Pro Familia kümmert sich um die Abwicklung

Verhütung: Städtischer Fonds hilft bedürftigen Frauen

Carmen Manstein (l.), Leiterin von Pro Familia Remscheid, und Kerstin Hohs, Diplom-Psychologin und Familientherapeutin. Foto: Roland Keusch
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Carmen Manstein (l.), Leiterin von Pro Familia Remscheid, und Kerstin Hohs, Diplom-Psychologin und Familientherapeutin.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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100 Rezepte werden pro Jahr eingelöst

Remscheid. Seit gut 15 Jahren hat sich ein besonderer Fonds in der Stadt Remscheid bewährt, ermöglicht er Frauen doch ein selbstbestimmtes Leben: der Verhütungsmittelfonds. Nachdem der Topf in den vergangenen Jahren meist schon im Herbst ausgeschöpft war, wurde das Budget 2019 von der Stadt erstmalig erhöht – um fast 40 Prozent. Um die Abwicklung kümmert sich Pro Familia an der Winkelstraße. Wir klären auf.

Wer profitiert vom Verhütungsmittelfonds?

Frauen und Familien mit Hilfebedürftigkeit, erklärt Carmen Manstein, Leiterin von Pro Familia Remscheid. Also diejenigen, die Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II beziehen, aber auch Geringverdienerinnen. Sie müssen nachweisen, dass sie bedürftig sind. „Die Familienplanung ist aus Sicht von Pro Familia ein Menschenrecht“, sagt Kerstin Hohs, Diplom-Psychologin und systemische Familientherapeutin. Der Fonds habe daher gleich mehrere Vorteile: Frauen können sicher verhüten, auch wenn das Geld knapp ist. Zudem werde dadurch nicht nur eine ungewollte oder ungeplante Schwangerschaft vermieden, sondern auch Schwangerschaftsabbrüche.

Welche Verhütungsmittel werden bezuschusst?

Verschreibungspflichtige Verhütungsmittel wie die Antibabypille, das Hormonpflaster, die Hormonspritze, der Vaginalring, aber auch die Spirale. Seit vergangenem Jahr sogar Sterilisationen oder Vasektomien. „Das sind jedoch Einzelfallentscheidungen, weil hohe Summen anfallen. Sterilisationen werden auch nur gering nachgefragt“, sagt Hohs. Während die Antibabypille komplett bezahlt werde, seien es beispielsweise bei einer Hormonspirale, die gern 360 Euro koste, etwa 275 Euro. Grundsätzlich gilt: Frauen können nur so lange unterstützt werden, wie Geld im Topf ist. „Die Aufstockung hat schon einiges gebracht, wir können viel mehr Frauen versorgen“, erklärt Manstein.

Wie viele nutzen das Angebot?

Im Jahr werden rund 100 Rezepte eingelöst. Einige Remscheiderinnen suchen Pro Familia für die „Pille“ regelmäßig auf. Eine Spirale wurde dieses Jahr bislang 50 Mal nachgefragt.

Wie läuft die Ausgabe genau ab? Die Klientin erhält bei ihrem Gynäkologen ein entsprechendes Rezept. Dieses zeigt sie bei Pro Familia, Winkelstraße 2a, vor, und erhält – nachdem die Bedürftigkeit festgestellt wurde – einen Stempel. Damit geht sie in die Apotheke, löst das Rezept ein, und die Apotheke rechnet direkt mit Pro Familia ab. „Wir haben hier keine Verhütungsmittel liegen“, betont Hohs.

Kontakt: Tel. 97 33 03

remscheid@profamilia.de

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