Umwelt

Verseuchter Bach wird ab 2018 sauberer

Der Ohlsiepen mündet nahe dem Wiesenkotten in die Wupper. Schilder war-nen davor, mit dem Wasser in Berührung zu kommen. Foto: Roland Keusch
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Der Ohlsiepen mündet nahe dem Wiesenkotten in die Wupper. Schilder warnen davor, mit dem Wasser in Berührung zu kommen.

Schilder warnen seit zwei Jahren vor Kontakt mit dem Wasser des Ohlsiepen bei Westhausen.

Von Andreas Tews

Der kleine Bach Ohlsiepen führt von seiner Quelle bis zur Mündung in die Wupper vergiftetes Wasser. Schilder warnen vor seinem Wasser. Darauf ist seit zwei Jahren zu lesen: „Verunreinigtes Gewässer! Hautkontakt vermeiden! Kein Trinkwasser!“ Sie werden wohl noch einige Zeit stehenbleiben müssen. Die Ausschreibung für ein Gutachten laufe, erklärte die Sprecherin des NRW-Verbandes für Flächensanierung und Altlastensanierung (AAV), Sabine Schidlowski-Boos. Mit ersten „Sofortmaßnahmen“ rechnet sie für das kommende Jahr.

Der Ohlsiepen entspringt bei Westhausen. Er mündet gegenüber dem Wiesenkotten zwischen Müngsten und Burg in die Wupper. Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass das Wasser des Baches, wie auch das des nahe gelegenen Westhauser Baches, verseucht ist. Als Ursache dafür haben die Behörden die Hinterlassenschaften eines ehemaligen Galvanik-Betriebes im Bereich Reinshagen ausgemacht. Abwasser aus der Produktion, die dort von 1954 bis 2014 lief, versickerten im Boden und haben sich bis zu einer Tiefe von 20 Metern ausgebreitet. Auch das Grundwasser ist betroffen. Darin wurden bereits seit dem Jahr 1994 Chrom, Chromat und Nickel nachgewiesen. Schon damals galten die Bachquellen als belastet. Die Behörden begannen ab 1997, das Grundwasser abpumpen zu lassen.

Jetzt soll das verseuchte Gelände grundlegend saniert werden. Beim AAV geht man davon aus, dass im Mai ein Gutachter mit der Untersuchung des verseuchten Geländes oberhalb des Ohlsiepen beauftragt werden kann. Zu dessen Aufgaben soll es auch gehören, erste Schritte in die Wege zu leiten, um das Grundwasser entscheidend zu entlasten. Der Leiter des Remscheider Umweltamtes, Wolfgang Putz, geht davon aus, dass das Grundwasser abgepumpt und gereinigt werden muss.

Ähnlich werde man wohl zunächst auch mit dem Quellwasser des Baches verfahren. Es werde an die Oberfläche gepumpt, dort gereinigt und anschließend wieder in das Bachbett geleitet. Der Bach solle nicht trockenfallen, betonte Putz, weil dies sonst ökologische Folgen hätte.

Das Gelände eines früheren Betriebes muss saniert werden

Auf dem Gelände des früheren Galvanik-Betriebes stehen aber noch viel umfangreichere Arbeiten an. Der verseuchte Boden muss komplett ausgebaggert werden. Putz hofft, dass auch damit möglichst bald begonnen werden könne. Bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, werden nach Einschätzung des Amtsleiters wohl noch 15 Jahre ins Land ziehen. Insgesamt rechnen die Behörden mit Kosten von 3,45 Millionen Euro. Laut Putz hat sich daran in den vergangenen zwei Jahren nicht viel geändert. 80 Prozent wird nach seinen Angaben der AAV tragen. Den Rest von 690 000 Euro muss mit hoher Wahrscheinlichkeit die Stadt Remscheid übernehmen.

Der Wupper droht laut Amtsleiter Putz keine Gefahr. Dafür sei die Giftstoff-Konzentration im Ohlsiepen dann doch zu niedrig.

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