Betruges zu Lasten des Jobcenters

Vater und Sohn akzeptieren Strafbefehl wegen Betrugs

Vater und Sohn bekamen im Amtsgericht Remscheid ihre Strafe.
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Vater und Sohn bekamen im Amtsgericht Remscheid ihre Strafe.

Zwei Remscheider kassierten zu Unrecht vom Jobcenter.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Wenn der Vater mit dem Sohne – gemeinsam auf der Anklagebank sitzt. Dann endet es für beide nicht gut. So im Falle eines Betruges zu Lasten des Jobcenters. Beide hatten geschwiegen, nun bekamen sie im Amtsgericht Remscheid ihre Strafe: 600 Euro der Vater, 1350 Euro für den vorbestraften Junior. Der Versuch, sich selbst als Opfer des Chefs vom Sohn darzustellen, scheiterte.

In der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni 2019 hatten beide, zusammenlebend, in Anträgen des Jobcenters verschwiegen, dass der 24-Jährige arbeitete und Geld verdiente. Das Duo kassierte durch das Verschweigen jeweils 626,35 Euro Unterstützung zu Unrecht.

„Wir haben das nicht mit Absicht gemacht“, erklärte der 50-jährige Vater. Sein Sohn habe den versprochenen Ausbildungsvertrag einfach nicht bekommen. Deshalb hätten sie auch gegenüber dem Jobcenter nichts gesagt. „Ich habe ihm (Chef) die ganze Zeit gesagt, dass ich den Vertrag brauche“, erklärte der Sohn. Sein Chef habe ihn aber nur vertröstet und versichert, dass es keine Probleme gäbe.

„Wenn man Geld verdient, muss man das sofort melden.“

Vorsitzende Richterin

Als der Vertrag dann angekommen sei, etwa Mitte April, habe er diesen beim Jobcenter in den Briefkasten geworfen, berichtete der 24-Jährige weiter. „Ist da nicht angekommen“, stellte die Richterin fest. „Sie dürfen nicht warten, bis Sie einen Vertrag haben. Wenn man Geld verdient, muss man das sofort melden“, so die Vorsitzende. Etwas kam ihr an der Geschichte der beiden Remscheider seltsam vor: Der Sohn hatte angegeben, den Vertrag im April bekommen zu haben. Der Vater hatte hingegen erklärt, im Juni immer noch nichts in der Hand gehabt zu haben. Auf Nachfrage diesbezüglich hatte das Duo keine Antwort parat.

Am Ende stand für die Richterin jedenfalls fest, dass sich die beiden Angeklagten wegen Betruges schuldig gemacht hatten. Als Vater und Sohn dies erkannten, und ihnen bewusst wurde, dass sie mit einem Urteil eine höhere Strafe erwarten könnte als im Strafbefehl, nahmen sie beide schnell die Einsprüche zurück und akzeptierten damit die 600 und 1350 Euro Geldstrafen.

Auch interessant: 24-Jähriger muss 600 Euro Geldstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zahlen.

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