Beitragszahlung

Verpflegung: Protest gegen Einzug der Beiträge ab Mai

Wirtschaftliche Zwänge lassen der Verlässlichen keine Wahl: Matthias Spaan hat die Lage in einem Brief an die Eltern erklärt. Foto: Roland Keusch
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Wirtschaftliche Zwänge lassen der Verlässlichen keine Wahl: Matthias Spaan hat die Lage in einem Brief an die Eltern erklärt.
  • Andreas Weber
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Verlässliche begründet, warum Eltern 54 Euro zahlen müssen, die ihre Kinder momentan nicht in die OGS schicken.

Remscheid. Der Ärger um die Beitragszahlung für den Mittagstisch im Offenen Ganztag in Zeiten der Notbetreuung geht weiter. Im Januar hatte Die Verlässliche e.V., Verein zur Betreuung und Förderung von Schulkindern, für Unverständnis bei den Eltern gesorgt, die ihre Kinder – wie vom Gesetzgeber dringend gewünscht – zu Hause ließen, kein Essen in Anspruch nahmen, aber zunächst 54 Euro für den Monat abgebucht bekamen. Warum müssen wir für eine nichterbrachte Leistung zahlen?, klagten viele.

Die Verlässliche fand eine Lösung: Im Januar wurde allen Eltern auf eigenen Wunsch 50 Prozent der Verpflegungspauschale erstattet. Von Februar bis April wurde nur den Eltern der Betrag berechnet, die ihren Nachwuchs in die OGS schickten. Von Mai bis Juli wird nun wieder der volle Satz gelten.

„Nach Absprache mit den OGS-Elternräten“, wie Die Verlässliche in einem Rundbrief betonte. Protest regt sich indes. „Ich stimme dem nicht zu“, erklärte Nadine Ortes dem RGA. „Viele Eltern haben aus diesem Grund den Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt. Die es beruflich auf lange Sicht nicht können, haben einen anderen Weg gewählt.“ Wie Nadine Ortes. Sie lässt ihre Tochter zwar zu Hause, wird sie aber ab Mai zur Mittagszeit mit einer Tupperdose zur Walther-Hartmann-Schule schicken, um ihre Ration abzuholen.

Ein Vater, dessen sechs und acht Jahre alte Kinder die OGS Struck besuchen, hält das Vorgehen von Die Verlässliche für eine „Frechheit“. Seine Familie sei vernünftig, halte sich an die Spielregeln und werde dafür bestraft. „Ab Mai in die Vollen zu gehen, finde ich unangemessen.“ Der Vater schimpft: „Rechtlich ist an dem Vertrag nicht zu rütteln, aber menschlich gesehen ist das von der Verlässlichen ein Unding.“

„Wir bleiben auf den Kosten sitzen und können diese finanziell nicht auffangen.“

Matthias Spaan, Die Verlässliche

In einem zweiseitigen Schreiben an die Eltern hat die Verlässliche am 26. April ihre Entscheidung detailliert begründet. Darin weist der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Spaan daraufhin, dass die Verlässliche verpflichtet sei, das Angebot vorzuhalten. Das Verhältnis von Personalkosten und Einkauf für Lebensmittel liege im Bundesdurchschnitt von 70 zu 30 Prozent. „Ob unsere Küchenmitarbeiter für 50 oder für 100 Kinder Kochen, macht vom Arbeitsaufwand im Rahmen des Kochprozesses nur einen marginalen Unterschied.“ Alle Anforderungen an die Hygienebedingungen seien herausfordernd, nicht nur bei den üblichen Reinigungsarbeiten, sondern auch, weil sich der Essensrhythmus verändere, mehrere Kleingruppen parallel laufen.

„Im Normalbetrieb hätten wir bei einer viergruppigen Einrichtung, im optimalen Fall vier bis sechs Essensgruppen. Während der Coronapandemie hatten wir bis zu acht bis zehn Essensgruppen in einer viergruppigen Einrichtung“, teilte Spaan mit. Alle diese Punkte würden dazu führen, dass sich die Arbeitszeit der Küchenmitarbeiter nicht in dem Maße verkürze, dass die Personalkosten über das Instrument der Kurzarbeit ausgeglichen werden könnten.

„Kurz gesagt: Wir bleiben auf den Kosten sitzen und sind finanziell nicht in der Lage diese aufzufangen.“ Die Verlässliche weist auch daraufhin, dass sie keinerlei finanzielle Unterstützung bekäme. „Letztenendes ist das gesamte Projekt der frischen Küche stark gefährdet und läuft Gefahr, einen massiven Qualitätsverlust zu erleiden“, befürchtet Spaan.

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