Kommunalwahl 2020

Vieles bleibt beim Alten: Zwei Rot, zwei Schwarz

Trotz des Siegs in Lennep nicht ganz zufrieden: Tanja Kreimendahl und Markus Kötter von der CDU. Foto: Roland Keusch
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Trotz des Siegs in Lennep nicht ganz zufrieden: Tanja Kreimendahl und Markus Kötter von der CDU.

Ergebnisse der Wahlen zu den Bezirksvertretungen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ob Stadtrat oder Oberbürgermeister – die Wahlsieger am Sonntag trugen die Farben Rot und Grün. Doch während sich die Verhältnisse im Rat dadurch ordentlich verschoben, blieb in den vier Bezirksvertretungen vieles beim Alten. Wie bisher holte die CDU in Lennep und Lüttringhausen die meisten Stimmen, während in Alt-Remscheid und im Südbezirk auch zukünftig die SPD die größte Fraktion in der jeweiligen BV stellt.

„Die Wahl spiegelt das Ergebnis der Arbeit der letzten sechs Jahre wider“, erklärte dann auch ein merklich zufriedener Stefan Grote, Bezirksbürgermeister in Süd. 39,5 Prozent der Stimmen holten seine Sozialdemokraten bei der BV-Wahl im Südbezirk. Das lag sogar noch über dem Ergebnis von 2014. Und weil die CDU von über 39 auf unter 28 Prozent absackte, reichte es für einen deutlichen Sieg. Die SPD wird mit fünf Mitgliedern in die BV Süd einziehen. Die CDU stellt künftig drei Mitglieder, Grüne, FDP und AfD je eins.

„Wir werden das jetzt so umsetzen, wie uns der Wähler es aufgetragen hat.“

Markus Kötter (CDU)

Dabei habe er befürchtet, dass der Bundestrend seine Partei auch hier erwischen könnte, gab Grote zu. „Aber die Remscheider können das auseinanderhalten.“ Für ihn ein klarer Auftrag, wieder als Bezirksbürgermeister zu kandidieren, wie er sagt: „Das habe ich ja immer so angekündigt.“

Auch den alten wie neuen Bezirksbürgermeister in Alt-Remscheid wird wohl die SPD stellen. Fast 38 Prozent holten die Sozialdemokraten hier, das entspricht ziemlich genau dem Ergebnis von 2014. Mit Otto Mähler an der Spitze ziehen gleich sieben Sozialdemokraten in die größte Remscheider BV ein. Die CDU, die fast zehn Prozentpunkte weniger als vor sechs Jahren holte, stellt zukünftig fünf, die Grünen drei Mitglieder, außerdem ist je eines von den Linken, der FDP, Pro Remscheid und von der AfD dort vertreten.

Sitze in den Bezirksvertretungen

Die Wahl gewonnen – und trotzdem nicht ganz zufrieden, so zeigte sich Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter. Zwar konnte seine CDU den Status als stärkste Kraft in der Bezirksvertretung der ehemaligen Kreisstadt verteidigen, musste aber Einbußen hinnehmen und auch einen Sitz abgeben. Das spiegele nicht die gute Arbeit wider, die man in den vergangenen Jahren geleistet habe, so Kötter: „Aber wir werden das jetzt so umsetzen, wie uns der Wähler es aufgetragen hat.“ Das Ergebnis sei wohl auch Folge des bundesweiten Trends, meint Kötter: „Aber in Lennep und auch in Lüttringhausen haben wir ja noch mit am besten abgeschnitten.“ Auch ein Verdienst des Teams vor Ort, ist der Bezirksbürgermeister überzeugt: „Wir waren immer für alle ansprechbar.“

So verliert die CDU in Lennep „nur“ knapp fünf Prozentpunkte und kommt nun auf 33,8 Prozent. Das bedeutet vier Sitze in der BV Lennep und damit einen mehr als die SPD für ihre 27,3 Prozent erhält, was nur 0,6 Prozent unter dem Ergebnis von vor sechs Jahren liegt. Komplettiert wird die Bezirksvertretung von zwei Grünen und je einem Vertreter der Linken und der AfD.

Und auch in Lüttringhausen bleibt die CDU trotz Verlusten stärkste Kraft – was sich aber nicht in der Anzahl der Sitze niederschlägt. 33,7 Prozent der Stimmen konnten die Christdemokraten auf sich vereinen. Fast acht Prozentpunkte weniger als 2014. Aber immer noch zwei mehr als die SPD, die nur gut drei Prozent verloren hat. Trotzdem gibt es aufgrund von Rundungen für beide Parteien je vier Sitze in der BV Lüttringhausen. Zudem erhalten die Grünen zwei Sitze und Pro Remscheid einen.

Spannend dürfte es in Lüttringhausen deswegen bei der Wahl des Bezirksbürgermeisters werden. Sowohl die SPD von Jürgen Heuser, bis 2014 Bezirksbürgermeister, seither stellvertretender, als auch die CDU von Andreas Stuhlmüller, aktuell Bezirksbürgermeister, zuvor Heusers Stellvertreter, könnten Ansprüche anmelden. Für Streit dürfte das allerdings kaum sorgen. Die BV Lüttringhausen ist bekannt für ihre gute Zusammenarbeit – insbesondere zwischen Stuhlmüller und Heuser.

Hintergrund

Die vier Bezirksvertretungen sind die Parlamente der Stadtteile. Anders als beim Stadtrat gibt es aber keine Direktkandidaten, es handelt sich um eine reine Listenwahl. Die Sitze in der BV werden im Verhältnis der abgegeben Stimmen von den vorher festgelegten Listen der Parteien vergeben. Meist stellt die stärkste Fraktion in der BV den Bezirksbürgermeister, den die Bezirksvertretung aus ihren Reihen wählt.

Bei der OB-Wahl gewinnt Mast-Weisz in Remscheid deutlich.

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