Auf virtueller Entdeckungstour

Gästeführer Daniel Sieper nahmen die Teilnehmer mit auf einen virtuellen Spaziergang durch das alte Remscheid. Dabei ging es auch über die Alleestraße, die schon 1930 eine Prachtstraße war. Foto: Michael Schütz/RGA-Archiv
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Gästeführer Daniel Sieper nahmen die Teilnehmer mit auf einen virtuellen Spaziergang durch das alte Remscheid. Dabei ging es auch über die Alleestraße, die schon 1930 eine Prachtstraße war. Foto: Michael Schütz/RGA-Archiv

Daniel Sieper lud mit der Johannisloge zu einer historischen Stadtführung ein

Von Stephanie Licciardi

Alt-Remscheid An der Hausanschrift Nummer 1 in der früheren Villenstraße, heute Konrad-Adenauer-Straße, beginnt die rund 1,2 Kilometer lange Tour. Vorbei am Markt und der Böker-Villa geht es die Alleestraße hoch. Doch halt, die Teilnehmer sitzen bequem im Warmen zu Hause, vielleicht stehen Knabbereien und ein dampfender Punsch auf dem Tisch, während der Tourguide mit Hilfe von Bildern, die auf dem Bildschirm aufploppen, durch das frühere und heutige Remscheid leitet.

Unter dem Motto „Durch die Remscheider Innenstadt – Auf den Spuren der Remscheider Freimaurer“ entführte Daniel Sieper, Gästeführer für das Bergische Land der Aktion Bergisch Erlebnis der Initiative „Die Bergischen Drei“, 55 Teilnehmer auf eine virtuelle Entdeckungstour durch das nächtliche Remscheid.

Die digitale Tour sei eine Premiere, erzählt der Remscheider im Vorfeld. Zu Beginn gibt Sieper einen kurzen Einblick in die Stadtgeschichte zur Zeit der Industrialisierung und ihren Fortschritt im Bergischen Land und der Seestadt auf dem Berge. „Die Schnelllebigkeit dieser Zeit“ benennt Tourguide Daniel Sieper. „Remscheid ist nahezu explodiert“ im 19. Jahrhundert. So versechsfachte sich die Einwohnerzahl in nur sechzig Jahren. Kranken- und Trinkwasserversorgung, der Bau eines Krankenhauses und Schaffung von Wohnraum sorgten für einen rasanten Anstieg.

Doch kehren wir zurück zur Tour. „Remscheid hatte einen so tollen Ruf, dass Kaiser Wilhelm II der Stadt einen Besuch abstattete“, so Sieper. Neben noch heute bestehenden Gebäuden führt die virtuelle Strecke vorbei an der „Hesseninsel“, am Gebäude des „Remscheider Tagblatts“ und entlang der Alleestraße, vorbei am Stadthof in Richtung Hotel „Zum Weinberg“. Eine Übernachtung kostete anno dazumal rund 2,50 Mark. „Das war schon recht teuer, dort zu wohnen“.

Rundgang mit der Johannisloge organisiert

Bildmaterial des ehrwürdigen Hauses, in dem es eine Lottoannahmestelle gab und so mancher Abschlussball organisiert wurde, existiert nicht mehr. Was einst ein Hotel war, beherbergt ab 1902 die Johannisloge „Zu den Romeriken Bergen“. Nach dem Bombenangriff 1943 wurde das Gebäude abgerissen.

„Die Geschichte der Remscheider Freimaurer übt auf viele Bürgerinnen und Bürger eine große Faszination aus“, weiß Daniel Sieper. In Kooperation mit der Johannisloge organisierte Sieper den Abend. „In diesem Jahr fielen wegen der Corona-Pandemie alle Führungen und Touren, auch die anlässlich der Nacht der Kulturen aus.“

Siepers Steckenpferde sind die Werkzeugtrasse, die Remscheider Innenstadt sowie Geo-Caching-Touren mit historischem Touch. Mit der virtuellen Reise durch die Geschichte der Freimaurer möchte Daniel Sieper „seinen“ Gästen in der Pandemiezeit ein Erlebnis der besonderen Art bieten. „Ich könnte mir denken, dass es viele Menschen gibt, die vielleicht allein in dieser Zeit zu Hause sitzen und sich darüber freuen, wenn sie die frühere Alleestraße, den Markt und den alten Stadthof noch mal sehen.“

Im Anschluss an den Rundgang lüftete Arndt Halbach, Alt-Logenmeister der Johannisloge, in einem Vortrages zum Thema „Ist es ein Geheimbund oder ein Bund mit Geheimnissen“ so manches Rätsel rund um bekannte Freimaurer, Rituale und Symbole.

Erlebnistouren

Im Rahmen der Initiative der „Die Bergischen Drei“ absolvierte Daniel Sieper mit 23 Kollegen von September 2019 bis Februar 2020 eine Ausbildung zum regionalen Gästeführer an der VHS Solingen. Eine gemeinsame Angebotsplattform an Führungen ist für 2021 geplant.

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