Rotationstheater

Nirvana, Led Zeppelin und Heinz Rudolf Kunze: Klassik von einer anderen Saite

Katharina Garrard gastiert gerne in Remscheid, wie sie dem Publikum erzählte. Foto: Michael Schütz
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Katharina Garrard gastiert gerne in Remscheid, wie sie dem Publikum erzählte.

Katharina Garrard überzeugt an Violine und Piano beim Auftritt im Rotationstheater Lennep. Natascha Jaffe (Cello) unterstützt sie.

Von Peter Klohs

Lennep. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war die Musikerin Katharina Garrard zum letzten Mal Gast im Lenneper Rotationstheater. Zu ihrem Konzert am Samstagabend hatte sich die Violinistin, Pianistin und Sängerin Verstärkung mitgebracht: Die Cellistin Natascha Jaffe, wie Garrard in Berlin beheimatet, unterstützte die beinahe zweistündige Show.

Der Beginn war sphärisch. Langsam schälte sich das Adagio in g-moll von Tomaso Albinoni in den Vordergrund, von Violine und Cello zweistimmig intoniert, mit so eben noch bemerkbaren Beats unterlegt. Erste Doppelgriffe kommen zur Anwendung.

Das Programm „Klassik von einer anderen Saite“ hat begonnen. Die Stärke von Garrard ist ihre Vielseitigkeit. Sie liebt klassische Musik über alles, hört aber auch mit Vergnügen Rock und Pop bis hin zum Heavy Metal und Techno. Alles das wird das Publikum noch hören. Es steht Crossover auf dem Programm.

Zwischen Bach und John Legend: Musikerinnen überwinden Grenzen

John Legend wird gespielt. „Das ist ein Liebeslied, in dem nichts geschieht, das einfach nur schön ist“, kündigt Garrard an. Das stimmt. Vielleicht auch einen Schimmer zu schön und damit belanglos. Da ist die Introduktion von Camille Saint-Saëns schon eine andere Hausnummer und setzt die Beherrschung einiger extremer Fingersätze voraus.

Kurz vor der Pause darf Natascha Jaffe ein Solo spielen. Sie nutzt ihre acht Minuten auf herausragende Weise: Ein Satz aus einer Bach-Suite für Cello solo wird variiert und dynamisch weitergesponnen. Atemberaubend. Als das Duo nach der Pause die Bühne betritt, gibt es zunächst etwas auf die Ohren: Der Led-Zeppelin-Rocker „Kashmir“ wird gespielt, und es wird laut im Theater. Garrard wechselt ans Piano und beweist bei einer fragilen Fassung von „Smells like teen spirit“ (Nirvana) ihre Sensibilität. Höhepunkt der Piano-Songs ist Heinz Rudolf Kunzes Hit „Dein ist mein ganzes Herz“, dargeboten in einer wehmütigen Pianoballade ohne jede technische Unterstützung. Fabelhaft.

Auch das Publikum darf zum Gelingen des Abends beitragen und folgt der Musikerin, die spontan dazu auffordert, Leonard Cohens „Halleluja“ dreistimmig zu singen, was sehr gut funktioniert. „Ich weiß schon, warum ich so gerne nach Remscheid komme“, ruft Garrard ins dreißig Köpfe zählende Publikum.

Mozarts „Königin der Nacht“ ist die erste Zugabe. Das Duo beweist, dass sich Oper und Techno nicht zwangsläufig ausschließen müssen: Es groovt herrlich. Und mit „Forever Yours“ bedankt sich die vielseitige Musikerin bei den Besuchern. Begeisterter Applaus verabschiedet das Duo von der Bühne.

Das nächste Konzert im Rotationstheater ist für Freitag, 12. November, vorgesehen. Dann sind Jörg Hegemann und Paul G. Ulrich in Remscheid zu Gast. Das Duo spielt modernen Boogie Woogie.

Auch interessant aus Lennep: Die Beleuchtung der Lenneper Kirche ist ein Sanierungsfall

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