Die Woche

Verdruckstes Schweigen dient nur den Hetzern

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  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Zum Wochenende legte Sars-CoV-2 wieder an Geschwindigkeit zu.

Remscheid. Seit beinahe zwei Wochen gilt die nächtliche Ausgangssperre in Remscheid. Noch zeigt sie nicht die erhoffte Wirkung. Zwar verlor das Infektionsgeschehen Mitte der Woche an Tempo, und Remscheid konnte den Spitzenplatz bei der 7-Tage-Inzidenz in NRW kurzfristig an andere Städte und Kreise abgeben, doch zum Wochenende legte Sars-CoV-2 wieder an Geschwindigkeit zu. Zugleich füllte sich die Intensivstation des Sana-Klinikums, bis die Corona-Ampel auf Gelb schaltete, das heißt, die Station ist nur noch begrenzt aufnahmebereit.

Dabei halten sich die Remscheider in großer Zahl an die auferlegten Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Und achten darauf, dass auch andere dies tun.

In der Folge wurden die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst in der vergangenen Woche zur Moschee in Stachelhausen gerufen. Nach dem traditionellen Freitagsgebet sollen sich einige Teilnehmer nicht an die geltenden Abstandsregeln gehalten haben. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) sah sich danach veranlasst, ein weiteres Mal auf die Moscheegemeinden zuzugehen, um sie an die Regeln im Kampf gegen Corona zu erinnern.

Zugleich erreichten den RGA Hinweise darauf, dass türkisch- und arabischstämmige Familien von Sars-CoV-2 besonders betroffen sind. Freiwillige Helfer, die zur Unterstützung des Gesundheitsamtes in der Kontaktnachverfolgung arbeiten, gaben an, dass sie in annähernd jedem zweiten Fall mit Menschen zu tun haben, die einen entsprechenden Migrationshintergrund aufweisen.

Offizielle Daten gibt es dazu nicht. Angeblich, so ließ das Sana-Klinikum den RGA auf Nachfrage wissen, wird der kulturelle und/oder ethnische Hintergrund der infizierten Patienten im Krankenhaus nicht einmal erfasst.

Das wäre allerdings ein Versäumnis. Denn wütet das Virus tatsächlich besonders unter Migranten, so wäre es an der Zeit, dagegen etwas zu unternehmen. Fakt ist: Ein sozialer Aufstieg ist nur wenigen gelungen. Die Wohnungen sind meist klein, die Familien dagegen groß. Umso leichter hat es das Virus. Hier gilt es, Hilfestellung zu leisten, oder auch darum, mit Nachdruck für mehr Verständnis gegenüber den staatlichen Maßnahmen zu sorgen.

Vor allem aber muss offen darüber gesprochen werden, wenn die Gesellschaft auseinanderdriftet. Und zwar ohne, dass jene, die das tun, in eine Ecke gerückt werden, in die sie nicht gehören. Das verdruckste Schweigen, das viele an den Tag legen, sobald es um Probleme des Zusammenlebens geht, dient dagegen nur jenen, die Hass und Hetze schüren.

TOP Mon Ami: Ehemaliger Euler wird zur Brasserie und will im Mai eröffnen.

FLOP Impfanmeldung: Auch die nächsten Kandidaten dringen nicht durch.

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