Unterstützung von Möhrchen

Verein kann in der Krise nur sporadisch helfen

Michael Wellershaus (hinten v. l.) und Burkhard Mast-Weisz nahmen in diesen Tagen für den Verein eine Spende über 2000 Euro von Yilmaz Günay (vorne v. l.) und Ersin Köroglu von der Plattform Projektentwicklung GmbH entgegen. Foto: Roland Keusch
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Michael Wellershaus (hinten v. l.) und Burkhard Mast-Weisz nahmen in diesen Tagen für den Verein eine Spende über 2000 Euro von Yilmaz Günay (vorne v. l.) und Ersin Köroglu von der Plattform Projektentwicklung GmbH entgegen.

Kindern aus schwierigen Verhältnissen fehlt die Unterstützung von Möhrchen.

Von Sabine Naber

Im Februar 2006 gründete sich im Turmstübchen des Remscheider Rathauses der Verein Möhrchen. Mit dem Ziel, dass auch Kinder, deren Eltern sich das Mittagessen in den Schulen für ihre Kinder nicht leisten können, nicht zugucken müssen, wenn sich Klassenkameraden mittags an den Tisch setzen. Sechs Jahre später entschloss man sich, auch die Finanzierung eines Frühstücks zu übernehmen.

Die Pandemie bringt es seit geraumer Zeit mit sich, dass die Kinder entweder gar nicht oder nur vorübergehend in die Schulen kommen und gemeinsame Mahlzeiten nicht möglich sind. Gefragt, ob sich der Verein aus diesem Grund zumindest vorübergehend auch anderen Projekten zuwenden wird, antwortete Constanze Epe, die seit der Gründung im Vorstand mitarbeitet: „Wir haben schon im vergangenen Jahr unsere Satzung dahingehend geändert, dass wir zukünftig auch andere schulische Projekte fördern dürfen. Dabei dachten wir zunächst an Tablets, die von den Schulkindern beim Homeschooling gebraucht werden. Aber dann kam diese Förderung ja vom Land.“

Zwar habe man sich dann auch andere Projekte überlegt, final sei aber noch nicht abgesprochen worden, wie es weitergehen wird. Nicht zuletzt, weil keine großen Vorstandssitzungen, sondern nur ein Kassensturz stattgefunden hätten.

Auch die nächste Sitzung sei noch nicht terminiert. „Im Moment sind wir alle in dieser schwierigen Zeit ja auch mit unseren Berufen beschäftigt. Aber ich mache mir natürlich große Sorgen um unsere Möhrchen-Kinder, die so lange zu Hause bleiben mussten“, gesteht Constanze Epe. Sie ist sich sicher, dass sich die Kinder danach sehnen, wieder Normalität zu erleben, regelmäßig in die Schule gehen zu können. „Vor allem diejenigen, die aus einem schwierigen sozialen Umfeld kommen.“ Für sie seien die Grundbausteine, täglich zu frühstücken und mittags eine Mahlzeit zu bekommen, Highlights gewesen.

Welches Kind der Unterstützung bedarf, weil die wirtschaftliche Situation in der Familie problematisch ist, diese Information bekommt Möhrchen von den Schulsozialarbeiter oder den Lehrern.

Auch Constanze Epe selbst fehle der direkte Kontakt zu den Schulen und den Kindern. „Vor der Pandemie sind wir ja immer mal wieder in die Schulen gegangen. Es ist in all den Jahren ein richtiges Herzensprojekt für uns geworden. Und das stockt so ein bisschen, wenn man nicht vor Ort sein kann. Aber Präsenz ist ja auch zu Recht im Moment nicht erwünscht“, macht Constanze Epe deutlich.

Frühstück und Mittagsessen kosten bis zu 80 000 Euro pro Jahr

Der Verein Möhrchen – vertreten wird er durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz als erstem Vorsitzenden, seiner Stellvertreterin Constanze Epe und Michael Wellershaus als Schatzmeister – finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und vor allem durch Spenden. In jedem Jahr würden 70 000 bis 80 000 Euro gebraucht, um sicherzustellen, dass jedes bedürftige Schulkind ein Frühstück, ein Mittagessen bekommen kann.

Und da kommt Unterstützung wie die von der Plattform Projektentwicklung sehr gelegen. Sie spendete in diesen Tagen 2000 Euro an Möhrchen. „Grund ist, dass wir unsere Geschäftsräume in Remscheid, Hastener Straße 35 neu eröffnet haben“, sagt Geschäftsführer Ersin Köroglu.

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