Die Woche von Axel Richter

Nur Verdi scheint gegen das Virus immun zu sein

+
axel.richter@rga-online.de

Spätestens mit der in dieser Woche beschlossenen Verlängerung und Verschärfung der Coronamaßnahmen stellt sich vielen Gastronomen und Einzelhändlern die Überlebensfrage.

Ein Player in der heimischen Wirtschaft scheint jedoch bereits heute immun zu sein gegen die Folgen der Pandemie: die Gewerkschaft Verdi. Den Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel, deren Interessen sie angeblich vertreten, haben die Funktionäre mit ihrer Klage am Oberverwaltungsgericht jedenfalls einen Bärendienst erwiesen.

Zur Ausgangslage: Trotz Corona rechnet der Einzelhandel in Deutschland für 2020 mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent. Das Problem: Das Gros entfällt auf den Online-Handel. Er verzeichnet ein Plus von 15 Prozent. Der stationäre Einzelhandel büßte dagegen 11 Prozent ein. Die Läden vor Ort sind die Verlierer der Krise.

Um ihnen zu helfen, sollte es morgen einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Gezielt hatten die drei Werbegemeinschaften, der Marketingrat Innenstadt, der Verein Lennep Offensiv und der Marketingrat Lüttringhausen, dafür den 29. November ausgewählt. Das erste Adventswochenende ist das umsatzstärkste des ganzen Jahres. In allen Stadtteilen sollten deshalb die Geschäfte öffnen, um die Verluste des Jahres wenigstens etwas abzufedern.

Verdi hat die Pläne zunichte gemacht und kommentierte die richterliche Entscheidung anschließend so: „Verdi hat immer betont, dass es durch verkaufsoffene Sonntage nur zu einer Verdichtung der Besucherströme an den Wochenenden kommt und sie keinesfalls zum Schutz der Bevölkerung beitragen.“ Als wäre es den Funktionären jemals darum gegangen. In allen Jahren zuvor haben sie Klage auf Klage folgen lassen, um eine Sonntagsöffnung zu verhindern. So wurden zahlreiche Versuche vereitelt, die Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte zu holen, anstatt sie weiter bei Amazon und Co. bestellen zu lassen. Hauptsache, der Sonntag blieb arbeitsfrei. Also ging es um Ideologie, wie schon im Sommer als Verdi ungerührt die Busse stehen ließ, obgleich die Verkehrsbetriebe in der Krise auf Millionendefizite zusteuerten.

Wenn Corona einst vorbei ist, werden zahlreiche Arbeitsplätze im Einzelhandel verloren sein. Es ist schwer zu verstehen, welches Interesse eine Arbeitnehmervertretung daran haben kann.

TOP Die Herrnhuter Sterne strahlen wieder: Seit Donnerstag leuchten sie über der Alleestraße und sorgen wenigstens für ein bisschen weihnachtliche Stimmung in der Innenstadt.

FLOP Für Remscheids Sportplätze gibt es kein Geld: Die Stadt geht bei der Vergabe von Fördermitteln leer aus

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Impftage für zwölf bis 15-Jährige im Impfzentrum - Land NRW in Landesinzidenzstufe 1 - Verschärfungen der Regeln auch für Remscheid
Corona: Impftage für zwölf bis 15-Jährige im Impfzentrum - Land NRW in Landesinzidenzstufe 1 - Verschärfungen der Regeln auch für Remscheid
Corona: Impftage für zwölf bis 15-Jährige im Impfzentrum - Land NRW in Landesinzidenzstufe 1 - Verschärfungen der Regeln auch für Remscheid
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Impfparty kommt in Remscheid gut an
Abiturienten sammeln 4000 Euro Spenden
Abiturienten sammeln 4000 Euro Spenden
Abiturienten sammeln 4000 Euro Spenden
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten
Busbahnhof: Umbau soll im Oktober starten

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare