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Vereine in Remscheid modernisieren ihre Sportstätten

Jetzt kann die Halle Ehringhausen auf Vordermann gebracht werden: ETV-Vorsitzende Ulrike Schatton freut sich über Landesmittel. Foto: Roland Keusch
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Jetzt kann die Halle Ehringhausen auf Vordermann gebracht werden: ETV-Vorsitzende Ulrike Schatton freut sich über Landesmittel.

Erste Bescheide für Mittel aus Landesprogramm liegen vor – 13 Clubs profitieren.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Nachricht erreichte den Ehringhauser TV in einer Zeit, in der das Vereinsleben stillsteht. Abseits des Sportbetriebs sorgte die Rückmeldung aus der Staatskanzlei in Düsseldorf vor anderthalb Wochen für einen Motivationsschub. 69 638 Euro stehen kurz vor der Bewilligung. Mit der Summe aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ kann der Turnverein dringende Maßnahmen bei der Gebäude- und Dachsanierung und Heizungserneuerung anpacken. Vergangenes Wochenende hat der Vorstand um Ulrike Schatton den Zuwendungsantrag abgeschickt und erwartet nun den endgültigen Bescheid von der NRW-Bank.

„Das Geld ist ein Segen für uns“, sagt die 60-jährige Vorsitzende. Denn das Maßnahmenpaket in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro hilft Sportvereinen mit Eigentum, ihre Immobilie in Schuss zu bringen. Die ETV-Turnhalle, 20 x 10 Meter groß, ist im Besitz des Vereins.

Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1929, wurde Anfang der 70er Jahre grundsaniert, ist mittlerweile über den Zenit. Durch das leicht geneigte Flachdach regnete es im Winter 2019 rein. Der Dachdecker riet, keine Flickschusterei zu betreiben, sondern ein neues Dach mit Dämmung draufzusetzen, modernen energetischen Standards entsprechend. „Moderne Sportstätte 2022“ macht dies jetzt möglich.

Auch der Feuchtigkeitsschaden an einer Wand im Übergang zum Anbau kann mit Landesmitteln beseitigt werden. Für die 370 Mitglieder, die in der Sportstätte Turnen, Gymnastik, Aerobic, Fitness und Tai Chi betreiben, ist dies eine beruhigende Kunde. Denn der kleine, familiär geprägte Vorort-Verein musste handwerkliche Leistungen in der Vergangenheit immer mit viel Eigenleistung stemmen. „Bei Reparaturen muss genau aufs Geld geguckt werden. Alles ist knapp kalkuliert, und es dauert endlos lange, bis man Rücklagen gebildet hat“, meint Ulrike Schatton.

Mit dem NRW-Programm sollte es schneller klappen. Die Fördersumme liegt bei 82 Prozent, die restlichen 15 000 Euro steuert der ETV bei. „Das müssten wir schaffen, ohne einen Kredit aufzunehmen“, glaubt Schatton, Turnerin, und seit zwei Jahren an der Spitze des Clubs. In einem ersten Schritt werden Fördermittel in Höhe von 70 Prozent der Gesamtsumme von der NRW-Bank ausgezahlt, die verbliebenen 30 Prozent folgen, wenn die Nutznießer nachweisen, dass sie die Maßnahmen bestimmungsgemäß durchgeführt haben.

Insgesamt 13 Remscheider Vereine mit Eigentum profitieren von der Ausschüttung (siehe Info-Kasten). Andrea Milz (CDU), für Sport und Ehrenamt zuständige Staatssekretärin in Düsseldorf, stellt fest: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung unserer Sportstätten in NRW zu leisten. Dies ist uns mit diesem Förderprogramm gelungen. Nun können wir den Sanierungsstau deutlich reduzieren.“

Dass dies alles nach zehn Monaten Vorlauf möglich wird, dafür findet Ulrike Schatton einen Namen: den Sportbund Remscheid. „Dessen Betreuung bei der Antragstellung war 1a. Durch die Hilfestellung sind wir vorbildlich durch das Verfahren geleitet worden.“ Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des Sportbundes, lobt den einmaligen Fördertopf, der bei allen Vereinen landauf, landab gut angekommen sei: „Das Tolle daran ist auch, dass der Sport darüber allein verfügen konnte.“ Ulbrich drückt seine Hoffnung aus, dass das Landesprogramm angesichts des riesigen Investitionsvolumens bei Sportstätten eine Neuauflage nach 2022 erfährt.

Bei der Mitgliederversammlung Mitte April wollte der ETV eigentlich die Neuigkeit aus Düsseldorf verkünden. Corona ließ dies nicht zu. Auch von Mund zu Mund beim Sport ist dies schwierig. Mittlerweile könnte der Betrieb in der Halle zwar langsam wieder anlaufen. Der Vorstand hat sich allerdings beim Re-Start zur Zurückhaltung entschieden. Denn die einzelnen Gruppen sind meist so groß, dass sie den Rahmen von maximal zehn Breitensportlern in der Halle sprengen würden.

1,491 Millionen Euro können Remscheider Sportvereine mit Eigentum aus „Moderne Sportstätte 2022“ schöpfen. Mit Unterstützung des hiesigen Sportbundes sind alle 13 Anträge in Düsseldorf auf einem guten Weg, acht wurden bereits genehmigt. Nutznießer werden der BV 1910, die Tennisclubs Blau-Weiß, Rot-Weiß und Grün-Weiß, TV Hasten, LTG, Goldenberger TV, RTV, RSV, Remscheider Segelyachtclub, der Schützenverein von 1816, Lenneper Schützenverein von 1805 und der TV Ehringhausen sein.

Während der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Teo Otto Theater hat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zwei Vereine mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

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