne Simon hat das Projekt „Urban Gardening“ ins Leben gerufen. Mit Erfolg, wie beispielsweise blühende Zucchini-Pflanzen zeigen.

Pfarrerin Anne Simon hat das Projekt „Gärtnern im Quartier“ ins Leben gerufen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Als Anne Simon im November 2020 in der Lutherkirche als Pfarrerin in die Auferstehungs-Kirchengemeinde eingeführt wurde und sie das Gelände rund um die Kirche sah, da kam ihr der Gedanke, dass man hier etwas tun, eine richtige Quartiersentwicklung möglich sein müsste.

Mit Blick auf die ehemalige Kreuzkirche in Wuppertal, aus der eine Diakoniekirche mit einem Garten wurde, in dem Gemüse, Kräuter, Beeren, Sträucher, Stauden, Blumen und vieles mehr wächst, und in der regelmäßig zum Mittagessen eingeladen wird, konnte sich Anne Simon vorstellen, auch in Remscheid ihre Idee vom „Gärtnern im Quartier“ umzusetzen.

Sie machte eine Projektskizze, sprach sich mit dem Presbyterium ab und dort, wo vorher Baumaterialien gelagert waren, ist der Anfang zum „Urban Gardening“ gemacht. Sieben Hochbeete stehen bereit, drei sind bepflanzt. Dafür kam auch der Kompost, der auf dem Kirchengelände gelagert wird, zum Einsatz.

Die Kapuzinerkresse trägt orangefarbene Blüten und rankt vom Holzkasten herunter, Petersilie und Mangold können schon geerntet werden, Gurken und Zucchini versprechen ebenfalls eine gute Ernte. „Das sind die ersten Eyecatcher, aber es darf hier ruhig langsam wachsen. Beim Gärtnern und Gießen werde ich oft angesprochen, was entstehen soll. So kommt man ins Gespräch, kann Leute, die vielleicht keinen Garten, keinen Balkon haben ansprechen, ob sie Lust haben, hier dabei zu sein.“ Wer mitmacht, darf vom Ertrag profitieren, es entstünden gute Gespräche. Beispielsweise darüber, dass man durchaus Kräuter oder Tomaten auf der Fensterbank ziehen könne und es sinnvoll sei, weniger tierische Produkte und mehr Gemüse zu essen.

Nachbarschaftsbeziehungen stärken und pflegen

„Die Themen Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltigkeit sind ja schon seit vielen Jahren kirchliche Themen. Ich wollte sie den Menschen neu ins Bewusstsein bringen, sie dafür sensibilisieren“, schildert die Pfarrerin ihren Antrieb, eine kleine grüne Insel in der Stadt entstehen zu lassen. Wenn von der Innenstadt die Rede sei, dann würde nur auf die Alleestraße geguckt. Aber auch die Hindenburg- und die Martin-Luther-Straße gehörten doch dazu.

Durch das gemeinsame Gärtnern hofft Anne Simon, die im Pfarrhaus an der Hindenburgstraße wohnt, auch die Nachbarschaftsbeziehungen zu verstärken und zu pflegen. Man würde neue Leute in der Kirchengemeinde, aber auch darüber hinaus kennenlernen, sein Wissen über Pflanzen erweitern und regionale Produkte schätzen lernen.

„Wir wollen auch darüber reden, wie das Essen zubereitet werden kann, welche Rolle der Klimawandel spielt und wer Verantwortung, beispielsweise fürs Gießen der Pflanzen und das Teilen der Ernte, übernehmen möchte“, sagt Anne Simon, die mit drei Geschwistern aufgewachsen ist und sich gut erinnern kann, dass ihre Familie damals aus dem Garten mit Hühnern, Gänsen, Kaninchen, Gemüse und Obst gelebt hat.

Auch das Thema Kultur gehört bei ihr dazu. Sie denkt dabei an die Aufwertung des Geländes durch kleine Gartenkonzerte, an Lesungen oder auch ein gemeinsames Essen dort. Während der Wintermonate hatte sich eine Gruppe von sechs bis sieben Menschen regelmäßig getroffen. Es wurde vegetarisch miteinander gekocht und dabei das Gartenjahr besprochen.

Im nächsten Schritt soll ein Flyer entstehen, der die Nachbarschaft zum Mitmachen einlädt. „Wir wollen auch deutlich machen, dass sich im Luther-Bezirk etwas tut, hier etwas passiert, was durchaus noch gefördert werden kann“, sagt Anne Simon.

Hintergrund

Start des Projekts „Gärtnern im Quartier“ – das Logo zeigt einen großen und einen kleinen Maulwurf und ein grünes Blatt – war 2021. Finanziert wird es durch die Auferstehungs-Kirchengemeinde und die kirchliche Kampagne „Kirche für Klima“.

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