Mein Blick auf die Woche

Verdruckstes Schweigen dient den Falschen

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  • Axel Richter
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In Remscheid erlebten Polizei und Feuerwehr keine Gewalt an Silvester. Im Einsatz beschimpft wurden sie zurückliegend allerdings schon. Die Probleme, die dahinter stehen, gilt es offen auszusprechen, sagt RGA-Lokalchef Axel Richter. Das hat mit Rassismus nichts zu tun. Im Gegenteil.

Remscheid sei eben doch ein Dorf. Gleich zwei Gesprächspartner des RGA stellten das fest in der ersten Woche des neuen Jahres. Und meinten es sehr wohl positiv.

Denn die Remscheider kennen sich und achten aufeinander. Haustürbetrüger, die sich als Energieberater in Diensten der EWR GmbH beziehungsweise eines Handwerksbetriebes ausgeben, haben es deshalb schwerer in unserer Stadt. Und Berichte von Angriffen auf Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht, der Aufreger zum neuen Jahr, gab es ebenfalls nicht in Remscheid.

„Hier ist die Welt noch ein Stück weit in Ordnung“, hielt Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan mit Blick auf die Attacken auf die Kollegen in anderen Städten fest.

Respektlosigkeiten erleben die Helfer in Remscheid gleichwohl. Und im Einsatz beschimpft wurden sie auch schon. Die Zusammenrottung von zwei Dutzend aggressiven Gaffern nach dem Unfalltod eines 29-jährigen Motorradfahrers auf der Neuenkamper Straße liegt geraume Zeit zurück. Vergessen haben viele Einsatzkräfte die pöbelnde Masse am Straßenrand nicht.

Schon damals wäre eine Reaktion fällig gewesen. Auf die Silvesternacht mit Angriffen in vielen Städten fallen die Antworten der Politiker nun aus, wie sie immer ausfallen, wenn sie sich an das eigentliche Problem nicht herantrauen.

So stimmte der für Remscheid zuständige Bundestagsabgeordnete Ingo Schäfer (SPD), selbst einst Feuerwehrbeamter, umgehend in den Chor derer ein, die lokale Verbotszonen für Feuerwerkskörper fordern. Das Problem ist jedoch nicht der Feuerwerkskörper, sondern derjenige, der ihn auf andere abschießt.

Wie damals auf der Neuenkamper Straße in Remscheid waren es auch diesmal überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund, aus deren Reihen die Angriffe auf die Helfer in Uniform ausgingen. Mit Rassismus hat diese Feststellung nichts zu tun - im Gegenteil.

Sichtbare Probleme offen auszusprechen ist die einzige wirksame Methode, rechtsextremen Hetzern, wie wir sie leider auch in Remscheid haben, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das verdruckste Schweigen, das viele an den Tag legen, sobald es um Probleme des Zusammenlebens geht, ist jenen dagegen dienlich, denen es darum geht, Hass und Gewalt zu schüren, um die Gesellschaft zu spalten.

Ganz egal wie man zur Knallerei an Silvester steht: Verbotszonen bestrafen auch jene, die sich an Recht und Gesetz halten. Das kann nicht die Antwort auf die Gewalttaten sein, die von einzelnen ausgehen. Sie sind zu identifizieren und konsequent zu bestrafen. Und wer sich dennoch nicht an die bei uns geltenden Werte und Regeln halten mag, weil es nicht seine sind, dem steht es frei, dieses Land zu verlassen.

Das gilt übrigens für migrantische Gewalttäter ebenso wie für Rechtsextreme, Querdenker, Reichsbürger und andere Flitzpiepen. Die haben nämlich mehr miteinander gemein als sie zugeben wollen: Beide verachten unseren Staat und unsere Gesellschaft.

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