Weltverbrauchertag

Verbraucherzentrale: Tarife lieber in Ruhe vergleichen

Weltverbrauchertag am 15. März zu Kundenärger im Telefonshop.

Von Sven Schlickowey

Eigentlich wollte Herr M. seine Handykosten reduzieren, deswegen suchte er einen Mobilfunkshop in Remscheid auf. „Da ist er dann auch super beraten worden, zumindest hatte er das Gefühl“, berichtet Lydia Schwertner von der Verbraucherzentrale von einem Fall, der ihr besonders in Erinnerung geblieben ist. Denn am Ende kam es anders: Statt weniger sollte Herr M. viel mehr zahlen – sechs Verträge für zusammen 350 Euro im Monat schloss er unwissentlich ab.

Fälle wie diese beschäftigen die Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW regelmäßig. Probleme mit Telekommunikationsanbietern würden seit Jahren zu den Top-Themen in der Beratung gehören, so Schwertner. Und die Shops nähmen dabei einer Sonderstellung ein. So sehr, dass die Verbraucherzentrale in diesem Jahr den Weltverbrauchertag am 15. März nutzt, um darauf hinzuweisen.

Während bei Vertragsabschlüssen im Netz, per Telefon und an der Haustür nämlich eine 14-tägiges Widerrufsrecht gilt, gibt es das im Laden vor Ort nicht. Viele Kunden würden diese Geschäfte aufsuchen, eben weil sie eine gute Beratung erwarten, hat Lydia Schwertner beobachtet. Doch dass der Shopbetreiber meist ein selbstständiger Handelspartner des Anbieters mit ganz eigenen wirtschaftlichen Interessen ist, sei vielen Verbrauchern gar nicht klar.

Wohin das führen kann, zeigt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale: 198 Shops in NRW suchten Tester im Januar auf, nur sechs händigten die gesetzlich vorgeschriebene Vertragszusammenfassung aus. Fünf davon erst auf Nachfrage. In Remscheid wurden sieben Läden besucht. „Es gab in einem Fall eine richtig gute Beratung“, sagt Lydia Schwertner. Doch selbst hier wurden nicht alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt. Statt der Zusammenfassung gab es handgeschriebene Notizen oder auch einen Ausdruck von der Internetseite des Anbieters.

Bei einer Umfrage gaben 19 Prozent an, in den vergangenen 24 Monaten mindestens einen so nicht gewünschten Vertrag abgeschlossen zu haben. In solchen Fällen könne die Verbraucherzentrale helfen, sagt Schwertner. Besser noch sei es aber, wenn es gar nicht so weit komme.

Deswegen raten die Verbraucherschützer dazu, sich vorher Gedanken dazu zu machen, was man eigentlich braucht, Preise zu vergleichen und Vertragsbedingungen zu studieren – in Ruhe vor der Unterschrift. „Da muss man dann auch schon mal das Selbstbewusstsein aufbringen, zu sagen, dass man das schriftlich haben möchte“, rät Lydia Schwertner, die davon berichtet, dass immer wieder Druck auf Kunden ausgeübt werde. „Und wenn der Verkäufer dazu nicht bereit ist, ist das eben nicht mein Laden.“

Eine kostenfreie Erstberatung – auch zu anderen Themen – gibt es nach Vereinbarung, Tel. (0 21 91) 8 42 47 91.

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