Verein BAF setzt auf Vertrauen der Flüchtlinge

Sie versuchen, Vertrauen aufzubauen. "Das ist uns das Wichtigste", sagt Daniela Krein, Geschäftsführerin des Vereins "Begegnen, Annehmen, Fördern" (BAF). Im Auftrag der Stadt betreut BAF die fünf Asylbewerberheime im Stadtgebiet.

"Wir stellen die Hausmeister und den Sozialdienst", erklärt Daniela Krein.

Zum Sozialdienst zählt alles, was das tägliche Leben der Flüchtlinge betrifft: Gesundheit, Arbeitssuche, Aufenthaltsgenehmigungen und finanzielle Probleme. "Gerade muslimische Familien haben oft Schwierigkeiten damit, ihre Probleme aus der Kernfamilie herauszutragen", berichtet Daniela Krein. "Wenn sie sich aber erstmal geöffnet haben, erfahren wir oft so viel, als gehörten wir selbst zur Familie." Das Vertrauen sei wichtig für die weitere Arbeit des Sozialdienstes. "So können wir bei den Behörden das Bestmögliche für sie erreichen."

Dass die BAF-Mitarbeiter eng mit der Stadt kooperieren, ruft bei vielen Asylbewerbern Misstrauen hervor. "Die Verwaltung ist für viele immer noch ein rotes Tuch", sagt Daniela Krein. "Ihr steckt doch mit denen unter einer Decke", sei ein häufiger Vorwurf. Dabei sei die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Remscheid für die Menschen eher von Vorteil. "Wir haben so schon vieles Unmögliche möglich gemacht. Zum Beispiel bei Aufenthaltsgenehmigungen."

Daniela Krein betont gleichwohl, dass die Flüchtlinge nicht nur Rechte, sondern ebenso Pflichten hätten. Dazu gehöre beispielsweise die Dokumentation der Anwesenheit. "Sie sind als Asylbewerber verpflichtet, ihren Aufenthaltsort nachzuweisen. Daran lässt sich nun mal nichts ändern." Ärger gibt es "immer mal wieder" Ärger, so Daniela Krein, gebe es "immer mal wieder".

Vor allem dann, wenn den Flüchtlingen die Leistungen gekürzt werden. "Das hat aber immer Gründe", unterstreicht die Geschäftsführerin. "Und die versuchen wir ihnen deutlich zu machen." In den meisten Fällen laufe das Miteinander reibungslos. "Mit den Familien in den Heimen an der Wülfingstraße, am Talsperrenweg und an der Weststraße kommen wir wunderbar zurecht", berichtet Krein. "Wenn auch in einem Haus manchmal zehn Nationen unter einem Dach leben, verläuft der Alltag sehr harmonisch."

Hilfe kommt auch immer mal wieder von außen: "Die Nachbarn an der Wülfingstraße unterstützten uns zum Beispiel oft mit gebrauchten Möbeln oder Kleidung", erzählt Daniela Krein. Als Gegenleistung bieten die Asylbewerber hin und wieder Hausmeisterdienste an.

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