Steigende Energiekosten

Kein warmes Wasser mehr: Vereine werden beim Duschen kalt erwischt

Im RTV-Vereinseigentum in der Theodor-Körner-Straße wird noch warmgeduscht: Tim Boretius (RTV) dreht am Hahn.
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Im RTV-Vereinseigentum in der Theodor-Körner-Straße wird noch warmgeduscht: Tim Boretius (RTV) dreht am Hahn.
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Stadt dreht in 14 Hallen warmes Wasser ab.

Von Andreas Weber

Remscheid. Kalt erwischt wurde der RTV nach den Sommerferien. In der Sophie-Scholl-Halle floss kein warmes Wasser mehr. Denn seit dem 8. August macht die Stadt ihre Ankündigung wahr, Energiekosten auch in den Sporthallen zu sparen. Indes: Eingeweiht war niemand. Die Vereine wussten von nichts, das Sportamt und der Sportbund ebenso wenig. „Ich finde diese mangelnde Kommunikation eine Frechheit“, ärgert sich Vorstandsmitglied Daniela Gradante, verantwortlich für die sportlichen Belange.

Unmut über diese Entscheidung hätte es vermutlich auch so gegeben, weil sie nicht viel bringe, meint Daniela Gradante. „Da gehen Leute klitschnass aus der Halle, die dann zu Hause duschen müssen. Damit werden die Kosten nur auf die Privathaushalte verschoben“, findet Gradante. Nicht Bescheid zu geben, sei ein starkes Stück, zumal offensichtlich nicht einmal die interne Abstimmung in der Verwaltung funktioniert habe.

Sportbund-Geschäftsführerin Emel Dutkun setzte sich, nachdem sie vom RTV am 19. August in Kenntnis gesetzt worden, umgehend mit dem Sportamt zusammen. „In der heißen Jahreszeit ist eine kalte Dusche noch okay, aber wenn die Wintersaison beginnt, muss warmes Wasser fließen“, forderte Emel Dutkun. Das wird so kommen.

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Gebäudemanager Thomas Judt: Der Einspareffekt ist gering

Im Schulausschuss kündigte Thomas Judt (Gebäudemanagement) an, dass mit dem Sportbund vereinbart worden sei, dass mit dem Ende der Herbstferien in den Hallen ab dem 17. Oktober wieder warmes Wasser aus den Duschköpfen fließen werde.

Ohnehin gibt es auch jetzt Ausnahmen. „Wir haben nur dort abgestellt, wo wir uns keine Problematik mit Legionellen schaffen“, deutete Judt an. In der Halle Neuenkamp zum Beispiel kommt weiter warmes Wasser an. Die Bundesliga-Handballer des BHC und des ukrainischen Meisters HC Motor Zaporozhye werden es nach ihrem Freundschaftsspiel in Neuenkamp am vergangenen Freitagabend gedankt haben.

Betroffen von der Kaltwasserversorgung sind 14 Hallen in Remscheid: neben der Sophie-Scholl auch die des KKB (plus deren Dependance Tersteegenstraße), die Grundschulen Dörpfeld, Freiherr-vom-Stein-, Hasten, Reinshagen, Am Stadion, Adolf-Clarenbach, Steinberg, KGS Franziskus, das Weiterbildungskolleg, GGB und die AES.

Generell, erklärte Thomas Judt im Schulausschuss, sei das Gegensteuern vor dem drohenden Energiemangel in Remscheid eine zweischneidige Angelegenheit. „Denn Energiemanagement betreiben wir seit über 35 Jahren und haben dabei schon viel gespart.“ Viel mehr gehe nicht. Judt geht davon aus, dass die Stellschrauben, an denen die Verwaltung bei seinen eigenen Immobilien noch drehen kann, nur zu minimalen Ersparnissen führen werden. „In Remscheid wird der Effekt gering sein. Wenn wir fünf Prozent sparen, sind wir gut.“

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